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Popkultur

Zeitsprung: Am 12.9.2003 stirbt Country-Legende Johnny Cash im Alter von 71 Jahren.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 12.9.2003.

von Timon Menge und Christof Leim

Johnny Cash ist der bekannteste Country-Musiker aller Zeiten. Er steht für die raue, unbequeme Seite des Genres, die sich für die Botschaft der Songs interessiert, nicht für Verkaufszahlen. Am 12. September 2003 stirbt er an den Folgen einer schweren Diabetes. Ein Rückblick auf eine Legende.

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Hört hier in die besten Johnny-Cash-Songs rein:

Klickt auf „Listen“ für die ganze Playlist.

Johnny Cash kommt am 26. Februar 1932 in Kingsland, Arkansas zur Welt. Er wächst während der Großen Depression auf — ein Umstand, der seine Kindheit maßgeblich beeinflusst. 1944 verliert er seinen Bruder Jack bei einem tragischen Unfall in einer Sägemühle, ebenso entdeckt er die Gitarre für sich, lernt das Gesangsbuch seiner Mutter auswendig und spielt erste Folksongs nach. Seine Jugend führt ihn nach Deutschland, wo er als Soldat der Air Force stationiert ist, seine erste eigene Gitarre kauft und mit Freunden zum Zeitvertreib die Band Landsberg Barbarians gründet. Während dieser Zeit soll er auch als Funker die Geheimnachricht vom Tod Stalins aufgespürt haben (mehr dazu hier).

Dieses Promofoto wird 1955 für Sun Records produziert.

Die frühen Jahre

1954, mit 22 Jahren, heiratet er seine erste Frau Vivian Liberto und zieht mit ihr nach Memphis. Dort lernt er die Tennessee Two kennen, zwei Musiker, die ihn lange begleiten sollten: Luther Perkins (Gitarre) und Marshall Grant (Bass). Mit ihnen spielt er seine ersten Aufnahmen ein, und zwar für Sun Records von Sam Philipps, wo auch Elvis Presley seine ersten Gehversuche unternimmt. Wie die Anfangsphase weitergeht und zu ungeahntem Erfolg führt, zeigt sehr schön die gelungene Filmbiografie I Walk The Line von 2005. Zu seinen größten Erfolgen gehört der Song Ring Of Fire von 1963.

Der Ruhm als Musiker fördert Cashs Schwäche zutage: Pillen, egal, ob beruhigend oder aufputschend. Mitte der Sechziger ist Johnny Cash ein Wrack. Seine Karriere gerät ins Stocken, er leidet unter schweren Depressionen und gerät mit dem Gesetz aneinander. Die Drogen sind es auch, die seiner Ehe mit Vivian zum Verhängnis werden. Nach einer Überdosis und einem Autounfall reicht sie 1968 die Scheidung ein, was Cash in noch größere Depressionen stürzt. Der Lichtblick folgt auf dem Fuße: Noch im selben Jahr heiratet Cash die Liebe seines Lebens, June Carter Cash, die ihm dabei hilft, clean zu werden.

Johnny und seine geliebte June – Pic: Joel Baldwin

Der 13. Januar 1968 entpuppt sich als Schicksalstag für Cash: An jenem Datum spielt er sein legendäres Konzert im Folsom Prison, einem Hochsicherheitsgefängnis — ein Auftritt, der ihm endgültig das Image des Advokaten der Benachteiligten verschafft und für einen kräftigen Karriereschub sorgt. Um 9:40 Uhr betritt er die Bühne, und die 1000 Häftlinge vor der Bühne bejubeln ihn schon für die schlichten Begrüßungsworte „Hello, I’m Johnny Cash“. Das Livealbum, das in den folgenden 70 Minuten entsteht, wird zu einem wichtigen Meilenstein in der wechselhaften Karriere der Country-Legende.

1971 erscheint der Cash-Klassiker A Man In Black: Ein Album für die Unterdrückten und Unterprivilegierten. Cash gerät zwischen die Fronten: Konservative werfen ihm mangelnden Respekt gegenüber seinem Land vor, Demokraten kritisieren seinen Besuch im Weißen Haus, während der Vietnamkrieg tobt. Die Wahrheit liegt dazwischen: Cash ist ein großer Patriot und liebt sein Heimatland über alles, doch die US-amerikanischen Missstände jener Zeit machen ihn krank — so krank, dass er sich Trauerkleidung anzieht und seinem Ärger auf der Bühne Luft macht.

