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Popkultur

„Imagine“: Wie der kontroverse Song von John und Yoko zur Friedenshymne wurde

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John Lennon
Foto: Peter Fordham © Yoko Ono Lennon

Es gibt einen Song, der Millionen von Menschen in schwierigen Zeiten inspiriert und tröstet: Imagine von John Lennon und Yoko Ono.

Hier könnt ihr das Album Imagine hören:

Auch große Musiker*innen erinnern sich in solchen Momenten oft an den Song. Als Stevie Wonder im August 2018 während eines Konzertes in Atlanta vom Tod von Senator John McCain erfuhr, spielte er spontan eine wunderschöne Version von John Lennons Meisterwerk aus dem Jahr 1971. Direkt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war der Song zwar aus dem Radio verbannt worden, aber Neil Young erkannte seine Kraft und sang ihn bei dem Gedenkkonzert America: Tribute To Heroes. Coldplay spielten eine Version nach den Anschlägen von Paris im Herbst 2015 und im Nachgang der Auseinandersetzungen um Nordkorea 2018 spielte eine koreanische Musikgruppe den Song bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele.

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von Martin Chilton

“Eine Marketingkampagne für den Frieden”

Lennon beschrieb Imagine als eine Marketingkampagne für den Frieden und es ist nicht verwunderlich, dass diese bewegende Hymne für Menschen, die sich nach Harmonie und Frieden auf der Welt sehnen, ein wahrer Leuchtturm ist. Imagine entstand während des Vietnamkrieges, im März 1971, und hat sich zu einem ewigen Protestsong und einem Symbol für die Hoffnung entwickelt.

Als seine Witwe Yoko Ono Anfang September 2018 gemeinsam mit ihrem Sohn Sean Lennon im New Yorker Central Park auftrat, um eine Ehrenbriefmarke des US Postal Service zu Ehren des verstorbenen Beatle zu feiern, sprach sie auch über den Song Imagine, der übrigens in der offiziellen Phonographic Performance Limited Liste gestreamter Songs noch vor allen Beatles-Songs landet.

Was macht Imagine zu so einer großartigen Aufnahme? Schon mit den ersten Klavierakkorden ruft der Song eine starke Gefühlsreaktion hervor. Und auch die Produktion ist sehr intelligent: Gemeinsam haben John, Yoko und der Maestro, Phil Spector, alles aus John Lennons nachdenklicher, verletzlicher Stimme herausgeholt. Die unauffällig schönen Streicher – geschrieben von Lennon, orchestriert von Torrie Zito und gespielt von The Flux Fiddlers – tragen ihren Teil dazu bei, dass dieser Song der absolute kreative Höhepunkt der professionellen Partnerschaft zwischen John und Yoko wurde.

Ein Liebeslied and die Menschlichkeit

Inspiriert wurde Imagine von einem Gedicht von Yoko Ono, das 1964 in ihrem Buch Grapefruit erschien. In Cloud Piece schrieb sie: “Imagine the clouds dripping, dig a hole in your garden to put them in.” Lennon sagte später: “Imagine sollte Lennon/Ono zugeschrieben werden. Ein großer Teil davon – die Textzeile und das Konzept – stammten von Yoko. Aber damals war ich zu egoistisch und ein Macho. Ich habe ihren Beitrag verschwiegen, aber die Idee kam aus dem Buch Grapefruit.”

Die erste Zeile dieses Liebeslieds an die Menschlichkeit lautet “Imagine there’s no heaven” – seinerzeit eine Provokation, denn damit stellte der Mann, der in der Vergangenheit schon gescherzt hatte, dass die Beatles “populärer als Jesus” waren, die organisierte Religion direkt in Frage. Der Song fordert die Zuhörer*innen weiterhin auf, sich die Welt ohne Besitztümer, ohne Religion und sogar ohne Nationen vorzustellen, also ohne etwas, “für das man töten oder sterben” würde.

