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Popkultur

5 Dinge, die ihr über David Gilmour noch nicht wusstet

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David Gilmour
Foto: Neil Lupin/Redferns/Getty Images

David Gilmour hat das Gitarrenspiel auf ein neues Level gehoben und mit Pink Floyd Musikgeschichte geschrieben. Er durfte die Mondlandung musikalisch untermalen und seine Songs wurden im Weltall gespielt. Wir haben fünf Dinge über den Briten herausgefunden, die ihr möglicherweise noch nicht wisst.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Yes, I Have Ghosts von David Gilmour anhören:

1. David Gilmour hatte eine Sammlung von weit mehr als 100 Gitarren — und seine allererste gehörte ihm eigentlich gar nicht.

Dass die sechssaitige Sammelwut bei gut betuchten Gitarrist*innen gerne mal ausufert, wissen wir. Auch David Gilmour besaß bis 2019 weit mehr Instrumente, als für den normalen Hausgebrauch nötig gewesen wären. Aber davon kann beim ehemaligen Pink-Floyd-Gitarristen ja auch keine Rede sein. Vor nicht ganz zwei Jahren hat der Brite alle Gitarren aus seinem Bestand für stolze 21.500.000 Millionen US-Dollar versteigert und den Erlös an die Klimaschutz-Organisation ClientEarth gespendet. Unter den verkauften Instrumenten befanden sich ein paar echte Raritäten, wie zum Beispiel die Fender Stratocaster mit der Nummer 0001, die er für mehrere Aufnahmen nutzte und 2004 für das Fender-Konzert The Strat Pack spielte.

Seine erste eigene Gitarre erhält Gilmour, als seine Eltern ihm im März 1967 eine weiße Fender Telecaster zu seinem Geburtstag schenken — so lautet zumindest die offizielle Version der Geschichte. Geübt hat er zu diesem Zeitpunkt aber schon reichlich — und zwar auf der Gitarre, die er sich als 13-Jähriger von einem Nachbarn ausgeliehen hat. Und die hat er wohl nie zurück gegeben.

2. Vor seiner Zeit bei Pink Floyd arbeitete er als Model — aber nur ganz kurz.

Vor seiner Zeit als Gitarrist einer der größten Rockbands des Planeten (und des Weltraums, aber dazu gleich mehr) stand es oft nicht gut um David Gilmours wirtschaftliche Verhältnisse. So bricht er im August 1965 mit seinem Studienkumpel und Pink-Floyd-Gründungsmitglied Syd Barrett auf und startet eine Europa-Reise als Straßenmusiker. Die beiden (und noch ein paar Freunde) geben Songs der Beatles zum Besten und verdienen sich damit ihre Brötchen. Das klappt mal mehr und mal weniger gut. In Saint-Tropez werden die Musiker für eine Befragung verhaftet; später sorgt ihre Mittellosigkeit dafür, dass Gilmour wegen Unterernährung im Krankenhaus landet.

Nach einer Weile verschlägt es das Duo nach Paris, wo Gilmour und Barrett eine Woche lang in einem Zelt vor der Stadtgrenze übernachten und Ausflüge in die Stadt unternehmen. Gilmour arbeitet anschließend in ganz unterschiedlichen Jobs, unter anderem als Assistent und Fahrer des Londoner Modedesigners Ossie Clark, einer der wichtigsten Figuren der Swinging-Sixties-Szene. Zu jener Zeit modelt er auch gelegentlich — aber nur, um den Kühlschrank vollzubekommen. „Es stimmt, aber diese Model-Geschichte wurde überproportional aufgeblasen“, steht dazu auf der Website des Briten.

3. David Gilmour hat Kate Bush entdeckt.

Kate Bush kennen wir heute alle. Im Alter von 19 Jahren landet sie mit Wuthering Heights als erste Frau einen selbstgeschriebenen Nummer-eins-Hit in Großbritannien; auch Running Up That Hill und Babooshka hat wirklich jeder schon einmal gehört. Für Alben wie Hounds Of Love (1985) hat die Engländerin reichlich Gold und Platin kassiert, doch wo nahm die Karriere der heute 62-Jährigen eigentlich ihren Anfang? Ihr ahnt es: David Gilmour hat damit gar nicht so wenig zu tun, denn er war derjenige, der die allerersten Demoaufnahmen von Bush finanzierte. Damit bewarb sich die Songschreiberin im Anschluss erfolgreich bei der Plattenfirma EMI und veröffentlichte 1978 ihr Debütalbum The Kick Inside.

4. Die erste Pink-Floyd-Liveplatte Delicate Sound Of Thunder war das erste Album, das im Weltraum gespielt wurde.

Als Pink Floyd 1987 ihr Album A Momentary Lapse Of Reason veröffentlichen, hat die Gruppe einen wilden Ritt hinter sich. Kreativkopf und Songschreiber Roger Waters hat die Band unter viel Getöse verlassen, Gilmour übernimmt fortan die Führung und übt großen Einfluss auf all das aus, was unter dem Banner Pink Floyd passiert. 1988, also mehr als 20 Jahre nach der Bandgründung, legen die Briten ihre allererste Live-Scheibe Delicate Sound Of Thunder vor und landen damit einen großen Erfolg.

Der Mitschnitt aus dem Nassau Coliseum auf Long Island (New York) enthält mit Shine On You Crazy Diamond, Time, Wish You Were Here, Money, Another Brick In The Wall (Part 2) und Comfortably Numb einige der wichtigsten Songs der Band, ob sie nun von Gilmour geschrieben wurden oder von Ex-Kollege Waters. Eine ganz besondere Ehre wird der Platte noch im November 1988 zuteil, als die beiden russischen Kosmonauten Sergei Krikalev und Alexander Volkov das Album mit an Bord der Raumschiffs Sojus 7K-ST nehmen. Beim Start sind David Gilmour und Pink-Floyd-Trommler Nick Mason natürlich dabei.

5. David Gilmour hebt gerne ab — nicht nur musikalisch.

Wenn David Gilmour gerade nicht auf der Bühne steht, kocht er leidenschaftlich gerne — und widmet sich seiner Leidenschaft für die Fliegerei. Die Liebe zur Luftfahrt führt sogar so weit, dass er das (inzwischen wieder verkaufte) Unternehmen Intrepid Aviation gründet. Dabei handelte es sich ursprünglich um ein Luftfahrtmuseum, in dem Gilmour seine Vintage-Flugzeugsammlung präsentieren konnte. Das Unternehmen erwirtschaftete sich aber auch einen Namen im Flugshow-Business und fungierte als Beraterfirma für Filmproduzent*innen.

So griff zum Beispiel auch Steven Spielbergs Team auf das Know-How von Gilmours Flugspezialist*innen zurück, als es die Weltkriegsserie Band Of Brothers (2001) produzierte. „Intrepid Aviation war eine Möglichkeit, mein Hobby ein wenig zu finanzieren“, gibt Gilmour später zu Protokoll. „Aber im Laufe der Jahre wurde die Firma zu einem Geschäft und ich musste plötzlich alles geschäftsmäßig angehen. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es gar kein Hobby mehr ist, sondern nur noch Business, also habe ich alles verkauft. Heute habe ich Intrepid Aviation nicht mehr. Nur noch einen schönen alten Doppeldecker, mit dem ich manchmal durch die Lüfte fliege.“

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