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Popkultur

Alle Beatles-Alben im Ranking: Das sind die besten Platten der „Fab Four“

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The Beatles
Foto: SeM/Universal Images Group via Getty Images

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Die Alben der Beatles von „nicht ganz so gut“ nach „ausgezeichnet“ zu ordnen, ist fast unmöglich. Wir haben das Experiment gewagt und versucht, die Platten der Band in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Ihr stimmt unserer Liste zu? Super! Ihr seid anderer Meinung? Auch super! Lasst hören.

von Timon Menge

13. Yellow Submarine (1969)

Der Soundtrack zum Beatles-Zeichentrickfilm Yellow Submarine ist in unserer Auflistung nicht zuletzt deshalb das Schlusslicht, weil einige der Songs auf dieser Compilation vorher bereits in anderen Zusammenhängen erschienen sind. Das gilt nicht nur für den Titeltrack, sondern auch für Eleanor Rigby, die es beide schon auf Revolver (1966) zu hören gab. Darüber hinaus gibt es auf der Platte nicht viel neues Material — und wenn doch, weiß es kaum zu überzeugen. Unser Anspieltipp: Hey Bulldog aus der Feder von John Lennon und Paul McCartney.

12. Magical Mystery Tour (1967)

Magical Mystery Tour erschien in Großbritannien ursprünglich nur als Doppel-EP, wurde aber nachträglich in die offizielle Diskografie der Beatles gemogelt. Dementsprechend kurz soll das Album hier abgehandelt werden: I Am The Walrus zeigt Humor, auf der B-Seite finden sich großartige (aber eben bereits erschienene) Singles wie Hello, Goodbye, Strawberry Fields Forever, Penny Lane und All You Need Is Love. „Nice to have“ für eingefleischte Fans, aber in der Liste gehen wir lieber schnell weiter.

11. Beatles For Sale (1964)

Auf Beatles For Sale ist der Name Programm: Als die „Fab Four“ das Album aufnehmen, haben sie bereits drei Platten, einen nervenaufreibenden Film und endlos viele Konzerte auf der ganzen Welt auf dem Buckel. Im Studio sind John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr also ganz schön müde, nehmen aber dennoch ihre vierte Veröffentlichung innerhalb von zwei Jahren auf. Das sieht man nicht nur an den Gesichtern der vier Musiker auf dem Cover, sondern man hört es auch: Hier reihen sich Coverversionen neben eher unmotivierten Beatles-Songs ein. Mit Eight Days A Week enthält die Scheibe allerdings auch einen unsterblichen Hit.

10. Let It Be (1970)

Offiziell handelt es sich bei Let It Be um das allerletzte Album der Beatles; inoffiziell wurde das Album bereits vor Abbey Road (1969) aufgenommen. Dass ausgerechnet Let It Be zu der Platte wurde, die heute als letzte Momentaufnahme der Briten gilt, ist schade. Klar, mit Get Back, dem Titeltrack und The Long And Winding Road enthält das Finale einige unsterbliche Songs, für die sich niemand schämen muss. Es gibt auf Let It Be aber auch Stücke, die man lieber nie gehört hätte. (Pro-Tipp: Das Original wurde schlussendlich von Phil Spector produziert und klingt dementsprechend überladen. Wer Let It Be in seiner ursprünglicheren Form hören möchte, kann das auf Let It Be… Naked tun.)

9. With The Beatles (1963)

Jetzt dringen wir langsam in die Gefilde vor, in denen es echt schwierig wird, die Alben der Beatles gegeneinander aufzuwiegen. Die zweite Platte With The Beatles erscheint nur acht Monate nach dem Debüt Please Please Me (1963), enthält sechs Coverversionen, eine Komposition von Gitarrist George Harrison sowie sieben Songs von Lennon-McCartney. Qualitativ stimmt hier einiges, ob bei It Won’t Be Long, All My Loving oder Don’t Bother Me. Auch die Coverversionen gelingen den Beatles. Von ihren vorherigen Hit-Singles From Me To You, She Loves You und I Want To Hold Your Hand landet nicht eine einzige auf ihrer neuen Platte. Wer es sich erlauben kann … Aber besser wird es trotzdem noch.