Imagine ist die Essenz der Philosophie von Lennon und Ono an einem wichtigen Punkt in ihrem Leben, nämlich, als die Frischvermählten ihre Weltsicht nach außen kommunizieren wollten. Das Album Imagine erschien nach einer turbulenten Phase, in der Lennon und Ono eine Reihe von Protesten in ihrem Bett, sogenannte Bed-ins veranstaltet und damit weltweit für Aufsehen gesorgt hatten. Außerdem hatte das Paar Coventry Cathedral besucht und dort an einer Stelle, die während des Zweiten Weltkriegs bombardiert worden war, als Zeichen für den Frieden Eicheln eingepflanzt.

Ivor Sharp © Yoko Ono Lennon

“John war ein sehr religiöser Mensch”

Dieser Blick nach draußen auf die Welt wurde allerdings mit einer erfrischenden Entdeckungsreise nach innen ergänzt. Mitte bis Ende der 1960er Jahre hatten Lennons psychedelischen Experimente ihn dazu veranlasst, nach anderen Methoden Ausschau zu halten, sein Bewusstsein zu erweitern – darunter auch das Studium der transzendentalen Meditation bei Maharishi Mahesh Yogi in Rishikesh, Indien, wo die Beatles sich 1968 aufhielten. Aber Lennon, der ewig Suchende, wäre niemals mit nur einer Methode zufrieden gewesen, wie Yoko es später ausdrückte: “John war ein sehr religiöser Mensch, er gehörte nur keiner Konfession an.” Er hatte schon den Unmut der amerikanischen Christ*innen auf sich gezogen, die nach seiner Bemerkung über die Beliebtheit von Jesus sogar Beatles-Alben öffentlich verbrannten. Und als dem Maharishi Fehltritte vorgeworfen wurden, verließ Lennon das Ashram auf schnellstem Wege.

“Das Christentum hat viele positive Elemente, aber man muss sich mit den Grundlagen beschäftigen, und mit den Grundlagen fernöstlicher Religionen, und sie dann selbst miteinander verknüpfen”, führte Lennon später aus. In dem Song God sang er: “I just believe in me/Yoko and me/And that’s reality”. Der Song erschien 1970, als Yoko sich ihres Philosophiestudiums bediente, um den Ex-Beatle zu therapieren. Nach diesen eher informellen Sitzungen nahmen John und Yoko an Primärtherapiekursen des Psychologen Arthur Janov teil. Die Ergebnisse kann man auf dem ebenfalls 1970 erschienenen Album John Lennon/Plastic Ono Band hören – ein rohes, kathartisches Album, das die Klarheit der Gedanken, die für Imagine nötig war, überhaupt erst möglich gemacht hat.


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john Lennon - Imagine
John Lennon
Imagine
Ltd. Col. 2LP, LP, CD

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Das Album Imagine, auf dem sich auch der sehr politische Song Gimme Some Truth befindet, war eine Einladung, sich das Unmögliche vorzustellen; ein Appell an die Menschen, spirituelle Einigkeit zu zeigen und den durch Religionen und Nationen verursachten Spaltungen abzuschwören. Es war auch ein Abbild von Lennons Gemütszustand zu der Zeit. Drummer Alan White erinnert sich, dass die Stimmung sehr warmherzig war und sich alle im Studio gut verstanden: “John Lennon freute sich sehr darüber, wie das Album sich entwickelte. Darum war er bester Laune.”

“Wir tragen die Fackel”

Am 5. Dezember 1980 gab John Lennon sein letztes Interview. Er sprach mit Jonathan Cott vom Rolling Stone. Über seinen einflussreichen Song sagte er: “Wir waren nicht die ersten, die gesagt haben, stellt Euch vor, wie es ohne Nationen wäre oder ‘give peace a chance’, aber wir tragen diese Fackel wie das olympische Feuer und geben sie weiter, von einem Träger zum nächsten, von einem Land, von einer Generation – und das ist unsere Aufgabe. Nicht einfach so zu leben, wie irgend jemand anderes meint, dass es richtig ist – reich, arm, glücklich, unglücklich, lächelnd, nicht lächelnd, mit der richtigen Jeans oder einer falschen.”

Das Album wurde im Februar, Mai und Juli 1971 eingespielt und es gibt sogar Aufnahmen, auf denen Lennon verschiedene Versionen des Songs am Klavier ausprobiert und es auf unterschiedliche Art und Weise singt.

