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Popkultur

Alle Beatles-Alben im Ranking: Das sind die besten Platten der „Fab Four“

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The Beatles
Foto: SeM/Universal Images Group via Getty Images

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Die Alben der Beatles von „nicht ganz so gut“ nach „ausgezeichnet“ zu ordnen, ist fast unmöglich. Wir haben das Experiment gewagt und versucht, die Platten der Band in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Ihr stimmt unserer Liste zu? Super! Ihr seid anderer Meinung? Auch super! Lasst hören.

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von Timon Menge

13. Yellow Submarine (1969)

Der Soundtrack zum Beatles-Zeichentrickfilm Yellow Submarine ist in unserer Auflistung nicht zuletzt deshalb das Schlusslicht, weil einige der Songs auf dieser Compilation vorher bereits in anderen Zusammenhängen erschienen sind. Das gilt nicht nur für den Titeltrack, sondern auch für Eleanor Rigby, die es beide schon auf Revolver (1966) zu hören gab. Darüber hinaus gibt es auf der Platte nicht viel neues Material — und wenn doch, weiß es kaum zu überzeugen. Unser Anspieltipp: Hey Bulldog aus der Feder von John Lennon und Paul McCartney.

12. Magical Mystery Tour (1967)

Magical Mystery Tour erschien in Großbritannien ursprünglich nur als Doppel-EP, wurde aber nachträglich in die offizielle Diskografie der Beatles gemogelt. Dementsprechend kurz soll das Album hier abgehandelt werden: I Am The Walrus zeigt Humor, auf der B-Seite finden sich großartige (aber eben bereits erschienene) Singles wie Hello, Goodbye, Strawberry Fields Forever, Penny Lane und All You Need Is Love. „Nice to have“ für eingefleischte Fans, aber in der Liste gehen wir lieber schnell weiter.

11. Beatles For Sale (1964)

Auf Beatles For Sale ist der Name Programm: Als die „Fab Four“ das Album aufnehmen, haben sie bereits drei Platten, einen nervenaufreibenden Film und endlos viele Konzerte auf der ganzen Welt auf dem Buckel. Im Studio sind John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr also ganz schön müde, nehmen aber dennoch ihre vierte Veröffentlichung innerhalb von zwei Jahren auf. Das sieht man nicht nur an den Gesichtern der vier Musiker auf dem Cover, sondern man hört es auch: Hier reihen sich Coverversionen neben eher unmotivierten Beatles-Songs ein. Mit Eight Days A Week enthält die Scheibe allerdings auch einen unsterblichen Hit.

10. Let It Be (1970)

Offiziell handelt es sich bei Let It Be um das allerletzte Album der Beatles; inoffiziell wurde das Album bereits vor Abbey Road (1969) aufgenommen. Dass ausgerechnet Let It Be zu der Platte wurde, die heute als letzte Momentaufnahme der Briten gilt, ist schade. Klar, mit Get Back, dem Titeltrack und The Long And Winding Road enthält das Finale einige unsterbliche Songs, für die sich niemand schämen muss. Es gibt auf Let It Be aber auch Stücke, die man lieber nie gehört hätte. (Pro-Tipp: Das Original wurde schlussendlich von Phil Spector produziert und klingt dementsprechend überladen. Wer Let It Be in seiner ursprünglicheren Form hören möchte, kann das auf Let It Be… Naked tun.)

9. With The Beatles (1963)

Jetzt dringen wir langsam in die Gefilde vor, in denen es echt schwierig wird, die Alben der Beatles gegeneinander aufzuwiegen. Die zweite Platte With The Beatles erscheint nur acht Monate nach dem Debüt Please Please Me (1963), enthält sechs Coverversionen, eine Komposition von Gitarrist George Harrison sowie sieben Songs von Lennon-McCartney. Qualitativ stimmt hier einiges, ob bei It Won’t Be Long, All My Loving oder Don’t Bother Me. Auch die Coverversionen gelingen den Beatles. Von ihren vorherigen Hit-Singles From Me To You, She Loves You und I Want To Hold Your Hand landet nicht eine einzige auf ihrer neuen Platte. Wer es sich erlauben kann … Aber besser wird es trotzdem noch.