8. Please Please Me (1963)

„One, Two, Three, Four!“ heißt es 1963 zu Beginn des allerersten Albums der Beatles, gefolgt von I Saw Her Standing There. Und danach weiß die Welt Bescheid: Diese vier Musiker werden die Popkultur umkrempeln. Nicht nur, dass die Beatles zum ersten Mal im großen Stil junge Musiker*innen dazu ermutigen, ihr eigenes Material zu schreiben. Nein, sie legen auch den Grundstein für Veränderungen in Literatur, Mode und Gesellschaft, die uns nachher Jahrzehnte lang begleiten sollen. Und all das, obwohl die Gruppe nichts weiter macht, als das Live-Set auf Platte aufzunehmen, dass sie sowieso dauernd in Liverpool spielt.

7. A Hard Day’s Night (1964)

Als Mitte 1964 der erste Kinostreifen der Beatles erscheint, schreiben die vier Musiker damit einmal mehr Rockgeschichte. Dienten Musikfilme bis dato vor allem dazu, mit einfachsten Mitteln mehr Platten zu verkaufen, hat A Hard Day’s Night tatsächlich so etwas wie eine Handlung. Ebenfalls bahnbrechend: Die Beatles spielen in dem Streifen nicht etwa fremde Rollen, sondern sich selbst. Das gleichnamige Album erscheint bloß vier Tage nach der UK-Premiere und enthält mit dem Titeltrack, And I Love Her und Can’t Buy Me Love (vorher bereits als Single erschienen) gleich mehrere Klassiker.

6. The Beatles (1968)

Während der Aufnahmen des „Weißen Albums“, wie The Beatles heute noch gerne genannt wird, haben sich die „Fab Four“ schon ganz schön in den Haaren. Ringo Starr verlässt die Gruppe zeitweise sogar, weshalb Paul McCartney zum Beispiel die Schlagzeugspuren für Back In The U.S.S.R. und Dear Prudence einspielt. Man könnte sagen: Obwohl John, Paul, George und Ringo zu jener Zeit keinesfalls am gleichen Strang ziehen, sondern eher in gegensätzliche Richtungen, erschaffen die vier Musiker mit diesem Doppelalbum eine Sammlung von weitestgehend hervorragenden Songs. Okay, zugegeben: Den Mitklatsch-Schlager Ob-La-Di, Ob-La-Da hätte sich Paul McCartney echt sparen können. Dafür gibt es auf der Platte aber auch Highlights wie While My Guitar Gently Weeps und Helter Skelter.

5. Help! (1965)

Was sich auf Beatles For Sale abgezeichnet hat, bahnt sich auf Help! weiter seinen Weg: Die Beatles sind mit dem Status als größte Band aller Zeiten völlig überfordert. Von allen Seiten werden die Musiker überrannt, ob von Fans, der Presse oder Mitarbeiter*innen des Musikgeschäfts. Mit Help! ruft John Lennon laut um Hilfe und man kann durchaus sagen, dass es der Band auf diesem Album zum ersten Mal gelingt, ihre Gefühlswelten in erwachsene, ausgereifte Songs zu verpacken. Das Ergebnis: Unsterbliche Nummern wie der Titeltrack, The Night Before, Ticket To Ride und vor allem Yesterday.

 4. Abbey Road (1969)

Abbey Road erscheint zwar vor Let It Be, doch es handelt sich hierbei um die letzten gemeinsamen Aufnahmen der Beatles. Die entstehen allerdings unter mehr als widrigen Umständen: Die Beatles sind zerstritten und raufen sich mit Mühe und Not für eine letzte Veröffentlichung zusammen. Und die hat es in sich: Mit Come Together, Something und Here Comes The Sun landen John, Paul, George und Ringo Hits für die Ewigkeit, mit I Want You (She’s So Heavy) leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Entstehung des Doom Metal und mit dem dazugehörigen Artwork, dass die Beatles auf dem Zebrastreifen der Abbey Road zeigt, liefern sie der Popkultur eines der ikonischsten und meistkopierten Motive aller Zeiten.