Zu Beginn der Arbeit an Imagine war der Song “ohne Melodie” geplant, wie ein “Kinderreim für ein Spiel”. Als John die endgültige Version im Studio finalisierte, war Bass von dem alten Beatles-Kompagnon Klaus Voormann dazugekommen, sowie Schlagzeug und ein Streicherarrangement.

“Wir müssen über Gewalt in der Gesellschaft reden”

Bei der Veröffentlichung sagte Lennon, dass die Welt sich zu sehr auf Unwichtiges konzentrierte und “worüber wir wirklich reden müssen, ist die Gewalt in unserer Gesellschaft”. Nach Johns Ermordung im Dezember 1980 erreichte die Single Platz eins der Charts und stieg nochmal in die britischen Charts ein, nachdem Emeli Sandé für die Olympischen Spiele 2012 in London eine Coverversion aufgenommen hatte. Auch heute noch ist der Song ein fester Bestandteil der Neujahrsfeierlichkeiten auf dem New Yorker Times Square.

Imagine wurde mit Streichern hübsch verpackt, aber wenn man die Orchestrierung wegnimmt, dann ist das Konzept dahinter immer noch radikal und revolutionär – oder, wie Lennon es ausdrückte: “Es ist ein Held der Arbeiterklasse mit Zuckerguss”. Yokos Aussage, “all diese Instruktionen sind dafür gedacht, wie die Menschen die Ewigkeit verbringen sollen, denn wir haben sehr viel Zeit” war wohl eine Vorahnung. Jahrzehnte nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung ist dieses Meisterwerk der Popmusik und Paradebeispiel für Schlichtheit weiterhin eine Quelle der Inspiration für Menschen aller Ethnien und Religionen und bietet den Hörer*innen einen kurzen Moment der Hoffnung in einer chaotischen Welt – besonders mit diesen schönen Lyrics:

You may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope some day you’ll join us
And the world will be as one

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5 Wahrheiten über John Lennons “Imagine”

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Popkultur

Zeitsprung: Am 21.1.1984 erscheint das Debüt von Bon Jovi.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 21.1.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Als Jon Bon Jovi 1980 in einem Aufnahmestudio in Manhattan arbeitet, kennt ihn noch kein Mensch. Zwar verschickt der damals 17-jährige bereits fleißig Demobänder, doch Amerikas Plattenfirmen möchten nichts von ihm wissen. Erst als Runaway im Radio gespielt wird, erlangt der junge Rockmusiker lokale Berühmtheit und veröffentlicht wenig später sein erstes Album.

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Hört hier in Bon Jovi rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Einige von uns werden das kennen: Während seiner Jugend findet John Bongiovi deutlich mehr Gefallen an der Musik als an der Schule. So schwänzt er regelmäßig den Unterricht, um in lokalen Bands spielen zu können, zum Beispiel mit seinem Cousin Tony Bongiovi. Der betreibt zu jener Zeit das Aufnahmestudio The Power Station in Manhattan, wo er mit Künstlern wie Aerosmith, den Ramones, Gloria Gaynor, den Talking Heads und früher sogar mit Jimi Hendrix arbeitet.

Im Alter von 16 Jahren beginnt John in den Clubs seiner Heimatstadt New Jersey aufzutreten. Weil er keine zusätzlichen Finanzspritzen aufgrund herausragender schulischer Leistungen zu erwarten hat, heuert er ein Jahr später in der Power Station an. Zunächst wischt er dort die Böden, doch als Produzent Meco 1980 an seinem Star Wars Christmas Album arbeitet, schlägt Tony seinen kleinen Cousin als Sänger für den Song R2-D2 We Wish You A Merry Christmas vor — Bon Jovis erste Aufnahme unter eigenem Namen.



Zeitgleich verschickt der junge Rocker unermüdlich Demoaufnahmen an Plattenfirmen, stößt allerdings überall auf Ablehnung. Für Aufwind sorgt erst sein Stück Runaway, den er gemeinsam mit Songschreiber George Karak verfasst und mit professionellen Studiomusikern aufnimmt. Dazu gehören der heutige Bon Jovi-Bassist Hugh McDonald, Sessiongitarrist Tim Pierce (später unterwegs mit Rick Springfield), Keyboarder Roy Bittan aus Springsteens E Street Band und Drummer Frankie LaRocka. Diesen ersten Erfolge mit Runaway verdankt Jon nicht zuletzt seiner eigenen Initiative. So marschiert der junge Musiker 1982 ohne Ankündigung in die Zentrale des Radiosenders WAPP und überreicht DJ Chip Hobart ein Demo mit dem Stück. Der Titel landet in der Heavy Rotation und öffnet einige Türen.

