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Popkultur

Back to the garden: 6 Beweise für die Einzigartigkeit von Woodstock

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Foto: Three Lions/Getty Images

50 Jahre liegt der definierende Moment der Gegenkultur nun schon zurück. Warum Woodstock auf ewig das ultimative Musikereignis bleiben wird, veranschaulichen diese unglaublichen Geschichten aus dem ebenso unglaublichen Sommer 1969.

Björn Springorum

Irgendwie scheint es so, als wäre im Sommer 1969 ausgerechnet Bob Dylan der einzige Mensch aus der sogenannten Gegenkultur gewesen, der keinen Bock auf Woodstock hatte. Und das – Ironie an – obwohl er in Woodstock wohnte! Statt „3 Days of Peace & Music“ floh Dylan überstürzt nach England, um beim deutlich kleineren Isle of Wight Festival sein Comeback zu geben. Dylan eben. Der Rest der Welt hingegen, Künstler*innen wie Fans, folgte dem Ruf nach Bethel. Drei Tage Frieden, Schlamm und Musik im Beisein vieler heute legendärer Interpret*innen, das wollten sich rund eine halbe Million Besucher*innen nicht entgehen lassen. Woodstock war für die einen der Höhepunkt der Hippie-Kultur. Und für die anderen schon der Anfang vom Ende. So oder so: Diese sechs Geschichten beweisen, dass es ein Festival wie Woodstock sehr wahrscheinlich nie wieder geben wird.

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Seid spontan!

Heutige Festivals sind durchgeplanter und straffer organisiert als der Kalender eines Top-Managers. Jede Band bekommt eine minutengenaue Spielzeit, alles ist so effizient und durchgetaktet, dass man sich manchmal fragt, wo die Freiheit des Rock‘n‘Roll geblieben ist. In Woodstock gab es diese Freiheit noch. Weil hunderttausende Hippies aus allen Himmelsrichtungen mit Autos, Bussen oder zu Fuß gen Bethel pilgerten, war die gesamte Gegend um das Festival ein einziger Superstau. Sweetwater, die das Festival eröffnen sollten, steckten hoffnungslos fest. Also schickte man kurzerhand Richie Havens auf die Bühne – nur aus dem Grund, weil er der einzige war, der dafür bereit war. Sein Set wurde legendär. Und nur das erste von vielen weiteren spontanen Änderungen im Ablauf.

Foto: Three Lions/Getty Images

Unvergessen in diesem Zusammenhang natürlich auch der berauschte Auftritt von John Sebastian (The Lovin‘ Spoonful). Der war gar nicht vorgesehen, wurde aber zufällig hinter der Bühne entdeckt und musste eine weitere Lücke im Chaos der Veranstaltung füllen. Später sagte er, er sei so high gewesen, dass er nicht ablehnen konnte, und stolperte in seinem wilden Batik-Look auf die Bühne. Er wies das Publikum an, sich zu lieben und später ein wenig Müll mitzunehmen – und wurde frenetisch gefeiert.

Seid geduldig!

Woodstock ist die Mutter aller Festivals. Alles – von der PA über die Sicherheitskonzepte bis hin zur Verpflegung und den Toiletten – war damals ein einziger Präzedenzfall für das, was danach kommen sollte. Entsprechend viel ging schief: Den Veranstaltern ging die Kohle aus, um die Bands zu bezahlen; vor den lächerlichen 600 Toiletten bildeten sich stundenlange Schlangen, schon am ersten Tag ging den Händlern das Essen aus. Ein besonders notorischer Hot-Dog-Stand entschloss sich aufgrund des Andrangs dazu, die Preise zu vervierfachen. Die Hippies machten kurzen Prozess und brannten den Stand einfach ab. Friedlich natürlich, wahrscheinlich auch mit einem kleinen Tanz ums Feuer.