3. Rubber Soul (1965)

Mit Rubber Soul gelingt den Beatles Mitte der Sechziger ihr erstes vollständig rundes Meisterwerk. Ob Soulmusik, das swingende London oder der elektrisch spielende Bob Dylan: Die Beatles bedienen sich für ihre sechste Platte unterschiedlichster Einflüsse, schaffen damit eines der ersten richtigen Alben der Musikgeschichte (bis dato waren Alben vor allem Single-Sammlungen) und spornen auch Brian Wilson von den Beach Boys dazu an, mit Pet Sounds eins der legendärsten Werke des Pop zu schreiben.


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Mit Drive My Car zeigen die Beatles, dass sie zusammenspielen können wie ein Uhrwerk. Mit Norwegian Wood (This Bird Has Flown) hält die indische Musik Einzug in ihr Schaffen. Mit Girl entfernt sich die Band von ihren bisherigen Lalala-Liebesliedern und widmet sich auch der melancholischen Seite des größten aller Gefühle. Michelle gehört noch heute zum Standardrepertoire von Musiklehrer*innen. Und mit The Word unterstreichen die Briten dick und fett, worum es ihnen eigentlich geht: „Say the word and you’ll be free / Say the word and be like me / Say the word I’m thinking of / Have you heard the word is love?“. Spätestens mit diesem Album ist klar, dass die Beatles in der Welt der Popmusik den Ton angeben und dass man ihnen folgt.

2. Revolver (1966)

Wir sagen es gleich vorweg: Revolver liegt nur äußerst knapp auf dem zweiten Platz. Kein Wunder, denn künstlerisch packen die Beatles hier schon alles aus, was sie auf dem Kasten haben: psychedelische Sounds, den Einfluss Indiens, doppelspurige Gitarren, falsch herum abgespielte Tonbänder, Sound-Effekte und Geschwindigkeitsveränderungen gepaart mit einem Songwriting, das über jeden Zweifel erhaben ist. Ob nun der starke Opener Taxman von George Harrison, das melancholische Eleanor Rigby von Paul McCartney oder das Großexperiment Tomorrow Never Knows: Dieses Album zeigt die Beatles in Höchstform und man braucht mindestens zehn Durchläufe und wirklich gute Kopfhörer, um alle Details auf dieser Platte erfassen zu können. Gekrönt wird das Ganze durch ein rückwärts gespieltes Gitarrensolo bei I’m Only Sleeping, dem Dylan-beeinflussten And Your Bird Can Sing und dem Klassiker Yellow Submarine. Wow! Aber da kommt noch mehr …

1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

Wir haben lange mit uns gerungen und uns gefragt, ob Revolver oder Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band den ersten Platz dieser Auflistung belegen sollte. Wir haben uns für Variante zwei entschieden, denn was die Beatles auf Revolver begonnen haben, haben sie auf diesem Album perfektioniert. John, Paul, George und Ringo wissen vor den Aufnahmesessions ganz genau, dass sie nie wieder auf Tour gehen werden, weil ihnen die Beatlemania zu sehr zugesetzt hat. Das bedeutet auch, dass sie genau wissen, dass sie ihre Kompositionen nicht mehr live spielen müssen und sich im Studio nach Herzenslust austoben können. Mit George Martin haben die vier Musiker einen der fähigsten Produzenten ihrer Zeit an der Seite. Und um sich von allen Vorbelastungen zu lösen und den Kopf frei zu bekommen, gründen die Beatles einfach eine neue Band: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band.

