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Popkultur

Zeitsprung: Am 30.3.2004 erscheint „Honkin’ On Bobo“ von Aerosmith.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 30.3.2004.

von Timon Menge und Christof Leim

Man muss nicht an der Classic-Rock-Akademie studiert haben, um zu erkennen, dass Aerosmith fest im Blues verwurzelt sind. Am 30. März 2004 setzt die US-amerikanische Gruppe ihren Ziehvätern und -müttern ein Denkmal und veröffentlicht das Cover-Album Honkin’ On Bobo. An Bord: Songs von Bo Diddley, Muddy Waters, Aretha Franklin und Fleetwood Mac.


Hört hier in Honkin’ On Bobo von Aerosmith rein:

Klickt auf „Listen“ für das gesamte Album.

Aerosmith gelten gemeinhin als Wegbereiter des Hard Rock, doch wie bei allen Krachmusikern lassen sich ihre Wurzeln im Blues verorten. Genau das stellen Sänger Steven Tyler, die Gitarristen Joe Perry und Brad Whitford, Bassist Tom Hamilton und Schlagzeuger Joey Kramer 2004 mit ihrem Album Honkin’ On Bobo unter Beweis. Ganze elf Coverversionen spielen die Musiker für ihre Verneigung ein, mit The Grinder gibt es sogar auch einen neuen eigenen Song.

Auf den Albumtitel kommt Frontmann Tyler. Die Übersetzung des Ausdrucks gestaltet sich laut unterschiedlicher Quellen schwierig: Vom Oralverkehr über die Masturbation bis hin zum weniger ferkeligen Rauchen finden sich mannigfaltige Interpretationen. Ein Schelm, wer bei der Gestaltung des Covers mit den roten Satinlaken und den Lippenstiftspuren auf der Mundharmonika Böses denkt. In einem Radiointerview erzählt Joe Perry: „Die Phrase hat ihren eigenen Sound. Sie klingt nach Jazz und ein wenig abstoßend, also funktioniert sie für uns.“

Verneigen sich 2004 vor dem Blues: Aerosmith – Pic: Ross Halfin/Sony

Die Songs auf Honkin’ On Bobo liefern einen schönen Querschnitt durch die Welt des Blues der Fünfziger und Sechziger. Ob Bo Diddley, Sonny Boy Williamson II, Willie Dixon, Little Walter, Muddy Waters, Fleetwood Mac, Big Joe Williams oder Aretha Franklin: Auf dem vierzehnten Aerosmith-Album geben sich Legenden die Klinke in die Hand und werden von einer der größten Rockbands des Planeten geehrt.



Für die Aufnahmen der Platte schlägt die Gruppe einen Weg ein, den sich nur Rockstars erlauben können. So verschanzen sich Tyler und Co. auf der Bostoner Ranch von Gitarrist Joe Perry und spielen nur dann Material ein, wenn sie Lust darauf haben. „Wir wollten etwas tun, was wir vorher noch nie getan haben und das uns begeistert“, gibt Perry gegenüber MTV zu Protokoll. „Nur deshalb nehmen wir noch Alben auf. Andernfalls würden wir uns damit abfinden, dass wir alles gemacht haben, was man als Musiker machen kann, und müssten uns fragen, warum wir noch einmal ins Studio gehen sollten.“



Honkin’ On Bobo kommt hervorragend an und verkauft sich bereits innerhalb der ersten Woche mehr als 160.000 Mal. In den US-Billboard-Charts reicht es zu Platz fünf, schon im Mai nach Veröffentlichung erhält die Gruppe eine goldene Schallplatte. Im Anschluss müssen sich die Fans der US-Rocker mehr als acht Jahre gedulden. Das vorerst letzte Aerosmith-Werk Music From Another Dimension! erscheint erst 2012, doch das ist wieder einmal eine andere Geschichte.


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