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Popkultur

Handschlag in Flammen, fliegendes Schwein & ikonische Kratzer: Die 10 besten Hipgnosis-Artworks

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Pink Floyd Dark Side Of The Moon Cover

Ob Pink Floyd, Led Zeppelin oder Genesis: Kaum jemand hat so viele ikonische Artworks geschaffen, wie die Londoner Designgruppe Hipgnosis. Von 1968 bis 1983 prägen Storm Thorgerson, Aubrey Powell, später Peter Christopherson und zahlreiche freie Mitarbeiter*innen die visuelle Darstellung des Rock’n’Roll; weit über 200 Albumcover entspringen ihren kreativen Köpfen. Wir haben die zehn besten ausgesucht.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Peter Gabriel (Scratch) anhören:

Fragen, die wir uns nach dem Genesis-Comeback stellen

Pink Floyd – Ummagumma (1969)

Pink Floyd Ummagumma Cover

Von Pink Floyd erhalten Hipgnosis einiges an Starthilfe. Das erste Projekt der britischen Grafiker: das zweite Floyd-Album A Saucerful Of Secrets (1968). Auch für More (1969) entwerfen Thorgerson und Powell das Artwork. Im Lauf der Jahre wachsen die Band und das Design-Duo immer stärker zusammen, wie wir später noch feststellen werden. Für Ummagumma setzen Hipgnosis auf den sogenannten Droste-Effekt, wie die Bild-im-Bild-im-Bild-Optik im Fachjargon heißt. Die Bezeichnung geht auf die gleichnamige niederländische Kakaomarke zurück, die dem Effekt 1904 durch die Gestaltung der Verpackung zu Bekanntheit verhilft. Die Technik als solche kannte man aber schon im Mittelalter.

Climax Blues Band – Tightly Knit (1971)

Climax Blues Band Tightly Knit Cover

Die Climax Blues Band aus Stafford gehört zu den unzähligen Vertretern der britischen Blues-Szene, hat mindestens 19 Alben veröffentlicht und mit Couldn’t Get It Right und I Love You zwei unsterbliche Hits geschrieben. Für das Cover ihres vierten Albums Tightly Knit engagieren die Engländer um Frontmann Colin Cooper ebenfalls das Londoner Grafiker-Gespann Hipgnosis. Das Ergebnis: ein einfaches wie ausdrucksstarkes Artwork, das auffällt und neugierig macht.

Wishbone Ash – Argus (1972)

Wishbone Ash Argus Cover

Mit Argus veröffentlichen die britischen Progger Wishbone Ash im April 1972 ihr erfolgreichstes Album. Klar, dass auch das Cover mindestens Champions-League-Qualität haben muss. Und die liefern Hipgnosis. Mit bestechender Einfachheit und Atmosphäre fangen die Designer den mittelalterlichen Touch der Platte ein. Unvorstellbar scheint es, dass man die Ruhe vor dem Sturm treffender verbildlichen kann. Der Sturm kam dann nach der Veröffentlichung: Argus landet als einziges Wishbone-Ash-Album in der britischen Top Ten. Außerdem bringt das Artwork einen jungen Nachwuchsgitarristen dazu, sich ebenfalls bei Hipgnosis zu melden. Sein Name: Jimmy Page.

Pink Floyd – Dark Side Of The Moon (1973)

Pink Floyd Dark Side Of The Moon Cover

Über Dark Side Of The Moon wurde viel geschrieben und noch öfter wurde das Album gehört. Doch auch nach fast 50 Jahren büßt das Jahrhundertwerk nichts von seiner Faszination ein. Das liegt nicht zuletzt an dem atemberaubenden Cover. Ganze sieben Entwürfe stellen Hipgnosis ihren Kunden Pink Floyd vor, doch die vier Musiker entscheiden sich einstimmig für das Prisma mit dem gebrochenen Lichtstrahl, eine Anlehnung an die fulminanten Lichtshows der Gruppe. Anschließend kommt Roger Waters auf die Idee, den Strahl in die aufgeklappte Schallplattenhülle zu verlängern. Daraus wird schließlich eine visuelle Darstellung des Herzschlages, den man zu Beginn und am Ende des Albums hört.

