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Popkultur

Alle Alben von Metallica im Ranking – die besten Platten der Bay-Area-Legenden

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Metallica
Foto: Universal Music

Die Alben einer Band nach ihrer Qualität zu ordnen, ist eine diskussionswürdige Angelegenheit. Zuletzt haben wir dieses Experiment bei den Beatles gewagt, nun sind Metallica dran. Unsere Auswahl gefällt euch? Sehr gut. Ihr seid anderer Meinung? Lasst sie uns wissen!

von Timon Menge

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Metallica
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10. ReLoad (1997)

Nach ihrem bahnbrechenden „Black Album“ schreiben Metallica so viel neues Material, dass sie als nächsten Schlag eine Doppelveröffentlichung planen. So sollen Load (1996) und ReLoad (1997) ursprünglich in einem Rutsch erscheinen, doch die Band entscheidet sich schließlich dagegen, weil James Hetfield und Co. nicht so viele Songs auf einmal aufnehmen möchten. Das hätten Metallica auch auf andere Art haben können. Sie hätten zum Beispiel das halbgare Material über Bord werfen und eine „Best Of Load & ReLoad“ veröffentlichen können. Das wäre sicher die bessere Platte geworden. Stattdessen müssen Metallica-Fans vor allem auf ReLoad eine Menge unfertiges Zeug ertragen (Bad Seed, Prince Charming, Attitude), um in den Genuss weniger Hits zu kommen (Fuel, The Memory Remains).

9. Death Magnetic (2008)

Als sich Metallica fünf Jahre nach St. Anger mit Death Magnetic zurückmelden, atmen weite Teile der Fangemeinde auf: Da sind sie wieder, die „alten Metallica“. Endlich spielt die Band wieder Thrash Metal, endlich hat Lars Ulrich die Snare wieder festgeschraubt. Mit Robert Trujillo haben die Legenden nach Jason Newsteds Ausstieg seit einigen Jahren einen neuen Bassisten dabei, der auf der neuen Platte für frischen Wind sorgen soll. Leider ist Death Magnetic aber vor allem eins: ein Nummer-sicher-Album. Man könnte auch sagen: Metallica haben sich dem Druck nach St. Anger gebeugt und ein Album eingespielt, dass auch Ende der Achtziger hätte entstehen können, um ihre traditionsbewussten Fans zu besänftigen. Das allein wäre aber noch kein Grund, die Platte auf den vorletzten Platz unseres Rankings zu verbannen, denn ein gutes Album ist ein gutes Album. Zusätzlich zu der musikalischen Wiederholung klingt Death Magnetic allerdings, als habe ein Tontechnikstudent im ersten Semester das Album gemastert. Ist euch mal aufgefallen, dass der Sound auf Death Magnetic fürchterlich übersteuert ist? Das liegt am sogenannten „Loudness War“, einem Phänomen in der Musikindustrie, bei dem die Lautheitspegel über die Jahre immer weiter angehoben wurden — auf Kosten der Dynamik, wie man an dieser Produktion wunderbar hören kann.

8. Hardwired … To Self-Destruct (2016)

2016 veröffentlichen Metallica mit Hardwired … To Self-Destruct ihr erstes Album seit acht Jahren und die Erwartungen liegen dementsprechend hoch. Pessimisten haben noch den grottigen Sound von Death Magnetic im Ohr, Puristen erhoffen sich einen weiteren Thrash-Klopper. Beide Parteien werden nicht enttäuscht, denn Hardwired … To Self-Destruct überzeugt nicht nur mit einem hervorragenden Sound, sondern verlässt auch wieder den musikalischen Schulhof und kombiniert den klassischen Metallica-Sound mit der nötigen Portion Avantgarde. Um in dieser Liste weiter vorne zu stehen, verlässt sich auch diese Platte zu sehr auf Altbewährtes, aber Metallica haben mit diesem Album immerhin unter Beweis gestellt, dass sie als Metal-Senioren nicht vorhaben, noch zehn weitere Death Magnetics zu veröffentlichen.