Das erste Line-up von Bon Jovi: 1983, Baby!

1983 ergattert Bon Jovi so einen Plattenvertrag mit Mercury Records und stellt eine Band zusammen. Zu der gehört anfangs auch Gitarrist Dave „The Snake“ Sabo, der später als Gründer der Hardrocker Skid Row in Erscheinung tritt. Er bleibt nur kurz an Bord, an seine Stelle tritt Richie Sambora, der für die nächsten 30 Jahre ein geniales Songwriting-Duo mit dem Sänger bildet. Keyboarder David Bryan und Schlagzeuger Tico Torres komplettieren das Line-Up und gehören bis heute zur Mannschaft, Bassist Alec John Such bleibt bis 1994. Auf den Bandnamen kommt eine Mitarbeiterin von Manager Doc McGhee, womit der ursprüngliche Plan – Johnny Electric – zu den Akten gelegt wird. Ist vielleicht besser so. Aus John Bongiovi wird spätestens hier dann auch Jon Bon Jovi.



Am 21. Januar 1984 schließlich erscheint das langersehnte Debüt Bon Jovi. Aus der Veröffentlichung gehen mit Runaway, Burning For Love und She Don’t Know Me drei Singles hervor. Bei letzterem handelt es sich um den einzigen Bon Jovi-Studiotrack auf allen offiziellen Alben, der kein Coversong ist und den Jon nicht selbst geschrieben oder mitgeschrieben hat. Die Nummer stammt vom US-amerikanischen Songwriter Mark Avsec und wurde auf Betreiben des Labels aufgenommen.



Runaway schafft es jetzt bis in die Top 40 der Single-Charts, das Album selbst erreicht Rang 43 – kein schlechtes Ergebnis für einen Einstand. Es folgen weltweite Tourneen, zum Beispiel als Vorgruppe für die Scorpions in Nordamerika und für Kiss Europa. Die Verkaufszahlen können sich sehen lassen, doch der ganz große Durchbruch mit dem dritten Album Slippery When Wet lässt noch zwei Jahre auf sich warten. „Wir waren damals nicht gut“, räumt Frontmann Bon Jovi mehr als 20 Jahre später in einem Interview ein. „Das waren wir bis zu unserem dritten Album nicht, aber wir hatten einen Schlagzeuger, der den Takt halten kann. Das sollte man nie als selbstverständlich ansehen. Für einen 22-Jährigen habe ich mich ganz gut geschlagen.“

Die drei Singles: nur eine davon läuft noch im Radio

Den Takt halten Bon Jovi bis heute. Millionen verkaufter Platten, ausverkaufte Stadionkonzerte und Airplay bis zum Abwinken stehen für sich. Zwar hat das Debüt einer der größten Rockgruppen der Welt ein wenig an Reiz verloren, zumindest im Schatten der späteren Megaseller wie New Jersey. Doch mit Bon Jovi haben Bon Jovi den Weg Richtung Rockolymp angetreten.

Zeitsprung: Am 19.9.1988 erscheint „New Jersey“ von Bon Jovi

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Popkultur

Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

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Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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Rockbands mit Orchester: 10 Musiker*innen und Bands, die mit der Klassik gemeinsame Sache machten

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Popkultur

Stadionhymnen vom Strand: 20 Jahre „Auswärtsspiel“ von den Toten Hosen

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Die Toten Hosen
Foto: Danny Gohlke/Bongarts/Getty Images

Als Die Toten Hosen 2002 ihr neuntes Album Auswärtsspiel veröffentlichen, hat die Band bereits 20 Jahre auf dem Buckel. Diese Erfahrung hört man den Düsseldorfern an: Mindestens vier Songs von der Platte zählen heute zu den „Greatest Hits“.