Foto: John Dominis/The LIFE Picture Collection via Getty Images

Das Erstaunliche daran ist eigentlich nur, dass keine Panik ausbrach. Man wartete eben aufs Essen – oder erleichterte sich auf einem nahen Feld. Das Getreide, so munkelte man in Bethel, soll im darauffolgenden Jahr ganz wunderbar gediehen sein. Kleiner Nachtrag: Als Anwohner*innen in der Umgebung davon Wind bekamen, dass das Essen knapp wurde, wurden tausende Sandwiches, Konservendosen oder Wasserflaschen gespendet und via Armee-Helikopter eingeflogen. Die Luftbrücke der Hippie-Generation!

Seid nett zueinander!

Natürlich braucht ein Festival dieser Größenordnung ordentlich Security. Und im Gegensatz zum Altamont, das im Dezember 1969 ausgerechnet Hell‘s Angels als Sicherheitspersonal einsetzte (mit bekannt tragischem Ausgang), entschieden sich die Woodstock-Veranstalter, eine Kommune aus New Mexico anzuheuern, die unter dem Namen „The Please Force“ für Sicherheit sorgte. Oder zumindest für ordentlich Humor, denn ihr als Wavy Gravy bekannte Anführer lief in einem Smokey-Bear-Kostüm durch die Gegend und drohte Querulanten damit, eine Torte ins Gesicht zu pfeffern. Darüber hinaus rührten sie tonnenweise Müsli an und gaben es an der Bühne kostenlos aus. Damit wäre dann auch der Ursprung des despektierlichen Begriffs „Müslifresser“ endgültig geklärt.

Seid aufmerksam!

Der Löwenanteil der Woodstock-Performer hat seinen Platz im Thronsaal des Rock‘n‘Roll seit jenem schicksalhaften August 1969 sicher. Das ist insofern erstaunlich, als dass viele der heutigen Legenden erst aus dem Schlamm geboren wurden. Klar, Joan Baez, The Who und Janis Joplin kannte man schon; Santana, Richie Havens, Joe Cocker oder Melanie wurden aber einzig und allein durch ihre Anwesenheit auf der Woodstock-Bühne zu international gefeierten Superstars. Sie gingen als relativ unbekannte Künstler*innen auf die Bühne – und verließen sie als Rockstars. So etwas gab es seither nicht wieder.

Foto: Baron Wolman/Getty Images

Seid andächtig!

Dass in Woodstock Geschichte geschrieben wurde, bezweifeln wohl selbst die Kritiker des Festivals nicht. Seit 2017 ist das Epizentrum der Hippie-Wallfahrt auch ganz offiziell Teil der amerikanischen Geschichte: Aufgenommen ins National Register of Historic Places, nimmt es zwischen bedeutenden Orten wie dem Grab Martin Luther Kings oder Alcatraz seinen rechtmäßigen Platz in der US-amerikanischen Geschichte ein. Davon ist Wacken noch ein ganzes Stück entfernt…

Und vor allem: Seid nicht zu früh weg!

Von all den ikonischen Woodstock-Auftritten ist der von Jimi Hendrix wohl der legendärste. Und zugleich der mit der niedrigsten Zuschauerzahl. Als es Hendrix gegen neu Uhr morgens am Montag, den 17. August 1969, endlich auf die Bühne schaffte, spielte er gefühlt für mehr Abfall als Menschen. Nur noch ungefähr 25.000 Zuschauer*innen, so schätzte man, waren dabei, als er mit seiner unsterblichen Version von The Star-Spangled Banner in die Annalen einging. Schwacher Trost: Der Verkehr bei seiner Abreise dürfte nicht mehr ganz so desaströs gewesen sein.

1969 – das Jahr, das die Musikwelt völlig veränderte

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Popkultur

Zeitsprung: Am 24.5.1974 erscheint „Diamond Dogs“ von David Bowie.