Mit der gleichnamigen Platte schaffen die „Fab Four“ eins der ersten Konzeptalben der Geschichte und nehmen ein kleines Meisterwerk auf, das vom ersten bis zum letzten Ton funktioniert. Einzelne schwächere Songs verstecken sich darauf sicher auch, aber der Gesamtgenialität der Platte tut das keinen Abbruch. Was wollen wir an dieser Stelle reden … Über dieses Beatles-Album wurden ganze Bücher geschrieben und noch immer wurde nicht alles darüber gesagt. Lasst uns also machen, wofür Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band aufgenommen wurde: auflegen, einschalten, aufdrehen, zuhören.

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Kunstwerke für sich: Eine detaillierte Geschichte der Beatles-Albumcover

Popkultur

Zum Geburtstag der Metal-Diva: Tarja Turunen wird 45!

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Tarja Turunen
Foto: Giuseppe Maffia/NurPhoto via Getty Images

Mit Nightwish hat sie den Metal-Olymp erklommen, seit 2005 verfolgt sie eine überaus erfolgreiche Solokarriere: Tarja Turunen zählt ohne Weiteres zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Rockmusik. Doch wie hat eigentlich alles angefangen und was macht die finnische Grande Dame des Metal heute?

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch In The Raw von Tarja anhören:

Ob wohlklingend oder nicht: Der erste Schrei von Tarja Turunen ertönt am 17. August 1977 in einem kleinen finnischen Dorf namens Puhos nahe der russischen Grenze. Sie wächst mit einem jüngeren und einem älteren Bruder auf; ihre Eltern arbeiten in der Stadtverwaltung und als Zimmermann. Schon im Alter von drei Jahren fällt Tarja als herausragende Sängerin auf, als sie bei einer Kirchenveranstaltung eine finnische Version des Stücks Vom Himmel hoch da komm’ ich her von Martin Luther zum Besten gibt. Anschließend tritt sie in den Kirchenchor ein, mit sechs nimmt sie die ersten Klavierstunden. Noch weiß das Wunderkind nicht, dass ihm eine große Karriere bevorsteht.

Auch in der Schule bemerkt man Tarjas musikalisches Können. „Man musste ihr nur eine Note geben und sie hat sofort alles verstanden“, erzählt ihr früherer Musiklehrer Plamen Dimov in einem Interview für die offizielle Nightwish-Biografie. „Mit anderen musste ich drei-, vier-, fünfmal proben.“ Tarjas Talent bringt allerdings auch Probleme mit sich. Weil einige Mitschülerinnen neidisch auf ihre Singstimme sind, mobben sie die junge Musikerin. Lehrer Dimov reagiert darauf und verlagert die musikalischen Aktivitäten von der Schule in die Freizeit. Ihren ersten großen Auftritt hat Tarja mit 15, als sie im Rahmen eines Kirchenkonzerts als Solistin vor rund Tausend Menschen auftritt. Doch noch immer steht die Sängerin bloß am Anfang dessen, was noch kommen soll.

Tarja Turunen: Mit Nightwish an die Spitze des Metal-Olymp

Mitten im finnischen Winter 1996 meldet sich Tarjas alter Schulkamerad Tuomas Holopainen bei der damals 19-jährigen Musikerin. Er habe ein neues akustisches Musikprojekt gegründet. Ob Tarja nicht als Sängerin einsteigen wolle. Sie schlägt ein, doch dann kommt alles anders. Gleich bei den ersten Proben merken alle Beteiligten, dass Tarjas Stimme seit der Schulzeit reichlich an Kraft gewonnen hat und gar nicht mehr zu ruhigen Akustik-Songs passt. Gitarrist Emppu Vuorinen steigt auf eine E-Gitarre um, Holopainen beschließt, dass die Band viel massiver klingen muss, um Tarjas Stimme gerecht zu werden. Das Grundgerüst steht. Nur ein Name für das Projekt fehlt noch. Kurze Zeit später ist klar: Die neue Band heißt Nightwish.