Schwierige Jahre

Doch was zunächst nach seiner Etablierung als respektierter Countrymusiker aussieht, läutet den Beginn vom vorläufigen Ende ein: Kommerzielle Erfolge bleiben aus, Cash überwirft sich mit seiner langjährigen Plattenfirma Columbia Records und rutscht Stück für Stück in die musikalische Bedeutungslosigkeit. In den Achtzigern geht die Talfahrt weiter, auch wenn er mit Kris Kristofferson, Waylon Jennings und Willie Nelson die Supergroup The Highwaymen gründet. Gegen Ende des Jahrzehnts stellt ihn auch seine dritte Plattenfirma Mercury Records aufs Abstellgleis.

Glücklicherweise gelingt in den Neunzigern das große Comeback: 1994 erscheinen die ersten American Recordings, aufgenommen mit Starproduzent Rick Rubin, der sich für eine maximal spartanische Herangehensweise entscheidet und mit Cash direkt in dessen Wohnzimmer arbeitet. Rubin soll Recht behalten: Das Album schlägt ein und ermöglicht der betagten Legende eine furiose Wiederauferstehung. Es folgen weitere American Recordings, ingesamt werden es sechs Stück: Unchained (1996), American III: Solitary Man (2000) und American IV: The Man Comes Around (2002) erscheinen vor Cashs Tod. American V: A Hundred Highways (2003) und American VI: Ain’t No Grave (2010) werden posthum veröffentlicht.

Im Jahr 2003 erscheint außerdem das Boxset Unearthed. Die vierstündige Sammlung enthält Outtakes und alternative Versionen der Songs, die für die ersten vier American Recordings aufgenommen wurden, aber auch die Gospelsongs, die Cash von seiner Mutter gelernt hat sowie eine Best-Of-Zusammenstellung. Seine letzten Stücke nimmt Johnny Cash am 21. August 2003 auf, schwer angeschlagen vom Tod seiner geliebten June im Mai, wie ihr hier nachlesen könnt. Nur wenig später, am 12. September 2003 erliegt Johnny Cash seiner Diabetes — und seinem gebrochenen Herzen, wie einige medizinische Fachpublikationen mutmaßen. Diese Vorstellung hätte dem Künstler sicher gefallen.

Epilog

Gemeinsam mit Willie Nelson und seinem Freund Waylon Jennings hat Johnny Cash eine alternative Country-Szene geprägt, die kein Interesse an Unterhaltungsmusik hat. „Seine Stimme schien aus dem Mittelpunkt der Erde zu kommen“, schwärmt Folk-Legende Bob Dylan vom „Man in Black“. Genau das ist es, was Cash unter Country-Musik versteht: nicht „falsche Perlen, Strass, flimmernde Hosen und blinkende Cowboystiefel“, sondern die tiefe Verbundenheit zur Erde, zum Land.


Beigesetzt wird er in Nashville in einem schwarzen Sarg mit silbernen Griffen. Prominente wie Sheryl Crow, Kid Rock und US-Vizepräsident Al Gore sowie mehr als 1000 Fans erweisen Cash die letzte Ehre. Er habe mit seinen Songs Millionen einfacher Menschen aus den USA eine Stimme gegeben, sagt sein Freund und Kollege Kris Kristofferson während der Zeremonie. Seine Tochter Rosanne Cash findet rührende Worte: „Ich kann mir eine Welt ohne Daddy einfach nicht vorstellen.“ Tatsächlich hinterlässt Cash eine Lücke, die wohl nie gefüllt werden kann. Durch seine Diskografie lebt er weiter — so authentisch, abwechslungsreich und tiefgründig, wie er selbst war.

Zeitsprung: Am 17.2.2004 wird Popocreme-Werbung mit „Ring Of Fire“ abgelehnt.

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Zeitsprung: Am 21.1.1984 erscheint das Debüt von Bon Jovi.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 21.1.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Als Jon Bon Jovi 1980 in einem Aufnahmestudio in Manhattan arbeitet, kennt ihn noch kein Mensch. Zwar verschickt der damals 17-jährige bereits fleißig Demobänder, doch Amerikas Plattenfirmen möchten nichts von ihm wissen. Erst als Runaway im Radio gespielt wird, erlangt der junge Rockmusiker lokale Berühmtheit und veröffentlicht wenig später sein erstes Album.

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Hört hier in Bon Jovi rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Einige von uns werden das kennen: Während seiner Jugend findet John Bongiovi deutlich mehr Gefallen an der Musik als an der Schule. So schwänzt er regelmäßig den Unterricht, um in lokalen Bands spielen zu können, zum Beispiel mit seinem Cousin Tony Bongiovi. Der betreibt zu jener Zeit das Aufnahmestudio The Power Station in Manhattan, wo er mit Künstlern wie Aerosmith, den Ramones, Gloria Gaynor, den Talking Heads und früher sogar mit Jimi Hendrix arbeitet.

