Join us

Popkultur

Zeitsprung: Am 1.10.1977 gibt es Star Wars unter der Discokugel.

Published on

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 1.10.1977.

von Timon Menge und Christof Leim

Wenn Darth Vader die Tanzschuhe auspackt, ist selbst Disco nicht mehr peinlich. Am 1. Oktober 1977 landet der US-amerikanische Posaunist und Musikproduzent Meco mit seinem Krieg der Sterne-Medley den größten Hit seiner Karriere — und erreicht Platz eins der Billboard-Charts.


Hört hier in Music Inspired By Star Wars And Other Galactic Funk rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Als George Lucas’ Krieg der Sterne im Jahr 1977 zum ersten Mal über die Leinwand flimmert, steht Posaunist und Musikproduzent Domenico Monardo vorne in der Schlange vor der Kinokasse. Noch am Premierentag kauft er sich ein Ticket — und nicht das letzte. Das legendäre Weltraumabenteuer gefällt ihm so gut, dass er sich den Film noch zehn weitere Male anschaut. Der Streifen fasziniert Monardo nicht nur aufgrund der bahnbrechenden Ästhetik. Es ist vor allem der berühmteste aller Filmsoundtracks aus der Feder von Hollywood-Komponist John Williams, der ihn begeistert. Zwar glaubt er nicht daran, dass die Interpretation des London Symphony Orchestra ein kommerzieller Erfolg werden kann, wittert allerdings eine Chance.



Schnell brütet Monardo, der sich als Künstler bloß Meco nennt, eine Idee aus. Schließlich schreiben wir das Jahr 1977: Was zu jener Zeit veröffentlicht wird, muss auch in einer Discoversion erscheinen. (Worauf die Rockwelt übrigens mit Aktionen wie der „Disco Demolition Night“ reagiert.)). Meco besucht einen Kumpel bei Casablanca Records, damals Label-Heimat von Donna Summer und den Village People, aber auch von Kiss. Dort erhält er umgehend grünes Licht für seinen Plan. Das Ergebnis: das Album Music Inspired By Star Wars And Other Galactic Funk, das Meco und seine Band in nur drei Wochen einspielen.



Als in den Folgejahren Blockbuster wie Unheimliche Begegnung der dritten Art und Der Zauberer von Oz erscheinen, geht er ähnlich vor. Im Jahr 1982 veröffentlicht er Pop Goes The Movies, eine Verneigung vor diversen Filmsoundtracks. Für seine Star Wars-Hommage greift er 1977 allerdings besonders tief in die Trickkiste. So baut Meco nicht nur Chewbaccas Wookie-Gebrüll ein, sondern verschafft dem kleinen Roboter R2-D2 sogar ein eigenes Solo. Darüber hinaus spielt der musikalische Collagenbauer viele Leitmotive aus Krieg der Sterne ein, wie zum Beispiel den imperialen Marsch, der im Film immer dann ertönt, wenn Darth Vader oder der Todesstern im Bild zu sehen sind.



Besondere Aufmerksamkeit erhalten Figrin D’an And The Modal Nodes, auch unter dem Namen Cantina Band bekannt. Die fiktiven Musiker fungieren in Krieg der Sterne als Hausband der Mos Eisley Cantina und lassen sich selbst durch einen per Laserschwert abgetrennten Arm nicht aus der Ruhe bringen. Meco und seine Band platzieren das Cantina Theme, das laut Wookieepedia eigentlich den Titel Mad About Me trägt, in ihrem Medley so prominent, dass sie die erste Singleauskopplung Star Wars Theme/Cantina Band nennen.

Der Erfolg gibt dem Musiker Recht: Die Single erreicht am 1. Oktober 1977 die Spitze der Billboard-Charts und ist somit sein größter Wurf. Das Album wird sogar für einen Grammy in der Kategorie „Best Pop Instrumental Performance“ nominiert. Den gewinnt allerdings ein anderer Komponist: John Williams, und zwar für die Originalmusik.



Das könnte dir auch gefallen:

Ikonische Album Cover im Star Wars Design

Animation wird Kunst – Die Geschichte des Kultfilms “Yellow Submarine“ und seines Soundtracks

Die musikalische DNA von Queen

Latest Music News

Don't Miss