„Mehr Bombast, mehr Drama“ lautet das Motto der neu gegründeten Gruppe. Holopainen kann einen Plattenvertrag für Nightwish an Land ziehen und ab da geht es für die Newcomer nur noch in eine Richtung: nach oben. Schon das Debüt Angels Fall First (1997) schlägt ein, sehr zur Überraschung der Plattenfirma. Ab da wird es richtig ernst. Nightwish gehen auf Tour, Tarja bricht ihr Studium ab. Mit den folgenden Alben Oceanborn (1998), Wishmaster (2000) und Century Child (2002) klettern Nightwish immer weiter an die Spitze, 2004 gelingt den Finnen mit Once zum ersten Mal der Sprung auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Gleich danach kommt es zum Bruch — und die Finnen setzen ihre Sängerin vor die Tür.

„Es ist an der Zeit, sich zu entscheiden, ob die Geschichte von Nightwish hier endet, oder ob sie weitergehen wird“, schreibt die Band in einem offenen Brief an Tarja. Man wolle die Band fortführen. „Genauso sicher ist aber, dass wir mit dir und Marcelo [Tarjas Ehemann — Anm. d. Aut.] nicht mehr weitermachen können.“ Ihren Rauswurf trägt Tarja mit der maximal möglichen Fassung, doch an einer Sache stört sie sich: „Ich kann die Art und Weise, wie meine Band mir das Ganze mitgeteilt hat, immer noch nicht nachvollziehen“, erklärt sie nach dem offenen Brief von Nightwish. „Es hätte so viele Möglichkeiten gegeben, mir das auf anderem Wege zu sagen.“ Nach einer schweren Phase der Trauer rappelt sich die Sängerin wieder auf — und macht solo weiter.

„Heute ist alles anders.“

Nach wie vor zählt Tarja Turunen zu den berühmtesten und versiertesten Sänger*innen des Metal. Mit ihrer dreieinhalb Oktaven starken Stimme zieht sie weiterhin Fans auf der ganzen Welt in ihren Bann und hat seit 2006 stolze acht Soloalben veröffentlicht. „Heute ist alles anders“, verrät sie 2016 in einem Interview mit dem britischen Metal Hammer. „Ich habe eine Karriere, ich habe mein Publikum und mein Leben als Künstlerin. Ich bin frei. Es ist unglaublich, wenn man sich die Dinge selbst aussuchen kann, entscheiden kann, wie man was macht, und mit wem man zusammenarbeitet. Das möchte ich nicht mehr missen.“ Die aktuelle Nightwish-Sängerin Floor Jansen bezeichnet Tarja im selben Interview als „längjährige Freundin“ und ergänzt: „Wir haben vor ein paar Tagen noch gemailt.“

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Zeitsprung: Am 1.11.1997 debütieren Nightwish mit „Angels Fall First“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 17.8.1959 erscheint „Kind Of Blue“ von Miles Davis.

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Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 17.8.1959.


von Timon Menge und Christof Leim

Kind Of Blue gehört zu den schlichtesten Aufnahmen der Musikgeschichte, aber auch zu den wichtigsten und schönsten. Am 2. März und am 22. April 1959 spielen Miles Davis und seine sechs Mitmusiker die Platte ein, am 17. August 1959 erscheint sie. Werfen wir zum Geburtstag einen Blick auf das Jahrhundertwerk des Jazz.

Hier könnt ihr euch Kind Of Blue anhören:

Ende des Jahres 1958 gehören Miles Davis und seine Bandmitglieder zu den gefragtesten Jazzmusikern New Yorks. Die Gruppe spielt einerseits Klassiker des Bebop, andererseits ein Repertoire von Popsongs. Wie im Jazz üblich, reichern die Künstler ihre Nummern mit Improvisationen an, die zu den Akkordfolgen der Stücke passen. Wie viele andere Musiker stört sich allerdings auch Davis zunehmend an den engen Grenzen der Richtung — und schlägt einen anderen Weg ein.