Genesis – The Lamb Lies Down On Broadway (1974)

Genesis The Lamb Lies Down On Broadway Cover

Das Konzeptalbum The Lamb Lies Down On Broadway markiert nicht die einfachste Zeit in der Geschichte von Genesis. So löst die Umsetzung der Platte unter den Musikern endgültig Streit aus; Sänger Peter Gabriel verlässt die Gruppe schlussendlich sogar. Die Krise naht allerdings schon vorher. So berichtet Gitarrist Steve Hackett in einem Interview: „Jeder von uns hatte seine eigenen Pläne. Manche waren verheiratet, manche hatten Kinder, wieder andere ließen sich gerade scheiden. Trotzdem versuchten wir, uns zusammenzuraufen.“ Mit dem Artwork für das letzte Genesis-Album mit Gabriel-Beteiligung übertrifft sich die Grafikschmiede Hipgnosis selbst und schafft ein detailverliebtes Kunstwerk in drei Teilen, das man länger begutachten kann, als die Platte läuft. Inhaltlich beschäftigen sich die drei Bilder mit drei Stationen in der Geschichte von Rael, dem Hauptcharakter auf The Lamb Lies Down On Broadway.

Genesis In Bildern: 1970-1975

Pink Floyd – Wish You Were Here (1975)

Pink Floyd Wish You Were Here Cover

„Hat der Kerl echt gebrannt??“, möchte man rufen, wenn man das Cover von Wish You Were Here sieht. Ja, hat er. Was man heute mit Photoshop lösen würde, um möglicherweise Menschenleben zu retten, erledigte in den Siebzigern ein Stuntman. Der trägt den Namen Ronnie Rondell und ließ sich tatsächlich für Pink Floyd anzünden. Aufgenommen wird die Szene in den Warner-Bros.-Studios in Kalifornien. Im Lauf des Shootings schlägt der Wind um und verbrennt Rondell den Schnauzbart. Der andere Herr auf dem Bild heißt Danny Rogers und die beiden tauschen wegen der wechselnden Windrichtung die Positionen. Damit das Motiv gleich bleibt, wird die Aufnahme später gespiegelt.

Led Zeppelin – Presence (1976)

Led Zeppelin Presence Cover

Für Presence arbeiten Led Zeppelin nicht zum ersten Mal mit Hipgnosis zusammen. Doch auch dieses Mal lautet die Vorgabe von Jimmy Page: „Wir brauchen Ideen.“ Also entwickeln Hipgnosis das Artwork des siebten Led-Zeppelin-Albums um einen schwarzen Gegenstand, der die Kraft der Gruppe symbolisieren soll. Storm Thorgerson bezeichnet die Band als „so kraftvoll, dass sie noch nicht einmal da sein muss“. Aufgrund des Covers werden Hipgnosis und der freie Mitarbeiter George Hardie 1977 für einen Grammy nominiert.

Pink Floyd – Animals (1977)

Pink Floyd Animals Cover

Heute würde eine Rockband wohl kein Schwein mehr fliegen lassen, um ein herausragendes Albumcover zu schaffen. Pink Floyd gehört 1977 allerdings die Welt, also erlauben sich die Briten den kleinen Spaß. Die Idee zum Artwork stammt von Roger Waters, die Umsetzung übernimmt Storm Thorgerson. Mit der Produktion des zwölf Meter langen Schweineballons („Algie“) beauftragen die Künstler eine deutsche Firma, die vorher zum Beispiel Zeppeline hergestellt hatte, sowie den australischen Künstler Jeffrey Shaw. Als Ort des Geschehens wählt Waters das Kraftwerk in Battersea, an dem er regelmäßig vorbeifährt. Am 2. Dezember 1976 ist es dann soweit: Pink Floyd lassen den Ballon mit Helium befüllen und positionieren ihn über der Kulisse. Ebenfalls dabei: ein Scharfschütze, der das Schwein zum Abstürzen bringen kann, falls es ausbüchst. Die Arbeiten an dem Cover erstrecken sich allerdings unverhofft über zwei Tage und Floyd-Manager möchte den Scharfschützen nicht noch einmal bezahlen. Doof nur, dass sich Algie am zweiten Tag tatsächlich selbstständig macht, über den Flughafen in Heathrow fliegt und dort für Panik und abgesagte Flüge sorgt. Der Flug endet in Kent auf dem Feld eines Bauern, der sich darüber beschwert, dass das Schwein seine Kühe erschreckt habe.

Peter Gabriel – Peter Gabriel (Scratch) (1978)

Peter Gabriel Scratch Cover

Nach seinem Ausstieg bei Genesis veröffentlicht Peter Gabriel ganze vier Alben mit dem Titel Peter Gabriel, weshalb die Platten zusätzlich als Car (1977), Scratch (1978), Melt (1980) und Security (1982) bezeichnet werden. Scratch verdankt den ergänzenden Titel vor allem dem eindrucksvollen Cover aus dem Hause Hipgnosis. Kommerziell bleibt das Album hinter den Erwartungen zurück, landet aber immerhin in den britischen Top Ten.