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Diamond Dogs

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 24.5.1974.

von Timon Menge und Christof Leim

Mit seinem achten Studioalbum Diamond Dogs hat David Bowie am 24. Mai 1974 eine seiner wechselhaftesten, aber auch interessantesten Platten veröffentlicht. Als eine der Vorlagen dient der berühmte Roman 1984 von George Orwell. Ein paar Kompromisse musste Bowie allerdings eingehen.

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Hört hier Diamond Dogs:


Als David Bowie Anfang 1974 zu seinem achten Wurf ansetzt, liegt die Beerdigung seiner wohl bekanntesten Kunstfigur Ziggy Stardust gerade einmal ein halbes Jahr zurück. Für Diamond Dogs kramt der britische Musiker den Charakter schon wieder hervor, wenn auch unter dem Namen Halloween Jack. Zumindest sind optische Ähnlichkeiten nicht von der Hand zu weisen. Die Geschichte beginnt allerdings bei einer der berühmtesten Dystopien aller Zeiten.



Heute wissen wir: George Orwells Jahrhundertwerk 1984 wurde von der Realität in vielerlei Hinsicht nicht nur ein-, sondern sogar überholt. Zu Beginn der Siebziger treibt David Bowie eine Begeisterung für den gesellschaftskritischen Roman um, sogar auf die Bühne möchte er das Buch bringen. Weil er nicht die nötigen Rechte dazu erhält, setzt er auf einen alternativen Plan und will das fremde Material mit seinen eigenen Vorstellungen einer postapokalyptischen Welt verschmelzen. Das Ergebnis: Songtitel wie 1984 oder Big Brother. Später mischt er die Ideen dann doch mit thematisch weiter gefassten Entwürfen, wodurch sich das Album zu einer komplexen und bunt gemischten Sache entwickelt.

Bowie während der Tour zu Diamond Dogs im Juni 1974 – Pic: Promo/MainMan

Auf der Plattenhülle sieht man Bowie als Fantasiewesen, zur Hälfte Mensch, zur Hälfte Hund. Nach Erscheinen löst diese Zeichnung des belgischen Malers Guy Peellaert eine Kontroverse aus, denn öffnet man das komplette Cover, kommen in der Urfassung die Genitalien des Geschöpfes zum Vorschein. Das geht natürlich nicht, also wird das Album schnell wieder vom Markt genommen und die entsprechende Stelle übermalt. Heute wechseln Originalexemplare für mehrere Tausend Euro den Besitzer.



Musikalisch orientiert sich die Platte teilweise am Glam der vorherigen Kompositionen Bowies. Mit Songs wie Rock ‘n‘ Roll With Me, 1984 oder Sweet Thing/Candidate/Sweet Thing (Reprise) liefert der Ausnahmekünstler allerdings auch einen Vorgeschmack auf die kommenden Jahre. Für letzteres Lied bedient er sich erstmals der Cut-Up-Technik, die vor allem von Autor Williams S. Burroughs bekannt gemacht wurde. Bei dieser Methode werden Texte in ihre Bestandteile zerlegt, um sie anschließend neu zusammenzusetzen — ein Vorgehen, das Bowie weitere 25 Jahre begleiten soll und viele seiner Songs prägt.



Mit Diamond Dogs schafft Bowie gerade rechtzeitig den schrittweisen Absprung vom Glam Rock, der in den Jahren danach zu einer Talfahrt ansetzt, von der er sich nicht mehr erholt. Laut eigener Aussage handelt es sich bei Diamond Dogs um noch deutlich mehr, nämlich ein „sehr politisches Album. Mein Protest. Es entspricht mir mehr als all meine bisherigen.“ In den britischen und in den kanadischen Charts erreicht die Scheibe Platz eins, in den USA Platz fünf — zu jener Zeit Bowies Bestwert.

Zeitsprung: Am 12.11.1964 setzt sich David Bowie für den Schutz langhaariger Männer ein.