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von Timon Menge

2001 haben sich Die Toten Hosen längst an der Spitze der deutschsprachigen Musikbundesliga etabliert. Stadionkonzerte in ganz Deutschland, Europa und sogar auf Kuba begeistern das Publikum; im Sommer steht die Band hierzulande als Vorgruppe von den mächtigen AC/DC auf den größten Bühnen. Vier Nummer-eins-Alben haben die Hosen zu der Zeit bereits im Rücken, 2002 soll das fünfte folgen: Auswärtsspiel.

Die Toten Hosen Auswärtsspiel Album Cover

Für das Cover lassen sich Die Toten Hosen während ihres Kuba-Aufenthalts in einem Meerwasserfreibad in Havanna ablichten. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt die Musiker, wie sie in der südamerikanischen Abenddämmerung einen Steg auf dem Meer entlanglaufen. Nicht die schlechteste Kulisse. Im Booklet gibt es viele weitere Fotos aus der Zeit der Hosen in Kuba.

Songwriting im Sonnenschein

Anschließend mieten die Hosen ein Haus auf Ibiza, um sich ganz auf ihre neue Platte konzentrieren zu können. Die Sonne Spaniens scheint die Kreativität zu beflügeln, denn während der Auswärtsspiel-Entstehungsphase schreiben Campino und Co. mehr als 75 Songs. Das ist Stoff für gut fünf Alben, doch die Band wählt die 15 besten Stücke aus und begibt sich für die Aufnahmen nach Avinyonet de Puigventós in Katalonien.

20 Jahre Tote Hosen

Als das Album am 21. Januar 2002 erscheint, haben Die Toten Hosen gleich zwei Dinge zu feiern: Zum einen die Veröffentlichung der Platte, zum anderen ihr 20-jähriges Jubiläum, denn der Startschuss für die Gruppe fiel 1982. Auf die Frage, wie es ihm damit geht, antwortet Sänger Campino 2002 in der Viva-Sendung Interaktiv: „Ich hab kaum was gemerkt in der Zeit. Die Hälfte habe ich vergessen, weil ich früher sowieso immer benebelt war. Dann waren es nur noch zehn Jahre.“

Nicht schlimm, zehn Jahre kann man auch gut feiern, und die Fans feiern mit: Auswärtsspiel steigt auf Platz eins der deutschen Albumcharts ein, später kassieren die Hosen drei goldene Schallplatten und einmal Platin.

Auch die Hit-Dichte dürfte zum Erfolg des Albums beigetragen haben: Mit Was zählt, Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)!, Nur zu Besuch und Steh auf, wenn du am Boden bist enthält Auswärtsspiel mindestens vier Songs, die es bei vielen Hosen-Konzerten zu hören gibt, auch wenn keine der Singles die Top Ten erreicht.

Generell überraschend: Den Hosen gelingen im Verlauf ihrer Karriere bloß zwei deutsche Nummer-eins-Hits: Zehn kleine Jägermeister (1996) und Tage wie diese (2012).

Fußball als Martyrium?

Im Titeltrack von Auswärtsspiel geht es um das nicht immer einfache Dasein als Fußball-Fan, wie Campino zu jener Zeit in einem Interview mit dem Münchner FHM Magazin berichtet: „Du entscheidest dich einmal in deinem Leben für ein Team, und das ist es dann in der Regel auch. Wenn du erst einmal Fan von einem Team geworden bist, dann kannst du, egal wie schlecht es spielt, nicht einfach mit einer Mannschaft Schluss machen, wie du es vielleicht mit deiner Freundin tun würdest, nur weil sie dir auf die Nerven geht.“ Soso.

Wieder auf Tour

Ihre eigenen Auswärtsspiele bewältigen die Hosen nach der Albumveröffentlichung: Mehr als siebzig Konzerte geben die Musiker, die meisten davon in ausverkauften Hallen. Auch bei Festivals in ganz Europa und in Buenos Aires legen die Düsseldorfer einen Halt ein. Mehr als eine halbe Millionen Zuschauer*innen sehen die Band im Laufe des Jahres. Genug haben die Hosen natürlich noch lange nicht: Mit ihrer anschließenden Platte Zurück zum Glück legen Punkrocker nochmal eine kräftige Schippe drauf.

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Die Toten Hosen verkünden Tourdaten für 2022!

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