10cc – Look Hear? (1980)

10cc Look Hear Cover

Manchmal sind die einfachsten Entwürfe die besten. Auf dem Cover ihres siebten Albums Look Hear? stellen 10cc aus England die essentielle Frage: Bist du normal? Der Hipgnosis-Entwurf schindet allerdings so viel Eindruck, dass viele Musikhörer*innen denken, das Album heiße „Are You Normal“. Weil es in Europa viel Verwirrung um den Titel gibt, wird das Cover für den US-Markt angepasst. Statt des übergroßen Schriftzugs landet in den Staaten das Schaf auf der Chaiselongue auf dem Cover. Das gab es auf der europäischen Version zwar auch schon zu sehen, allerdings nur in einer kleinen Variante.

Geschmacksverirrung: Legenden und ihre schlimmsten Plattencover

Popkultur

Im Auftrag des Herrn: Als Bob Dylan vor Papst Johannes Paul II. auftrat

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Bob Dylan
Foto: POOL/AFP/Getty Images

Gläubig war Bob Dylan irgendwie schon immer — mal in der einen, mal in der anderen Religion. Doch darum geht es nicht, als er am 27. September 1997 vor Papst Johannes Paul II. auftritt

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Echoes, Silence, Patience & Grace von den Foo Fighters anhören:

Mit seinem Gig vor Papst Johannes Paul II. löst Bob Dylan im September 1997 einen ganz schönen Trubel aus. „Darf der das?“, lautet die allgegenwärtige Frage. „Nein“, finden zahlreiche Mitglieder der katholischen Kirche. Kardinal Joseph Ratzinger (später: Papst Benedikt XVI.) möchte den Auftritt sogar verhindern. Doch Dylan bahnt sich seinen Weg zum Häuptling und gibt in Anwesenheit von mehr als 300.000 jungen Katholiken Songs wie Knockin’ On Heaven’s Door, A Hard Rain’s A-Gonna Fall und Forever Young zum Besten. Der Papst hält anschließend ein flammendes Plädoyer für die katholische Kirche — und zitiert darin auch Dylans Songtexte.

„Du sagst, dass ‚blowin‘ in the wind’ die Antwort ist, mein Freund“, proklamiert das Kirchenoberhaupt in Dylans Richtung. „So ist es. Es ist aber nicht der Wind, der Dinge davonträgt, sondern der Atem und das Leben des Heiligen Geistes. Die Stimme die ruft und sagt: ‚Komm!‘. Du fragst, wie viele Wege ein Mann gehen muss, bevor er zum Mann wird. Ich antworte: Es gibt für einen Mann nur einen Weg und das ist der Weg von Jesus Christus, der gesagt hat: ‚Ich bin der Weg und das Leben.‘“ Ob der Papst Dylans Fragen damit beantworten konnte, wissen wir auch nicht. Was wir allerdings wissen, ist, dass Dylans Auftritt beinahe nicht stattgefunden hätte.

Johannes’ Nachfolger Benedikt XVI. hat Einwände

„Es gab Gründe, skeptisch zu sein und das war ich“, schreibt Papst Benedikt XVI. in seinem Buch Johannes Paul II: Mein geliebter Vorgänger. 1997 heißt Benedikt noch Joseph Ratzinger und ist Kardinal. „In gewisser Weise bin ich auch heute [2007] noch skeptisch.“ So äußert der Rockmusikhasser in dem Buch seine Zweifel darüber, ob es richtig gewesen sei, den „sogenannten Propheten“ Dylan auf die Bühne zu lassen. 1997 möchte Kardinal Ratzinger das Konzert sogar aktiv verhindern und spricht sich gegen Dylans Auftritt aus. Zum Glück hat er damals noch nicht allzu viel zu sagen — und zum Glück sieht der amtierende Papst das Ganze ein wenig anders.

Dylan selbst erklärt in einem Newsweek-Interview, wie es um seine Religiosität bestellt ist: „Die Sache mit mir und der Religion ist die … Das ist die reine Wahrheit: Ich finde die Religiosität und Philosophie in der Musik. Ich finde sie nirgendwo anders.“ Immer wieder war es zu Verwirrung um Dylans Glauben gekommen, der zwar jüdisch aufwuchs, Ende der Siebziger aber unter großem Tamtam zum Christentum konvertierte. Später wendete er sich wieder davon ab. „Ich halte mich nicht an Rabbiner, Prediger, Evangelisten und all sowas“, versichert er. „Ich habe mehr durch die Lieder gelernt, als durch irgendeine Einrichtung. Die Lieder sind mein Lexikon und ich glaube ihnen.“

Dylan beim Papst: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe.“

Warum Dylan 1997 dennoch seine Chance ergreift und vor dem Papst auftritt, können wir nur erahnen. Die mediale Aufmerksamkeit wird sicher dazu beigetragen haben, denn nur wenige Tage später erscheint sein 30. Album Time Out Of My Mind. Doch auch der Spaß kommt nicht zu kurz: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe“, verrät er später in einem Interview mit dem Irish Sunday Mirror. Außerdem erklärt er: „Es gab Zeiten in meinem Leben, da konnte ich nur auf der Bühne glücklich sein.“ Touren falle ihm nicht schwer. „Viele Leute halten das Touren nicht aus, aber für mich ist das wie Atmen.“ Hoffentlich kommt er dabei nicht dem Atem des Heiligen Geistes in die Quere.