8. Please Please Me (1963)

„One, Two, Three, Four!“ heißt es 1963 zu Beginn des allerersten Albums der Beatles, gefolgt von I Saw Her Standing There. Und danach weiß die Welt Bescheid: Diese vier Musiker werden die Popkultur umkrempeln. Nicht nur, dass die Beatles zum ersten Mal im großen Stil junge Musiker*innen dazu ermutigen, ihr eigenes Material zu schreiben. Nein, sie legen auch den Grundstein für Veränderungen in Literatur, Mode und Gesellschaft, die uns nachher Jahrzehnte lang begleiten sollen. Und all das, obwohl die Gruppe nichts weiter macht, als das Live-Set auf Platte aufzunehmen, dass sie sowieso dauernd in Liverpool spielt.

7. A Hard Day’s Night (1964)

Als Mitte 1964 der erste Kinostreifen der Beatles erscheint, schreiben die vier Musiker damit einmal mehr Rockgeschichte. Dienten Musikfilme bis dato vor allem dazu, mit einfachsten Mitteln mehr Platten zu verkaufen, hat A Hard Day’s Night tatsächlich so etwas wie eine Handlung. Ebenfalls bahnbrechend: Die Beatles spielen in dem Streifen nicht etwa fremde Rollen, sondern sich selbst. Das gleichnamige Album erscheint bloß vier Tage nach der UK-Premiere und enthält mit dem Titeltrack, And I Love Her und Can’t Buy Me Love (vorher bereits als Single erschienen) gleich mehrere Klassiker.

6. The Beatles (1968)

Während der Aufnahmen des „Weißen Albums“, wie The Beatles heute noch gerne genannt wird, haben sich die „Fab Four“ schon ganz schön in den Haaren. Ringo Starr verlässt die Gruppe zeitweise sogar, weshalb Paul McCartney zum Beispiel die Schlagzeugspuren für Back In The U.S.S.R. und Dear Prudence einspielt. Man könnte sagen: Obwohl John, Paul, George und Ringo zu jener Zeit keinesfalls am gleichen Strang ziehen, sondern eher in gegensätzliche Richtungen, erschaffen die vier Musiker mit diesem Doppelalbum eine Sammlung von weitestgehend hervorragenden Songs. Okay, zugegeben: Den Mitklatsch-Schlager Ob-La-Di, Ob-La-Da hätte sich Paul McCartney echt sparen können. Dafür gibt es auf der Platte aber auch Highlights wie While My Guitar Gently Weeps und Helter Skelter.

5. Help! (1965)

Was sich auf Beatles For Sale abgezeichnet hat, bahnt sich auf Help! weiter seinen Weg: Die Beatles sind mit dem Status als größte Band aller Zeiten völlig überfordert. Von allen Seiten werden die Musiker überrannt, ob von Fans, der Presse oder Mitarbeiter*innen des Musikgeschäfts. Mit Help! ruft John Lennon laut um Hilfe und man kann durchaus sagen, dass es der Band auf diesem Album zum ersten Mal gelingt, ihre Gefühlswelten in erwachsene, ausgereifte Songs zu verpacken. Das Ergebnis: Unsterbliche Nummern wie der Titeltrack, The Night Before, Ticket To Ride und vor allem Yesterday.

 4. Abbey Road (1969)

Abbey Road erscheint zwar vor Let It Be, doch es handelt sich hierbei um die letzten gemeinsamen Aufnahmen der Beatles. Die entstehen allerdings unter mehr als widrigen Umständen: Die Beatles sind zerstritten und raufen sich mit Mühe und Not für eine letzte Veröffentlichung zusammen. Und die hat es in sich: Mit Come Together, Something und Here Comes The Sun landen John, Paul, George und Ringo Hits für die Ewigkeit, mit I Want You (She’s So Heavy) leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Entstehung des Doom Metal und mit dem dazugehörigen Artwork, dass die Beatles auf dem Zebrastreifen der Abbey Road zeigt, liefern sie der Popkultur eines der ikonischsten und meistkopierten Motive aller Zeiten.

3. Rubber Soul (1965)

Mit Rubber Soul gelingt den Beatles Mitte der Sechziger ihr erstes vollständig rundes Meisterwerk. Ob Soulmusik, das swingende London oder der elektrisch spielende Bob Dylan: Die Beatles bedienen sich für ihre sechste Platte unterschiedlichster Einflüsse, schaffen damit eines der ersten richtigen Alben der Musikgeschichte (bis dato waren Alben vor allem Single-Sammlungen) und spornen auch Brian Wilson von den Beach Boys dazu an, mit Pet Sounds eins der legendärsten Werke des Pop zu schreiben.