Diese fünf Musiker wurden erst etwas später berühmt

Die Aufnahmen zu Kind Of Blue finden an zwei Tagen in den 30th Street Studios in New York City statt. Am 2. März 1959 spielen Davis und seine Band, zu der auch Jazzlegende John Coltrane gehört, die Songs So What, Freddie Freeloader und Blue In Green ein. All Blues und Flamenco Sketches folgen am 22. April. Entgegen der landläufigen Meinung, das Album sei während nur eines einzigen Versuchs entstanden, befindet sich wahrheitsgemäß kein einziger sogenannter „First Take“ auf der Platte.

Vor den Sessions haben Davis’ Mitmusiker beinahe keine Gelegenheit zum Üben. Sie wissen noch nicht einmal so genau, was sie überhaupt einspielen sollen. In den Liner Notes kann man nachlesen, dass der Bandleader im Vorfeld gerade einmal grobe Skizzen mit einigen Tonleitern und Melodieabläufen verteilt. Als sich die Instrumentalisten im Studio einfinden, gibt Davis ihnen eine kurze Einweisung zu den einzelnen Songs, und die Aufnahme eines der wohl wichtigsten Jazzalben aller Zeiten beginnt. 

An dieser Stelle in das weite Feld der Kirchentonarten, Halbtonschritte und Modi einzusteigen, würde den Rahmen sprengen. Halten wir daher Folgendes fest: Mit Kind Of Blue entfernen sich Davis und seine Mitmusiker von den seinerzeit üblichen Dur-/Moll-Tonleitern und greifen auf eine wesentlich umfangreichere Trickkiste zurück. Dadurch schaffen sie nicht nur deutlich mehr Abwechslung, was die grundlegenden Songstrukturen betrifft, sondern vor allem jede Menge Raum für vielfältige Improvisation.

Bis heute behält Kind Of Blue seinen Legendenstatus. Ob im Jazz, in der Klassik oder im Pop: Die meisten Experten teilen die Meinung, dass Miles Davis mit seinem größten Erfolg die Musikwelt umgekrempelt hat. Mehr als sechs Millionen Mal geht das Werk über die Ladentheke, in den USA genießt das Album vierfachen Platinstatus, ein sagenhafter, fast pop-esquer Maßstab.

Miles Davis 1984 – Foto: David Gahr /Getty Images

Zeitsprung: Am 8.11.1985 spielt Miles Davis den Bösen bei „Miami Vice“.

 

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Popkultur

Eine ahnungslose Gospelband, ein Blitzlogo und ein Besuch von Bruce Springsteen: 3 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Elvis stammen können

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Elvis Presley
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Seit inzwischen 45 Jahren müssen wir ohne Elvis Presley auskommen. Am 16. August 1977 verstarb der „King“ im Alter von nur 42 Jahren. Doch bis heute ranken sich zahlreiche Legenden und Geschichten um den ersten aller Rockstars. Drei davon haben wir für euch aufgeschrieben — darunter auch ein ungebetener Besuch vom „Boss“.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch den Soundtrack zum Biopic Elvis von Regisseur Baz Luhrmann anhören:

1. Mit 19 wurde Elvis von einer Gospelgruppe abgelehnt.

Genau wie die Beatles einmal legendär abgelehnt wurden, musste auch der „King Of Rock’n’Roll“ zu Beginn seiner Laufbahn mit allerhand Zurückweisung zurechtkommen. So attestierte ihm sein Musiklehrer in der Schule zum Beispiel, dass Elvis nicht besonders gesangsbegabt sei. So kann man sich täuschen. Im Alter von 19 Jahren bewarb sich Elvis Presley außerdem bei den Songfellows, einem Ableger der deutlich berühmteren Gospelgruppe The Blackwood Brothers. Doch die Band lehnte ihn ab. Als wenig später ein Platz bei den Songfellows frei wurde, weil eines der Mitglieder zu den Blackwood Brothers wechselte, sollte der „King“ noch eine Chance bekommen. Zu jener Zeit hatte Elvis allerdings schon einen Plattenvertrag mit Sun Records unterschrieben. Der Rest ist Geschichte.

