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Popkultur

Das sind die teuersten Gitarren der Welt

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Foto: Max Scheler/K & K/Redferns/Getty Images

1964er Stratocasters,1959 Les Paul Standards und einzigartige Custom-Modelle: Die folgenden Gitarren wären auch ohne ihre prominenten Vorbesitzer nahezu unbezahlbar.

 von Markus Brandstetter

Dadurch, dass die Instrumente aber von prägenden Protagonisten der Rockgeschichte gespielt wurden, steigerte sich ihr Wert nochmal um das Vielfache. Wir werfen einen Blick auf die teuersten Gitarren der Welt — und ihre Geschichte.

Platz 11: Jerry Garcias Custom Doug Irwin „Tiger“

1973 gab Jerry Garcia beim Gitarrenmacher Doug Irwin eine Custom-Gitarre in Auftrag. Garcia hatte zuvor bereits ein weiteres Instrument bei Irwin fertigen lassen – „The Wolf“. Garcia und Irwin arbeiteten gemeinsam an der perfekten Gitarre für den Grateful-Dead-Frontmann. Mit Erfolg: Die „Tiger“ war zehn Jahre lang – von 1979 bis 1989 – das Hauptinstrument des Musikers. Nach Garcias Tod entfachte ein Streit zwischen der Band und dem Gitarrenmacher um den Besitz der Gitarren. Garcia hatte sie in seinem Testament Irwin hinterlassen, die Band war jedoch der Meinung, dass die Instrumente prinzipiell Bandbesitz wären. Beide Parteien einigten sich schließlich darauf, dass Irwin einige legendäre Modelle (wie eben die Custommodelle „Tiger“ und „Wolf“) erhielt, der Großteil der Instrumente aber an die Band ging. Garcias „Tiger“ wurde 2002 für 957.000 Dollar (heute etwa umgerechnet 889.005 Euro) versteigert.

Platz 10: Eric Claptons Stratocaster „Blackie“

Eric Claptons schwarze Stratocaster „Blackie“ zählt zu den legendärsten Instrumenten des Blues-und-Rock-Veteranen. Die Geschichte der Hybrid-Gitarre: 1970 kaufte Clapton in einem Laden in Nashville sechs Stratocasters – für den Preis von 100 Dollar pro Stück. Drei davon verschenkte er an Freunde: Eine bekam George Harrison, eine Steve Winwood, eine Pete Townshend. Aus den restlichen Gitarren nahm sich Clapton das Beste raus und baute daraus „Blackie”. Die Gitarre wechselte 2004 für einen guten Zweck ihren Besitzer: Sie wurde für 959.000 Dollar (etwa 874.492 Euro) versteigert – eine Summe die Claptons Suchttherapiezentrum Crossroads zugute kam.

 

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Platz 9: Bob Dylans 1964 Stratocaster

Eines kann man wohl sagen: Folk-Purist*innen hassten im Jahr 1965 diese Gitarre wie keine andere. Das Instrument, das erst ein Jahr zuvor gebaut worden war, wurde von Bob Dylan auf dessen denkwürdigen Auftritt auf dem Newport Folk Festival 1965 gespielt. Dylan, zu dieser Zeit gegen seinen Willen zur Stimme einer Generation erklärt, hatte zu diesem Zeitpunkt keine Lust mehr auf Protestsongs und wandte sich dem Rock’n’Roll zu. Das sorgte bei vielen Fans und Mitstreiter*innen für blankes Entsetzen – und brachte Dylan so einiges an Buhrufen und Widerstand ein. Apropos einbringen: Die Gitarre wurde für 950.000 Dollar (umgerechnet etwa 866.238 Euro) verkauft.

Platz 8: Keith Richards 1959 Les Paul Standard

Zu sagen, 1959 wäre bei Les Paul ein guter Jahrgang gewesen, wäre eine schiere Untertreibung. Paulas aus dieser Ära sind auch ohne prominenten Vorbesitzer höchst gefragt und nicht gerade kostengünstig. Wenn das Instrument allerdings Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards gehörte, steigert das den Wert dann doch nochmal deutlich. Die Gitarre (die ein markantes Bigsby-Tremolo besitzt) ist noch dazu historisch: Richards spielte sie beim ersten Stones-Auftritt in der Ed-Sullivan-Show im Jahr 1964. 2003 wurde sie versteigert – für eine Million Dollar (heute umgerechnet rund 911.830 Euro).

Platz 7: Gibson 1958 Korina Explorer

Die Explorer aus dem Hause Gibson, Baujahr 1958,  ist nicht nur ein zeitloser Klassiker sondern hatte auch prominente Vorbesitzer. So wurde sie von Rick Nielsen von Cheap Trick, Kirk Hammett von Metallica und Slash von Guns N’ Roses gespielt. Die 1958 Korina Explorer wurde für 1,1 Millionen Dollar (umgerechnet etwas über eine Million Euro) versteigert.

