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Popkultur

Von Johnny Cash bis B.B. King: Die besten Gäste aus 50 Jahren Sesamstraße

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Photo by Matthew Simmons/Getty Images

Die Sesamstraße ist vieles, aber keine normale Kindersendung. Das zeigen natürlich auch die unzähligen musikalischen Gastauftritte, die aus dem geistreichen Puppenspaß pures Popkulturgold machen.

Björn Springorum

Die Sesamstraße feierte kürzlich runden Geburtstag: Seit 50 Jahren flimmert der wilde Mix aus Comedy, Wissenssendung, Puppenklamauk und Animation über die weltweiten Bildschirme, damals wie heute ein Dauerbrenner bei Kids im Vorschulalter. Generationen von Schüler*innen lernten mit den unvergesslichen und ikonischen Muppets, dass Wissensvermittlung eben auch cool und lustig sein kann – und manchmal sogar ein wenig edgy. Das ist aber nicht alles: Ähnlich wie der Cartoon-Hit The Simpsons zeichnet sich auch die Sesamstraße dadurch auch, dass sie in ihren fünf Jahrzehnten Bildschirmleben zahlreiche musikalische Stargäste zu Besuch hatte. Diese elf hier haben es uns besonders angetan.

Johnny Cash – Nasty Dan

Einer der coolsten und subversivsten Charaktere aus der Sesamstraße ist Oscar the Grouch, das grüne Wesen aus der Mülltonne. Seine Kommentare sind launisch und zynisch, sein Humor eher auf der derberen Seite. Nur einer wie er käme auf die Idee, Johnny Cash mit „He, du bist doch Johnny TRASH“ anzusprechen. Cash bedankt sich mit einem Stoß von seiner Gitarre und verlässt die Bühne – natürlich erst nach einer wunderbaren Darbietung von Nasty Dan in den frühen Siebzigern.

Billy Joel & Marlee Matlin – Just The Way You Are

Klassischer Muppets-Humor: Als Billy Joel und Marlee Matlin zu Gast in der Sesamstraße sind, um Just The Way You Are darzubieten, gibt Joel an, Oscar danach sein altes Piano vermachen zu wollen. Oscar daraufhin ungläubig: „An old piano, man?“ Eine herrliche Anspielung auf Joels unsterbliche Trinkerballade.

Stevie Wonder

In vielfacher Hinsicht rettete Stevie Wonder die Popmusik der Siebziger mit seiner lässigen Art und unaufgesetzten Chuzpe. Hier bringt er dem liebenswerten Grover das Scatten bei. Und hat so seine Schwierigkeiten damit…

R.E.M. – Furry Happy Monsters

Für viele Musikfans ist Shiny Happy People ein Tiefpunkt in der Karriere von R.E.M. Süßlich, kitschig, schunkelig – eben so ganz anders als das, was man von Reaktionär Michael Stipe gewohnt war. Für die Sesamstraße jedoch eignet sich der Song natürlich ausgezeichnet. Hier geben sie ihn als Furry Happy Monsters wieder. Na ja, das hat man 1998 eben so gemacht.

Dixie Chicks – No Letter Better Than B

Auch die Country-Girls von den Dixie Chicks waren schon mal auf Stippvisite in der Sesamstraße. Ihr I Can Love You Better wurde kurzerhand zu No Letter Better Than B, ein Loblied auf den Buchstaben B. Klar, dass da auch Big Bird, Bert und Baby Bear mitmischen.

Elvis Costello – Monsters Went and Ate My Red 2

Nichts zeigt die popkulturelle Relevanz der Sesamstraße besser als die Tatsache, dass selbst Elvis Costello mit einem Gastauftritt in die TV-Annalen eingegangen ist. Sein (Angels Wanna Wear) My Red Shoes wird kurzerhand zu Monsters Went And Ate My Red 2. Aber seine Coolness, die bleibt. Selbst umringt von Puppen.

Paul Simon – Me & Julio

Es gehört zu den größten Vorzügen von YouTube, dass solch glorreiche Momente der TV-Geschichte nicht längst im statischen Nirwana verschwunden sind. Allein zu sehen, wie Paul Simon hier neben einem kleinen Mädchen sitzt und fast schon trotzig zu singen anfängt, weil sie ihm mit ihrem Swag die Schau stiehlt, ist pures Gold. Und nun ja, die ein wenig bemüht tanzenden Kids rund um Paul Simon waren wahrscheinlich auch mal was anderes für ihn als zehntausende jubelnde Fans.

Tony Bennett – Slimey To The Moon

Als der tapfere Muppet-Wurm Slimey es tatsächlich auf den Mond schafft, ist sogar Ober-Crooner Tony Bennett vollkommen von den Socken. Aus einem seiner größten Hits macht er kurzerhand Slimey To The Moon und schmettert es mit Gefühl und Inbrunst. Bennett, 70 Jahre im Geschäft, war eben immer schon bekannt dafür, nichts auslassen zu wollen. Selbst ein Duettalbum mit Lady Gaga.

Smokey Robinson – U Really Got A Hold On Me

Ziemlich gewitzt, wie Smokey Robinson hier seinen 1962 geschriebenen Hit You’ve Really Got A Hold On Me interpretiert. Nachdem die Miracles, die Beatles, die Supremes und die Temptations in den frühen Sechzigern große Erfolge mit dem Stück feiern konnten, wird es ausgerechnet diese Sesamstraßenversion über ein allzu anhängliches U zum heimlichen Gewinner. Und zum schönen Beweis seiner Selbstironie.

Little Richard – Rosita

Little Richard war in den Neunzigern fast schon ein Dauergast in der Sesamstraße. Seine größten Zeiten als flamboyanter und extravaganter Bühnenkünstler waren da längst vorbei, sein zweites, ruhigeres Leben hatte begonnen. Hält ihn natürlich nicht ab, seinen Song Lucille 1994 auf die reizende Rosita aus der Sesamstraße umzumünzen.

B.B. King – The Letter B

Die Sesamstraße startete mit einem Knall ins neue Jahrtausend. 2001 holte man sich gleich mal Blues-Gott B.B. King zu Besuch, um ihn im Kreise einiger begeisterter Muppets auftreten zu lassen. Mitgebracht hatte King The Letter B – ein Song über Dinge, die es ohne den Buchstaben B nicht geben würde. Den performte er wie alles andere auch: Virtuos, unerreicht, gechillt.

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