Im Alter von 16 Jahren beginnt John in den Clubs seiner Heimatstadt New Jersey aufzutreten. Weil er keine zusätzlichen Finanzspritzen aufgrund herausragender schulischer Leistungen zu erwarten hat, heuert er ein Jahr später in der Power Station an. Zunächst wischt er dort die Böden, doch als Produzent Meco 1980 an seinem Star Wars Christmas Album arbeitet, schlägt Tony seinen kleinen Cousin als Sänger für den Song R2-D2 We Wish You A Merry Christmas vor — Bon Jovis erste Aufnahme unter eigenem Namen.



Zeitgleich verschickt der junge Rocker unermüdlich Demoaufnahmen an Plattenfirmen, stößt allerdings überall auf Ablehnung. Für Aufwind sorgt erst sein Stück Runaway, den er gemeinsam mit Songschreiber George Karak verfasst und mit professionellen Studiomusikern aufnimmt. Dazu gehören der heutige Bon Jovi-Bassist Hugh McDonald, Sessiongitarrist Tim Pierce (später unterwegs mit Rick Springfield), Keyboarder Roy Bittan aus Springsteens E Street Band und Drummer Frankie LaRocka. Diesen ersten Erfolge mit Runaway verdankt Jon nicht zuletzt seiner eigenen Initiative. So marschiert der junge Musiker 1982 ohne Ankündigung in die Zentrale des Radiosenders WAPP und überreicht DJ Chip Hobart ein Demo mit dem Stück. Der Titel landet in der Heavy Rotation und öffnet einige Türen.

Das erste Line-up von Bon Jovi: 1983, Baby!

1983 ergattert Bon Jovi so einen Plattenvertrag mit Mercury Records und stellt eine Band zusammen. Zu der gehört anfangs auch Gitarrist Dave „The Snake“ Sabo, der später als Gründer der Hardrocker Skid Row in Erscheinung tritt. Er bleibt nur kurz an Bord, an seine Stelle tritt Richie Sambora, der für die nächsten 30 Jahre ein geniales Songwriting-Duo mit dem Sänger bildet. Keyboarder David Bryan und Schlagzeuger Tico Torres komplettieren das Line-Up und gehören bis heute zur Mannschaft, Bassist Alec John Such bleibt bis 1994. Auf den Bandnamen kommt eine Mitarbeiterin von Manager Doc McGhee, womit der ursprüngliche Plan – Johnny Electric – zu den Akten gelegt wird. Ist vielleicht besser so. Aus John Bongiovi wird spätestens hier dann auch Jon Bon Jovi.



Am 21. Januar 1984 schließlich erscheint das langersehnte Debüt Bon Jovi. Aus der Veröffentlichung gehen mit Runaway, Burning For Love und She Don’t Know Me drei Singles hervor. Bei letzterem handelt es sich um den einzigen Bon Jovi-Studiotrack auf allen offiziellen Alben, der kein Coversong ist und den Jon nicht selbst geschrieben oder mitgeschrieben hat. Die Nummer stammt vom US-amerikanischen Songwriter Mark Avsec und wurde auf Betreiben des Labels aufgenommen.



Runaway schafft es jetzt bis in die Top 40 der Single-Charts, das Album selbst erreicht Rang 43 – kein schlechtes Ergebnis für einen Einstand. Es folgen weltweite Tourneen, zum Beispiel als Vorgruppe für die Scorpions in Nordamerika und für Kiss Europa. Die Verkaufszahlen können sich sehen lassen, doch der ganz große Durchbruch mit dem dritten Album Slippery When Wet lässt noch zwei Jahre auf sich warten. „Wir waren damals nicht gut“, räumt Frontmann Bon Jovi mehr als 20 Jahre später in einem Interview ein. „Das waren wir bis zu unserem dritten Album nicht, aber wir hatten einen Schlagzeuger, der den Takt halten kann. Das sollte man nie als selbstverständlich ansehen. Für einen 22-Jährigen habe ich mich ganz gut geschlagen.“

Die drei Singles: nur eine davon läuft noch im Radio

Den Takt halten Bon Jovi bis heute. Millionen verkaufter Platten, ausverkaufte Stadionkonzerte und Airplay bis zum Abwinken stehen für sich. Zwar hat das Debüt einer der größten Rockgruppen der Welt ein wenig an Reiz verloren, zumindest im Schatten der späteren Megaseller wie New Jersey. Doch mit Bon Jovi haben Bon Jovi den Weg Richtung Rockolymp angetreten.