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Mit Drive My Car zeigen die Beatles, dass sie zusammenspielen können wie ein Uhrwerk. Mit Norwegian Wood (This Bird Has Flown) hält die indische Musik Einzug in ihr Schaffen. Mit Girl entfernt sich die Band von ihren bisherigen Lalala-Liebesliedern und widmet sich auch der melancholischen Seite des größten aller Gefühle. Michelle gehört noch heute zum Standardrepertoire von Musiklehrer*innen. Und mit The Word unterstreichen die Briten dick und fett, worum es ihnen eigentlich geht: „Say the word and you’ll be free / Say the word and be like me / Say the word I’m thinking of / Have you heard the word is love?“. Spätestens mit diesem Album ist klar, dass die Beatles in der Welt der Popmusik den Ton angeben und dass man ihnen folgt.

2. Revolver (1966)

Wir sagen es gleich vorweg: Revolver liegt nur äußerst knapp auf dem zweiten Platz. Kein Wunder, denn künstlerisch packen die Beatles hier schon alles aus, was sie auf dem Kasten haben: psychedelische Sounds, den Einfluss Indiens, doppelspurige Gitarren, falsch herum abgespielte Tonbänder, Sound-Effekte und Geschwindigkeitsveränderungen gepaart mit einem Songwriting, das über jeden Zweifel erhaben ist. Ob nun der starke Opener Taxman von George Harrison, das melancholische Eleanor Rigby von Paul McCartney oder das Großexperiment Tomorrow Never Knows: Dieses Album zeigt die Beatles in Höchstform und man braucht mindestens zehn Durchläufe und wirklich gute Kopfhörer, um alle Details auf dieser Platte erfassen zu können. Gekrönt wird das Ganze durch ein rückwärts gespieltes Gitarrensolo bei I’m Only Sleeping, dem Dylan-beeinflussten And Your Bird Can Sing und dem Klassiker Yellow Submarine. Wow! Aber da kommt noch mehr …

1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

Wir haben lange mit uns gerungen und uns gefragt, ob Revolver oder Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band den ersten Platz dieser Auflistung belegen sollte. Wir haben uns für Variante zwei entschieden, denn was die Beatles auf Revolver begonnen haben, haben sie auf diesem Album perfektioniert. John, Paul, George und Ringo wissen vor den Aufnahmesessions ganz genau, dass sie nie wieder auf Tour gehen werden, weil ihnen die Beatlemania zu sehr zugesetzt hat. Das bedeutet auch, dass sie genau wissen, dass sie ihre Kompositionen nicht mehr live spielen müssen und sich im Studio nach Herzenslust austoben können. Mit George Martin haben die vier Musiker einen der fähigsten Produzenten ihrer Zeit an der Seite. Und um sich von allen Vorbelastungen zu lösen und den Kopf frei zu bekommen, gründen die Beatles einfach eine neue Band: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band.

Mit der gleichnamigen Platte schaffen die „Fab Four“ eins der ersten Konzeptalben der Geschichte und nehmen ein kleines Meisterwerk auf, das vom ersten bis zum letzten Ton funktioniert. Einzelne schwächere Songs verstecken sich darauf sicher auch, aber der Gesamtgenialität der Platte tut das keinen Abbruch. Was wollen wir an dieser Stelle reden … Über dieses Beatles-Album wurden ganze Bücher geschrieben und noch immer wurde nicht alles darüber gesagt. Lasst uns also machen, wofür Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band aufgenommen wurde: auflegen, einschalten, aufdrehen, zuhören.

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Kunstwerke für sich: Eine detaillierte Geschichte der Beatles-Albumcover

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Popkultur

„Der Triumph des Jazz“: Die musikalischen Einflüsse des Martin Luther King, Jr.

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Martin Luther King Jr.
Foto: Donald Uhrbrock/Getty Images

Am 15. Januar 2022 hätte die US-amerikanische Bürgerrechtsikone Martin Luther King ihren 93. Geburtstag gefeiert. Zu Ehren Kings möchten wir an dieser Stelle seine Verbindung zur Musikkultur ein wenig näher beleuchten.

von Markus Brandstetter

Die Bilder und Worte sind fest im kollektiven Bewusstsein verankert, selbst wenn man zu jener Zeit noch nicht auf der Welt war: Im August 1963 fanden sich über 200.000 Menschen in Washington, DC zum „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ (englischer Titel: March on Washington for Jobs and Freedom) zusammen.