2. Ein Gewitter während eines Flugs nach Memphis lieferte die Inspiration für das legendäre TCB-Logo — oder doch nicht?

Wie genau das ikonische TCB-Logo [kurz für: „Taking Care of Business“] entstand, das sich Elvis als Halskette für seine Band wünschte, daran scheiden sich bis heute die Geister. Eine weit verbreitete Theorie lautet, dass Elvis ein so großer Fan von Captain Marvel Jr. war, dass er nicht nur dessen Optik imitierte, sondern auch den Blitz vom Cape des Comic-Superhelden übernahm. Eine andere Meinung vertritt Elvis’ Cousin Billy Smith, der sich sicher ist, dass Elvis den Blitz aufgrund seiner Zeit bei der US Army verwendete. „Es war das Abzeichen seines Bataillons“, gibt Smith in einem Interview zu Protokoll. Das stimmt, wie ihr hier sehen könnt. Wiederum anderer Meinung ist Elvis’ Ex-Frau Priscilla, die kürzlich in einem Interview mit der Vogue erzählte: „Die TCB-Halskette habe ich entworfen. Wir saßen in einem Flugzeug nach Memphis und er [Elvis] sagte zu mir, dass er sich ein Schmuckstück wünscht, das nur für seine Jungs entworfen wurde, also für TCB. Während des Flugs fing es an zu regnen und am Himmel war ein Blitz zu sehen. Ich habe mir den Blitz angeschaut, ihn aufgemalt und die Buchstaben TCB darüber gesetzt. Dann habe ich ihn gefragt, ob es das ist, was er meint. Und er sagte: ‚Oh Gott, das ist es.‘ Wer hätte ahnen können, dass dieses Symbol einmal so bekannt werden würde? Ich werde mich ewig darüber ärgern, dass ich kein Patent darauf habe.“ Wie genau das Logo entstanden ist, wird also wohl immer ein Geheimnis bleiben. Wir Fans dürfen uns immerhin über gleich drei unterschiedliche Geschichten dazu freuen.

3. Am 29. April 1976 bekam der „King“ Besuch vom „Boss“. Zumindest fast.

Fans tun manchmal die verrücktesten Dinge, um ihren Stars ein wenig näher zu kommen. Besonders unterhaltsam wird es, wenn die Fans selbst Superstars sind. Im April 1976 war Bruce Springsteen schon längst in der Rock’n’Roll-Champions-League angekommen, allerspätestens mit seinem dritten Album Born To Run (1975) und der dazugehörigen Tour. Dennoch ist der „Boss“ auch selbst noch Fan und geht in der Nacht vom 29. April 1976 einen kliiitzekleinen Schritt zu weit, um seinen großen Helden Elvis Presley kennenzulernen. Statt einen Termin mit dem „King“ auszumachen, entscheidet sich Springsteen nämlich für einen anderen Weg: Gegen drei Uhr morgens erklimmt er die Mauer von Elvis’ Anwesen Graceland, nimmt die Beine in die Hand und rennt mit Vollgas auf das Haus seines Idols zu. Dort brennt sogar noch Licht, doch bis zur Tür kommt der „Boss“ gar nicht. Einer von Elvis’ Wachmännern ringt den jungen Musiker nieder und geleitet ihn vom Gelände. „Ich bin auch berühmt!“, lässt Springsteen den Wachhabenden wissen. Der wiederum erklärt dem begeisterten Fan, dass Elvis gar nicht zu Hause sei, sondern am Lake Tahoe verweile. Dumm gelaufen. Gut ein Jahr später stirbt Elvis; Springsteen lernt er vorher nicht mehr kennen. Doch wer ganz genau hinschaut, kann erkennen, dass der „Boss“ dem „King“ schon vor seiner Einbruchsaktion auf dem Cover von Born To Run die Ehre erwies:

the king cover

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„Moody Blue“: Elvis Presleys allerletztes Studioalbum wird 45

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