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„The Wall“ als Film: Roger Waters’ holpriger Weg ins Kino

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Pink Floyd spielen "The Wall"
Foto: Rob Verhorst/Redferns/Getty Images

Als Pink Floyd im Jahr 1979 ihr monumentales Konzeptalbum The Wall vorlegen, denkt Mastermind Roger Waters schon längst über eine Verfilmung der Geschichte nach. Genau dazu kommt es wenig später auch — allerdings auf großen Umwegen, mit viel Streit und einem enttäuschenden Ergebnis.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch The Wall von Pink Floyd anhören:

Mitte der Siebziger hängt der Haussegen bei Pink Floyd mächtig schief. Frontmann Roger Waters reißt Stück für Stück die kreativen Belange an sich, Gitarrist David Gilmour fühlt sich deshalb übergangen. Keyboarder Richard Wright kommt ohnehin zu kurz, doch die Schuld dafür gibt sich der typische Klassenstille später selbst. Als sich die Musiker auch noch um Tantiemen streiten und Gilmour zum ersten Mal Papa wird, übernimmt Waters noch mehr künstlerische Kontrolle. Quasi im Alleingang schreibt er das Konzeptalbum The Wall, das eine Kette von Ereignissen nach sich zieht. Da wären zum Beispiel der Rauswurf von Keyboarder Wright oder die aufwändige The Wall-Tour. Waters hat mit der Platte aber noch etwas anderes vor: Er möchte die Geschichte als Film auf die große Leinwand bringen.

The Wall: ein autobiografisch angehauchtes Meisterwerk

Die Handlung von The Wall lässt tief in Waters’ eigene Biografie blicken: Rockmusiker Pink leidet unter dem Tod seines Vaters im Zweiten Weltkrieg, unter seiner überfürsorglichen Mutter und unter seinem Dasein als Rockstar, der sich zunehmend von seinem Publikum isoliert fühlt — genau wie Waters während der ersten Pink-Floyd-Stadion-Shows im Rahmen der In The Flesh-Tour. Auch Schulprobleme aus der Kindheit und schwierige Liebesbeziehungen machen Pink zu schaffen. So demütigt ein Lehrer ihn zum Beispiel, indem er Pinks Gedichte laut vor der Klasse vorliest. Später findet der Rockstar heraus, dass ihn seine Frau betrügt und versucht, den Schmerz mithilfe eines Groupies und schließlich mit Drogen zu bekämpfen. Jede Enttäuschung sorgt für „another brick in the wall“, die Pink um sich errichtet. Am Ende laufen all seine negativen Erfahrungen zusammen.

Einen Film plant Waters schon vor der Produktion des Albums. Live-Aufnahmen sollen darin vorkommen, genauso wie Animationen aus dem Pinsel von Gerald Scarfe, der schon die LP von The Wall gestaltete. Auf dem Regiestuhl sollen Alan Parker und Michael Seresin sitzen, Waters möchte als Pink vor die Kamera treten. Doch dann kommt alles anders: Waters eignet sich nicht als Schauspieler, stattdessen übernimmt Boomtown-Rats-Frontmann Bob Geldof die Rolle. Der erzählt seinem Manager im Taxi noch, wie bescheuert er den Film findet — nicht wissend, dass Roger Waters’ Bruder am Steuer des Wagens sitzt. Live-Mitschnitte von Pink Floyd ergeben nach Waters’ Ausscheiden aus dem Cast keinen Sinn mehr, Seresin verlässt das Projekt daraufhin komplett. Übrig bleiben Parker, Waters und Scarfe. Harmonisch verläuft die Zusammenarbeit der Drei allerdings nicht …