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Vor dem Lincoln Memorial hielt Martin Luther King seine berühmte Rede, deren Worte „I have a dream“ in die Geschichte eingingen. Musik war (nicht nur) an diesem Tag ein wesentlicher Bestandteil der Proteste. Bob Dylan und Joan Baez traten auf, Peter, Paul & Mary, Odetta Holmes, Mahalia Jackson und der Eva Jessye Choir, auch Harry Belafonte war anwesend. Für King war Musik aber weit mehr als eine akustische Untermalung — er sah sie als Mittel zur Veränderung an — und, im Falle von Jazz, Triumph der Schwarzen — dazu später mehr.

Kings musikalischer Background

Für Martin Luther King, das schreibt der US-amerikanische Autor Alfonso Pollard in seinem Artikel The Extraordinary Influences of Dr. Martin Luther King, Jr., habe Musik seit seiner Kindheit eine bedeutende Rolle gespielt. Kings Mutter Alberta King spielte hier wohl die Schlüsselrolle: Sie war Chorleiterin und Organistin in der Ebenezer Baptist Church. Auch Kings spätere Ehefrau Coretta Scott, die er an der Universität kennenlernte, war Kirchenchorleiterin, außerdem Sopranistin und Multiinstrumentalistin.

Geht es nach Pollard, gab es in Kings musikalischer Sozialisation zwei große Säulen: die Gospelmusik zum einen, zeitgenössische Sängerinnen wie Mahalia Jackson, Sister Rosetta Tharpe, Nina Simone, Miriam Makeba zum anderen. Später wurde auch Jazz für ihn immer wichtiger — eine Musik, die er als „triumphal“ bezeichnete. Damit meinte er den Triumph der Afroamerikaner*innen über die Unterdrückung, über Ungerechtigkeit, Kummer, Tragödien.

Der Triumph des Jazz

1964 wurde King gebeten, die Eröffnungsrede auf dem JazzFest Berlin (damals „Berliner Jazztage“ genannt) zu halten. In seiner Rede sprach er über eben dieses Triumphale im Jazz: „Gott hat viele Dinge aus der Unterdrückung heraus geschaffen. Er hat seine Geschöpfe mit der Fähigkeit ausgestattet, zu erschaffen, und aus dieser Fähigkeit sind die süßen Lieder der Trauer und der Freude hervorgegangen, die es dem Menschen ermöglicht haben, mit seiner Umwelt und vielen verschiedenen Situationen zurechtzukommen. Der Jazz spricht für das Leben. Der Blues erzählt von den Schwierigkeiten des Lebens, und wenn man einen Moment nachdenkt, wird man feststellen, dass er die härtesten Realitäten des Lebens in Musik umsetzt, um dann mit neuer Hoffnung oder einem Gefühl des Triumphs wieder herauszukommen.“

„Die letzte Bastion des Elitismus“

Wie die Verbindung Kings zur klassischen Musik ist, ist indes nicht hinreichend beleuchtet. Der US-Dirigent Paul Freeman (1936-2015) berichtete einst in einem Interview von ein Zusammentreffen mit dem Bürgerrechtler. Als dieser ihn fragte, was er in Atlanta mache, erklärte ihm Freeman, er habe ein Engagement als Gastdirigent des Atlanta Symphony Orchestra. Die Antwort von King darauf kann als sozialkritisch bis sarkastisch gelesen werden: „Ah, die letzte Bastion des Elitismus! Glory, Halleluja!“ Freeman, dessen erklärte Mission es war, die Klassik (sowohl als Musiker*in als auch als Hörer*in) für alle zugänglich zu machen, sah dies aber nicht als Seitenhieb, sondern als Inspiration, sein Ziel zu verfolgen.

Nachzusehen ist dies in diesem Interview:

Wie wichtig King war, zeigen zahlreiche Tribute. Soul-Legende Stevie Wonder war ausschlaggebend dafür, dass Martin Luther Kings Geburtstag zum Feiertag erklärt wurde — und widmete ihm das Stück Happy Birthday. U2 schrieben Pride (In The Name Of Love) über ihn, James Taylor zollte ihm mit Shed A Little Light Tribut — und natürlich darf man Nina Simones Stück Why (The King Of Love Is Dead) nicht vergessen, dass sie drei Tage nach seinem Tod vorstellte.