Aufnahmefehler und schlechte Verkaufszahlen: Die holprige Geschichte von Bob Dylans Debütalbum

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Popkultur

Pinke Stromgitarren für den Weltfrieden: Barbie And The Rockers

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Barbie And The Rockers

„"Blonde Haare, ein pinkes Traumhaus und ein noch pinkeres Cabrio: Seit mehr als sechs Jahrzehnten gehört Barbie zu den beliebtesten Spielzeugfiguren der Welt. Der erste Film mit der populären Puppe erschien am 27. September 1987 auf Videokassette. Der Name des Streifens: Barbie And The Rockers: Out Of This World. Ja, wirklich.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einen Ausschnitt aus Barbie And The Rockers anschauen:

Ihr habt richtig gelesen: Mitte der Achtziger gründet Barbie ihre eigene Band. Der Hintergrund: Spielzeughersteller Mattel möchte dem Konkurrenzprodukt Jem And The Holograms aus dem Hause Hasbro etwas entgegensetzen und schickt Barbie in die Welt der Krachmusik. „Barbie And The Rockers“ heißt die neue Reihe; in Europa erscheint sie unter dem Namen „Barbie And The Rock Stars“. E-Gitarren, ein Drumkit, sogar eine Bühne: Kinder, die mit der blonden Puppe Rock’n’Roll spielen möchten, haben ab 1985 die freie Wahl. Und nicht nur das: Die lautstarke Spielzeugreihe läutet auch Barbies Filmdebüt ein. Am 27. September 1987 erscheint die allererste Fernsehsendung der Puppe auf Videokassette.

Zugegeben, die Handlung von Barbie And The Rockers: Out Of This World klingt ein wenig albern. In dem Film wird Barbie aufgrund ihrer weltweiten Berühmtheit zur Botschafterin für den Weltfrieden ernannt. Als die Gruppe ihre Welttournee beendet hat, sagt Barbie, sie habe etwas ganz Besonderes geplant, das „nicht von dieser Welt“ sei. Selbst ihre Band weiß noch nicht, worum es geht. Eines Tages bekommt Barbie eine Einladung von der Weltfriedensorganisation. Zu ihren Ehren soll ein Ball veranstaltet werden. Sie bittet Ken darum, sie zu begleiten, und geht mit ihren Freundinnen shoppen. Auf dem Ball verkündet Barbie dann die große Neuigkeit: Sie möchte mit ihrer Band ein Konzert im Weltall geben.

Barbie And The Rockers: Soundtrack von den Beatles und Lovin’ Spoonful

Anfangs sind ihre Bandmitglieder wenig begeistert von der Idee, stimmen aber schließlich zu. Später fliegt die Rockgruppe mit einem pinken Space Shuttle zum „Interstar Amphitheater“, wo sie von einem Herrn namens Dr. Leonard begrüßt wird. Ein kleines Publikum wartet auch schon auf die Rockerinnen. Der anschließende Auftritt von Barbie und Co. wird weltweit im Fernsehen übertragen und die Band stellt sogar einen neuen Song vor, den sie extra für die Show geschrieben hat. Zum Schluss der Show erklärt Barbie, dass dies der erste Tag des Weltfriedens sei, und dass es nicht der letzte sein wird, wenn alle das genug wollen. Leichte Kost, also. Für den Soundtrack des Streifens covert Barbie unter anderem die Beatles und Lovin’ Spoonful.

Heute gibt es unzählige Barbie-Filme; ein weiterer soll nächstes Jahr anlaufen. Falls wir euch mit unserem Artikel angefixt haben, müssen wir euch allerdings enttäuschen: Barbie And The Rockers: Out Of This World ist ausschließlich auf gebrauchten Videokassetten und einigen wenigen DVDs erhältlich. Einer Neuauflage scheinen vor allem die Coversongs im Weg zu stehen, die für eine erneute Veröffentlichung noch einmal lizensiert werden müssten. Vielleicht klappt das ja eines Tages. Es wäre sogar ein Box-Set möglich. Mit Barbie And The Sensations: Rockin’ Back To Earth gibt es nämlich noch eine Fortsetzung von Barbies Rockstar-Abenteuern. Im Sequel kehrt die Puppe mit ihrer Band auf die Erde zurück — und steckt auf einmal im Jahr 1959 fest. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Popkultur

Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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