Viel Ego, viel Film

Immer wieder geraten Musiker Waters, Regisseur Parker und Animateur Scarfe aufgrund ihrer Egos aneinander. Parker beschreibt den Filmprozess sogar als „eine der schlimmsten Erfahrungen meines kreativen Lebens“. Scarfe wiederum gibt in einem Interview mit dem Pink-Floyd-Magazin Floydian Slip zu Protokoll, er habe während der Dreharbeiten stets eine Flasche Whiskey im Gepäck gehabt. „Ich saß gegen neun Uhr morgens in meinem Auto und hatte eine Flasche Jack Daniel’s auf dem Beifahrersitz“, so Scarfe. „Ich trinke nicht viel, aber damals musste ich morgens einen Schluck nehmen, weil ich wusste, was auf mich zukam, und dass ich mich in irgendeiner Weise stärken musste.“ Roger Waters selbst genießt die Arbeit am The-Wall-Film auch nicht gerade, bezeichnet sie aber schlicht als „sehr zermürbende und unangenehme Erfahrung“.

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Die Premiere des Streifens geht am 23. Mai 1982 in Cannes über die Bühne, drei Wochen später folgt die Erstaufführung in London. David Gilmour und Nick Mason erscheinen als Gäste, Geldof und Scarfe lassen sich die Premiere natürlich ebenfalls nicht entgehen — genauso wenig wie Pete Townshend von The Who, Roger Taylor von Queen und Sting von The Police. Richard Wright bleibt wegen seines Rauswurfs zuhause. Zwölf Millionen US-Dollar kostet der The-Wall-Film unterm Strich, fast das Doppelte spielt er ein. Eigentlich handelt es sich bei dem Streifen also um einen Erfolg, doch Roger Waters ist nicht zufrieden. „Ich war am Ende ein bisschen enttäuscht“, verrät er 1988 in einem Interview. „Ich habe keinerlei Sympathie für den Hauptcharakter empfunden. Der Film war so ein Feuerwerk für die Sinne, dass ich als Zuschauer gar keine Chance hatte, mich richtig darauf einzulassen.“

„Was zum Teufel war das?“

Regie-Legende Steven Spielberg soll ein wenig direktere Worte gefunden haben und nach der Premiere in Cannes gefragt haben: „Was zum Teufel war das denn?“ The-Wall-Regisseur Parker behauptet später, dass ihn diese Reaktion gefreut habe: „In der Tat, ‚Was zum Teufel war das?‘ Niemand hatte so etwas bisher gesehen — eine wilde Mischung aus Live-Action, Storytelling und Surrealismus.“ Heute hat die The-Wall-Verfilmung ihren festen Platz in der Popkultur, nicht zuletzt aufgrund der charakteristischen Animationen von Scarfe. Zu den Sternstunden der Pink-Floyd-Geschichte zählt der Streifen aber sicher nicht.

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Die Alben von Pink Floyd im Ranking — die besten Platten der Prog-Legenden

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„Keeper Of The Seven Keys: Part I“: Als Helloween den Power Metal erfanden

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Helloween
Foto: Paul Natkin/Getty Images

Ursprünglich als Doppel-LP gedacht, veröffentlichen Helloween am 23. Mai 1987 den ersten Teil ihrer Keepers Of The Seven Keys-Saga. Die Schwelle zum Erfolg rückt näher, alle Zeichen stehen auf Durchbruch. Der große Knall gelingt der Band zwar erst ein Jahr später mit Part II — doch Part I sowie die Rekrutierung von Sänger Michael Kiske markieren wichtige Grundsteine für den jahrzehntelangen Erfolg der Hamburger.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Keeper Of The Seven Keys: Part I von Helloween anhören:

Als Helloween am 23. Mai 1987 ihr zweites Album Keeper Of The Seven Keys: Part I auf die Öffentlichkeit loslassen, steht die Band an einem Wendepunkt: Mit Walls Of Jericho hatte die Gruppe 1985 ein vielbeachtetes Debütalbum vorgelegt, mit Keeper Of The Seven Keys: Part II wird den Hamburgern 1988 der ganz große Durchbruch gelingen. Part I ebnet zwischenzeitlich den Weg dorthin. Doch was hat sich im Hause Helloween vom Debüt bis zu Keeper Of The Seven Keys: Part I eigentlich verändert?