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Zeitsprung: Am 15.1.1969 kehrt George Harrison zu den Beatles zurück.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 15.1.1969.

von Timon Menge und Christof Leim

Getrennte Wege gehen die Beatles erst zu Beginn der Siebziger, doch dicke Luft herrscht schon vorher. Die Musiker fühlen sich ausgelaugt, gemeinsamer Tatendrang bleibt die Ausnahme. Am 10. Januar 1969 verlässt George Harrison sogar die Band. Fünf Tage später kehrt er zurück — allerdings mit Forderungen…

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Hört hier in Let It Be rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Im Januar 1969 befinden sich die Beatles im Twickenham Studio in London und arbeiten an ihrer Platte Let It Be. Das White Album (1968) hallt noch nach, das Erscheinen von Yellow Submarine (1969) steht kurz bevor. Als die Band am Morgen des 10. Januar mit wenig Erfolg an den Songs Get Back und Two Of Us arbeitet, hat George Harrison die Nase voll. Er verlässt das Studio und lässt die anderen drei Musiker im Regen stehen. Nachdem sich McCartney, Lennon und Starr die erste Wut von der Seele gespielt haben, sagt Lennon trocken: “Ist er am Dienstag nicht zurück, holen wir Clapton.” Am 12. Januar treffen sich die Beatles bei Harrison zuhause, doch die Zusammenkunft verläuft alles andere als gut und endet von Harrisons Seite mit einem: “Man sieht sich.”

Einer der Gründe für Harrisons Abgang: Immer wieder geraten er und Paul McCartney aneinander. Harrison emanzipiert sich zu jener Zeit als Songschreiber und empfindet McCartney als zu dominant. In einem Interview mit dem Rolling Stone erzählt er: „Es ist mir immer sehr schwergefallen, beim Songwriting mitzumischen, weil Paul diesbezüglich sehr aufdringlich war. Wenn er meine Songs gespielt hat, lief das immer gut. Ich musste allerdings 59 seiner Ideen ausprobieren, bevor er sich meine überhaupt anhören wollte.“



Auch John Lennon und Harrison sind sich zu jener Zeit nicht grün. So stellt der britische Musikjournalist David Stubbs in einem Artikel für das Magazin Uncut die These auf, Harrison sei sogar noch genervter von Lennon als von McCartney, weil Lennon Probleme mit Harrisons wachsendem Einfluss auf das Songwriting gehabt habe. Nicht nur das: Lennons Beziehung zu Yoko Ono treibt einen Keil zwischen die beiden Beatles, die sich gerade erst richtig angefreundet hatten — vermutlich auch über ihre gemeinsame Vorliebe für LSD.

Außerdem stört Harrison sich daran, dass im Studio ein Film gedreht werden soll, obwohl die Beatles nur streiten. „Es kam vor der Kamera nie zum Eklat“, räumt er später ein. „Aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was das eigentlich soll.“ Er beschließt, die Band zu verlassen — ein Prozess, den auch Schlagzeuger Ringo Starr durchläuft, und zwar nur wenige Monate zuvor während der Sessions zum White Album.



Einige Tage nach Harrisons Abgang merken McCartney, Lennon und Starr endgültig, dass die Band nicht ohne den Gitarristen funktioniert. Die Musiker setzen ein Treffen für den 15. Januar an, und der verlorene Sohn taucht wieder auf — allerdings mit Forderungen. Harrison möchte im Gegensatz zu McCartney nach unfassbar vielen Konzerten nicht mehr live auftreten. Außerdem bittet er darum, das Studio zu wechseln. Die übrigen Bandmitglieder schlagen ein, die Beatles ziehen in die Apple Studios um und setzen den Aufnahmeprozess fort.


Die Symptome lassen sich durch die Veränderungen kurzzeitig bekämpfen, doch die Ursachen liegen tiefer. Trotz vorübergehender Wiedervereinigung kommt es langfristig zur Auflösung der Band. Vorher schließen die Briten die Aufnahmen des Albums Abbey Road ab, das durch diverse Umstände sogar noch vor Let It Be erscheint. Zur endgültigen Trennung kommt es im Frühjahr 1970, etwa einen Monat vor der Veröffentlichung der letzten Platte.

Zeitsprung: Am 21.1.1966 heiratet George Harrison. Eric Clapton grätscht rein.