Übrigens scheint auch James Hetfield eine Korina Explorer aus dem selben Jahr zu besitzen:

Platz 6: Jerry Garcias Doug Irwin „Wolf“-Gitarre

Als Jerry Garcias Custom-Gitarre 2002 versteigert wurde, brachte sie noch deutlich weniger ein als eine andere Gitarre aus dem Arsenal des Grateful-Dead-Masterminds: nämlich 789.500 Dollar (rund 719.818 Euro). 2017 wurde sie erneut versteigert – diesmal für sage und schreibe 1,9 Millionen Dollar (etwa 1,7 Millionen Euro).

Platz 5: Bob Marleys Washburn 22-Series Hawk

Eigentlich hat man ja eher eine rote Gibson Les Paul im Kopf, wenn man an Bob Marley denkt.  Es war allerdings eine Washburn-22-Series Hawk aus dem Besitz des Reggae-Musikers, die den vierten Platz der teuersten Gitarren aller Zeiten belegt. Die Gitarre soll von der jamaikanischen Regierung für einen geschätzten Preis von 1,2 bis zwei Millionen Dollar gekauft worden sein. Die Gitarre wurde außerdem zum jamaikanischen nationalen Kulturgut erklärt.

Platz 4 (2): “Greenie” 1959 Les Paul

Metallica-Fans kennen Greenie nur zu gut: Denn die legendäre Les Paul wurde 2014 von Metallica-Leadgitarrist Kirk Hammett erworben – für zwei Millionen Dollar (etwa 1,8 Millionen Euro). Ursprünglich hatte die Gitarre Fleetwood-Mac-Gründer Peter Green gehört, ehe sie in die Hände des 2011 verstorbenen Bluesgitarristen Gary Moore wechselte und von ihm ausgiebig gespielt wurde.

 

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Super stoked for the Peter Green tribute Feb 25th !!! #petergreen #greeny ⚡️🎸⚡️ 📸photo by @ohalfin 📸

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Platz 4: Jimi Hendrix’ 1968er Stratocaster

Gleichauf mit Greenie liegt eine Strat von Gitarrenlegende Jimi Hendrix aus dem Jahr 1968. Beim Modell im Farbton Olympic White handelt es sich nicht um irgendeine Strat aus dem Besitz von Hendrix: Es war jene Gitarre, die Hendrix in Woodstock spielte. 1998 wurde sie für zwei Millionen Dollar versteigert.

Platz 3: John Lennons Gibson J-160-E

Platz drei der teuersten Gitarren geht an eine Akustikgitarre – allerdings nicht an irgendeine. John Lennon hatte im September 1962 im Liverpooler Rushworth’s Music House eine Gibson J-160-E-Akustikgitarre gekauft – für damals 162 Pfund. 53 Jahre war sie dann schon etwas mehr wert: die Gitarre, die Lennon unter anderem bei den Aufnahmen zu Please Please Me und With The Beatles spielte, wurde für 2,41 Millionen Dollar versteigert.

 Platz 2: „Reach Out To Asia”-Stratocaster

Bis 2019 war die „Reach Out To Asia”-Stratocaster viele Jahre die teuerste Gitarre aller Zeiten. Gebaut wurde die Gitarre von Fender für Bryan Adams „Reach Out To Asia”-Charityprojekt das Geld für die Opfer des Tsunamis im indischen Ozean 2004 sammeln sollte. Dafür ließ Adams prominente Kollegen auf die Gitarre ihre Signatur setzen: Jimmy Page, Eric Clapton, David Gilmour, Tony Iommi und andere unterschrieben die Gitarre. Schließlich wurde die Gitarre bei einer Auktion versteigert – und brachte stolze 2,7 Millionen Dollar (etwa 2,4 Millionen Euro) ein.

Platz 1: David Gilmours schwarze 1969 Stratocaster

2019 versteigerte Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour im New Yorker Auktionshaus Christie’s rund 120 Gitarren. Mit dabei: Gilmours ikonische 1969er-Stratocaster. Dass diese Gitarre nicht unbedingt für einen Pappenstiel den Besitzer wechseln würde, war abzusehen – schließlich war die Strat lange Zeit eine von Gilmours Hauptgitarren und ist auf etlichen Pink-Floyd-Alben der 1970er-Jahre zu hören. Schlussendlich ging sie für einen Rekordpreis von 3.975.000 Dollar (umgerechnet rund 3.624.166 Euro) über die Ladentheke – umgerechnet rund 3,6 Millionen Euro. Es war an diesem Tag nicht die einzige von Gilmours Gitarren, die einen Millionenbetrag erzielte: Seine Stratocaster aus dem Jahr 1954 erzielte über 1 Millionen Dollar, seine Martin D-35 Nazareth Akustikgitarre brachte über 1.095.000 Dollar (rund 998.453 Euro).

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