„So anders als die letzte ist die Platte im Grunde genommen gar nicht“, findet Gitarrist Michael Weikath im Frühjahr 1987 in einem Interview mit dem deutschen Metal Hammer. So ganz recht hat er damit nicht: Nach ihrem ersten Album nehmen Helloween nämlich einen entscheidenden Personalwechsel vor — und holen Sänger Michael Kiske an Bord.

Kai Hansen: „Ich bin eher ein Schreihals.“

Dass Gitarrist Kai Hansen seinen Posten am Mikrofon räumt, liegt hauptsächlich daran, dass er sich als Sänger nicht wohlfühlt; vor allem das gleichzeitige Gitarrespielen ist ihm nicht geheuer. „Ich habe mich nie wirklich als Sänger gesehen“, verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine. „Ich bin eher eine Art Schreihals. Außerdem hat mir die Disziplin gefehlt. Saufen und Rauchen machen die Stimme nicht besser.“

Als Gitarrist rückt Hansen auf Keeper Of The Seven Keys: Part I in den Vordergrund, weil sein Sechs-Saiten-Kollege Michael Weikath wegen Krankheit nur sporadisch an den Sessions teilnehmen kann. Dadurch entsteht zum Beispiel der legendäre Song Future World, den Helloween als einzige Single von Part I auskoppeln. Auch das Stück Halloween stammt aus Hansens Feder. Untätig bleibt Weikath natürlich trotzdem nicht.

Mit A Tale That Wasn’t Right steuert der Gitarrist eine Ballade für die Ewigkeit bei, auch an Follow The Sign schreibt er mit. Freshman Michael Kiske komponiert das Stück A Little Time und leistet damit ebenfalls einen Beitrag zu der historischen Errungenschaft, die man Keeper Of The Seven Keys: Part I im Allgemeinen nachsagt: die Erfindung des Power Metal.

Klassischer Heavy Metal, unfassbare Geschwindigkeiten, symphonische Elemente, epische Texte: Wenn es um Drachen, Zauberer und jede Menge Doublebass geht, ist das Wörtchen „Power“ im Metal nicht weit. „Mir kam es damals nicht so vor, als hätten wir etwas großartig Neues geschaffen“, erinnert sich Kai Hansen im ClassicRock-Interview. „Niemand konnte damals etwas mit dem Begriff Power Metal anfangen, für uns war das einfach nur Heavy Metal. Das ist es auch heute noch. Was zum Teufel soll Power Metal denn sein?“

Keeper Of The Seven Keys: Part I — ein Überraschungserfolg

Eigentlich hätten Helloween Part I und Part II der Keepers Of The Seven Keys-Saga lieber als Doppel-LP veröffentlicht, doch bei einer Newcomer-Band möchte die Plattenfirma Noise Records vermutlich lieber auf Nummer sicher gehen. Wer hätte schließlich geahnt, dass Helloween heute zu den größten Namen der Krawallmusik-Szene zählen würden und dass ausgerechnet der Doppelschlag Keeper Of The Seven Keys: Part I und II so sehr dazu beitragen würden.

Schon kurz nach der Veröffentlichung landet Part I unverhofft auf Platz 15 der deutschen Albumcharts. „Dass wir in die normalen Charts kommen, das hat wirklich keiner von uns erwartet“, erzählt Gitarrist Weikath im MetalHammer-Interview. Mit Part II gelingt sogar der Sprung auf Platz fünf. „Ich frage mich wirklich, wo denn eigentlich die Leute sitzen, die das alles kaufen. Da scheint es wesentlich mehr von zu geben, als ich angenommen hatte.“ Gut so!

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Zeitsprung: Am 29.8.1988 erscheint „Keeper Of The Seven Keys: Part II“ von Helloween.

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