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The Ronettes: 6 wegweisende Songs der legendären Girlgroup

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The Ronettes
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Am 12. Januar 2022 starb Ronnie Spector, die Leadsängerin der geschichtsträchtigen The Ronettes. Die Girlgroup aus New York war in den 1960er-Jahren eine wegweisende Popgruppe, die sich in Sachen Sound und Image deutlich vom Durchschnitt abhob.

von Markus Brandstetter

Ab 1963 arbeitete die Gruppe mit der Produzentenlegende (und dem späteren verurteilten Mörder) Phil Spector zusammen, den die Sängerin auch heiratete. Unseren Nachruf auf Ronnie Spector findet ihr hier. Zu Ehren der Sängerin wollen wir uns heute durch die größten Hits und wichtigsten und wegweisenden Songs von The Ronettes hören und ein wenig ihre Historie und den Hintergrund der Stücke beleuchten.

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1. Good Girls

Good Girls war die letzte Single von The Ronettes, die die Band über ihr altes Label Colpix Records veröffentlichte. Die Single schaffte keinen Platz in den Charts, die Band  war deswegen schwer enttäuscht und trennte sich von ihrem alten Label. Neue Geschäftsmöglichkeiten taten sich auf, die Gruppe unterschrieb bei Phil Spectors Label Philles Records. Der kommerzielle Erfolg konnte damit beginnen. Good Girls, die Single vor dem Erfolg, war vielleicht nicht so wegweisend, wie das, was unter Spectors Produktion folgen sollte — ist aber dennoch ein eingängiger, erinnerungswürdiger  Song.

2. Be My Baby

Be My Baby stammt aus der Feder von Phil Spector, Jeff Barry und Ellie Greenwich und ist der größte Hit der Band. Wobei: Spector hat im Grunde nur deswegen einen Songwriting-Credit, weil seine Produktion eben Kernstück des Songs ist. Be My Baby wurde am 15. August 1963 als Single veröffentlicht und schaffte es auf Platz zwei der US-Popcharts. Darauf zu hören ist die Creme de la Creme der damaligen Studiomusiker*innen-Szene — unter anderem spielt die großartige Carol Kaye (gemeinsam mit Ray Pohlmann) Bass, dazu sind mit Tommy Tedesco, Billy Strange, Barney Kessel und Bill Pitman gleich vier Gitarristen zu hören. Und weil ein Keyboard für eine Wall of Sound nicht reicht, sind auch vier Keyboarder mit dabei.

 3. Baby I Love You

Nachdem Be My Baby ein Erfolg wurde, war in Phil Spector der Ehrgeiz geweckt, nachzulegen. Allerdings gab es da ein Problem: The Ronettes sollten eigentlich touren. Ronnie blieb bei Phil im Studio, Estelle und Nedra gingen auf Tour, mit Verstärkung der Cousine Elaine. Weil man aber weitere Stimmen beim Aufnehmen brauchte, halfen Bekannte aus: So übernahmen Cher, Sonny Bono und Darlene Love die Backing Vocals auf dem Stück. Am Piano: der große Leon Russell.

 4. (The Best Part Of) Breakin’ Up

„Wenn Phil einen Song so sehr liebte wie (The Best Part of) Breakin’ Up, konnte er tagelang daran arbeiten, ohne jemals müde zu werden. Er verbrachte Stunden damit, die Harmonien mit Nedra und Estelle auszuarbeiten, und sprang jedes Mal auf und ab, wenn er etwas hörte, das ihm gefiel“, erinnerte sich Ronnie Spector in ihrer Autobiografie an die Aufnahmen zu  (The Best Part Of) Breakin’ Up.

 5. Do I Love You?

Junge Liebe – davon handelt Do I Love You?, das die Ronettes 1964 mit dem Song Bebe And Susu als B-Seite veröffentlichten. Geschrieben wurde der Song von Phil Spector, Pete Andreoli and Vini Poncia.

6. Walkin’ In The Rain (1964)

Walkin’ In The Rain — geschrieben von Barry Mann, Phil Spector und Cynthia Weil, wurde im Laufe der Jahre oft gecovert — unter anderem von The Walker Brothers und Jay & The Americans. The Ronettes, für die der Song geschrieben wurde, landeten 1964 damit auf Platz 23 der Billboard Top 100 Song, in den Billboard R&B Charts war sogar Platz 8 drin.

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Riot Girls: Die Musikerinnen, die die Welt veränderten

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