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Popkultur

Zeitsprung: Am 27.9.2005 erscheint „Prairie Wind“ von Neil Young.

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Foto: Cover

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 27.9.2005.

von Timon Menge und Christof Leim

Neil Young hat im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere alle möglichen Stilrichtungen durchprobiert, von Folk über Rock bis hin zu Soul. 2005 besinnt er sich auf seinen Hang zur Countrymusik und veröffentlicht mit Prairie Wind ein Album, das sich unter anderem mit seinem sehr unangenehmen Thema beschäftigt: der eigenen Sterblichkeit.

Hier könnt ihr euch das Album anhören:

Country konnte Young ja auch in jüngeren Jahren schon. 1972 veröffentlicht er Harvest, 1992 dessen inoffiziellen Nachfolger Harvest Moon. 2005 schlägt er mit Prairie Wind erneut akustische Töne an und zeigt sich von seiner ruhigeren Seite. Kein Wunder, denn das Jahr gestaltet sich traurig für die Folk-Legende: In der ersten Jahreshälfte muss sich Young einer Operation unterziehen, weil er an einem Hirn-Aneurysma leidet; im Juni stirbt sein Vater Scott Young. 

Neil Young und seine „Nahtod-Platte“

Beide Themen beschäftigen den Musiker auf Prairie Wind. Teilweise widmet er das Album der Krankheitsgeschichte und dem Ableben seines Vaters, teilweise setzt er sich mit Themen wie Verlust, Liebe und dem Leben nach dem Tod auseinander. Auch den Terroranschlag vom 11. September 2001 verarbeitet Young auf Prairie Wind, genauso wie die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Sterblichkeit. 

So beginnen noch während der Aufnahmen die ersten Behandlungen zur Vorbereitung seiner Hirnoperation. Der US-Musikjournalist Robert Christgau bezeichnet das Album sogar als „eine dieser Nahtod-Platten“, neben Werken wie Time Out Of Mind von Bob Dylan (1997) und American VI: Ain’t No Grave von Johnny Cash (2010).

Live-Mitschnitte gibt es auch

Die Aufnahmen von Prairie Wind gehen in der Country-Metropole Nashville über die Bühne. Am 18. und am 19. August 2005 spielt Young die Songs von seinem neuen Album zum ersten Mal live, ebenfalls in Nashville. Mitschnitte dieser beiden Konzerte kann man sich in der Dokumentation Neil Young: Heart Of Gold von Jonathan Demme anschauen. 

Muss 2005 traurige Themen verarbeiten: Neil Young – Foto: George Pimentel/WireImage/Getty Images

Nach Veröffentlichung am 27. September landet Prairie Wind auf Platz elf der US-Charts, 72.000 Exemplare gehen über die Ladentheke. Dafür gibt es 2006 eine Goldene Schallplatte, außerdem folgen zwei Grammy-Nominierungen: einmal für das „Best Rock Album Of The Year“ und einmal für die „Best Rock Solo Performance“ für den Song The Painter. Die ganz großen Erfolge fährt Prairie Wind zwar nie ein, aber das Album steht der Diskografie von Neil Young sehr gut zu Gesicht.

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