Zeitsprung: Am 19.9.1988 erscheint „New Jersey“ von Bon Jovi

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Popkultur

Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

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Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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Popkultur

Stadionhymnen vom Strand: 20 Jahre „Auswärtsspiel“ von den Toten Hosen

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Die Toten Hosen
Foto: Danny Gohlke/Bongarts/Getty Images

Als Die Toten Hosen 2002 ihr neuntes Album Auswärtsspiel veröffentlichen, hat die Band bereits 20 Jahre auf dem Buckel. Diese Erfahrung hört man den Düsseldorfern an: Mindestens vier Songs von der Platte zählen heute zu den „Greatest Hits“.

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von Timon Menge

2001 haben sich Die Toten Hosen längst an der Spitze der deutschsprachigen Musikbundesliga etabliert. Stadionkonzerte in ganz Deutschland, Europa und sogar auf Kuba begeistern das Publikum; im Sommer steht die Band hierzulande als Vorgruppe von den mächtigen AC/DC auf den größten Bühnen. Vier Nummer-eins-Alben haben die Hosen zu der Zeit bereits im Rücken, 2002 soll das fünfte folgen: Auswärtsspiel.

Die Toten Hosen Auswärtsspiel Album Cover

Für das Cover lassen sich Die Toten Hosen während ihres Kuba-Aufenthalts in einem Meerwasserfreibad in Havanna ablichten. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt die Musiker, wie sie in der südamerikanischen Abenddämmerung einen Steg auf dem Meer entlanglaufen. Nicht die schlechteste Kulisse. Im Booklet gibt es viele weitere Fotos aus der Zeit der Hosen in Kuba.

Songwriting im Sonnenschein

Anschließend mieten die Hosen ein Haus auf Ibiza, um sich ganz auf ihre neue Platte konzentrieren zu können. Die Sonne Spaniens scheint die Kreativität zu beflügeln, denn während der Auswärtsspiel-Entstehungsphase schreiben Campino und Co. mehr als 75 Songs. Das ist Stoff für gut fünf Alben, doch die Band wählt die 15 besten Stücke aus und begibt sich für die Aufnahmen nach Avinyonet de Puigventós in Katalonien.

20 Jahre Tote Hosen

Als das Album am 21. Januar 2002 erscheint, haben Die Toten Hosen gleich zwei Dinge zu feiern: Zum einen die Veröffentlichung der Platte, zum anderen ihr 20-jähriges Jubiläum, denn der Startschuss für die Gruppe fiel 1982. Auf die Frage, wie es ihm damit geht, antwortet Sänger Campino 2002 in der Viva-Sendung Interaktiv: „Ich hab kaum was gemerkt in der Zeit. Die Hälfte habe ich vergessen, weil ich früher sowieso immer benebelt war. Dann waren es nur noch zehn Jahre.“

Nicht schlimm, zehn Jahre kann man auch gut feiern, und die Fans feiern mit: Auswärtsspiel steigt auf Platz eins der deutschen Albumcharts ein, später kassieren die Hosen drei goldene Schallplatten und einmal Platin.

Auch die Hit-Dichte dürfte zum Erfolg des Albums beigetragen haben: Mit Was zählt, Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)!, Nur zu Besuch und Steh auf, wenn du am Boden bist enthält Auswärtsspiel mindestens vier Songs, die es bei vielen Hosen-Konzerten zu hören gibt, auch wenn keine der Singles die Top Ten erreicht.

Generell überraschend: Den Hosen gelingen im Verlauf ihrer Karriere bloß zwei deutsche Nummer-eins-Hits: Zehn kleine Jägermeister (1996) und Tage wie diese (2012).

Fußball als Martyrium?

Im Titeltrack von Auswärtsspiel geht es um das nicht immer einfache Dasein als Fußball-Fan, wie Campino zu jener Zeit in einem Interview mit dem Münchner FHM Magazin berichtet: „Du entscheidest dich einmal in deinem Leben für ein Team, und das ist es dann in der Regel auch. Wenn du erst einmal Fan von einem Team geworden bist, dann kannst du, egal wie schlecht es spielt, nicht einfach mit einer Mannschaft Schluss machen, wie du es vielleicht mit deiner Freundin tun würdest, nur weil sie dir auf die Nerven geht.“ Soso.

Wieder auf Tour

Ihre eigenen Auswärtsspiele bewältigen die Hosen nach der Albumveröffentlichung: Mehr als siebzig Konzerte geben die Musiker, die meisten davon in ausverkauften Hallen. Auch bei Festivals in ganz Europa und in Buenos Aires legen die Düsseldorfer einen Halt ein. Mehr als eine halbe Millionen Zuschauer*innen sehen die Band im Laufe des Jahres. Genug haben die Hosen natürlich noch lange nicht: Mit ihrer anschließenden Platte Zurück zum Glück legen Punkrocker nochmal eine kräftige Schippe drauf.

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Die Toten Hosen verkünden Tourdaten für 2022!

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