7. Load (1996)

Einen Teil der Geschichte dieser Platte haben wir eben schon beleuchtet, doch Load hat ReLoad gegenüber einen entscheidenden Vorteil: die stärkeren Songs. Mit Until It Sleeps, King Nothing, der Countryballade Mama Said und Bleeding Me steht der erste Teil der angedachten Doppelveröffentlichung deutlich besser da und lässt mit zwei geschlossenen Augen sogar Totalausfälle wie Poor Twisted Me und Thorn Within vergessen. Um den hochwertigsten Vertreter in der Metallica-Diskografie handelt es sich aber auch hier nicht.

6. St. Anger (2003)

Über St. Anger wurde schon so viel geschrieben und gesagt, dass es beinahe unmöglich erscheint, die Platte halbwegs unvoreingenommen unter die Lupe zu nehmen. Fakt ist: Das Album polarisiert. Die einen lieben die rohe Aggression und die Punk-Attitüde, die anderen hassen die fehlenden Gitarrensoli und den Mülltonnensound der Snare. Wie so oft, liegt die Wahrheit wahrscheinlich in der Mitte: Ja, St. Anger wirkt mitunter wie der unreife Schnellschuss einer Anfängerband. Und ja, der Sound ist, vorsichtig ausgedrückt, gewöhnungsbedürftig. Außerdem hätte Bob Rock wohl stärker intervenieren sollen, als es um die Länge der Songs ging, denn mindestens 30 % dieses Albums hätten sich Metallica sparen können. Auf der anderen Seite legen Metallica auf ihrer achten Platte so viel Spielfreude an den Tag und rotzen 75 Minuten voller Wut heraus, dass sie im Endeffekt genau das liefern, was sich viele Metallica-Fans so lange gewünscht haben: ein entfesseltes Metal-Donnerwetter, kompromisslos, schnörkellos und laut. Das mit dem Snare-Teppich erklären wir Lars nochmal, versprochen …

5. Kill Em All (1983)

Als Metallica zu Beginn der Achtziger ihr Debüt Kill ‘Em All veröffentlichen, gleicht das einem Hurricane. Schnell, roh und laut zeigen die vier Langhaarigen der Welt, in welche Richtung der Metal steuert. Zeitgleich nehmen andere Truppen Fahrt auf, wie zum Beispiel Slayer, Anthrax, Megadeth, Exodus oder Testament, die damals noch Legacy heißen. Die neu geborene Thrash-Metal-Szene versprüht eine Energie, der man sich nicht entziehen kann, und läutet damit eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte ein. Noch heute gehören Metallica-Songs wie The Four Horsemen, Seek And Destroy, Whiplash, Hit The Lights und No Remorse zum Standard-Repertoire der Band. Kein Wunder: Für viele Metal-Fans gelten diese Klassiker als der große Anfang.

 4. … And Justice For All (1988)

1988 hat sich bei Metallica viel geändert, denn mit Jason Newsted hatte die Band nach Cliff Burtons Tod einen neuen Bassisten an Bord geholt. Dass er auf … And Justice For All eigentlich noch gar nicht gebraucht wird, konnte Newsted bei seinem Einstieg ja noch nicht wissen. Doch trotz der unhörbaren Bassspuren gehört das vierte Metallica-Album selbstverständlich zu den Meilensteinen der Metal-Geschichte. Hier loten die vier Musiker aus, wie weit sie das Pattern ihres Meisterwerks Master Of Puppets treiben können und merken: Die Grenze ist erreicht. Dennoch: Wenn eine der besten Metalbands aller Zeiten ein Metalalbum schreibt und dafür eins der besten Metalalben aller Zeiten als Blaupause benutzt, kann das Ergebnis so schlecht nicht werden. … And Justice For All ist der Beweis dafür.

3. Metallica (1991)

Metallica spaltet die Gemüter. Was die Verkaufszahlen betrifft, gibt es keinen Zweifel daran, dass das sogenannte „Black Album“ nicht nur das erfolgreichste Metallica-Album aller Zeiten ist, sondern auch eins der erfolgreichsten Heavy-Alben überhaupt — sofern man Led Zeppelin, AC/DC und Meat Loaf in die gleiche Kategorie einsortieren möchte, denn nur diese drei Interpreten liegen in der Liste der meistverkauften harten Alben aller Zeiten vor Metallica. Eine der Geheimwaffen, die den Erfolg der „Schwarzen“ ermöglicht haben: Produzent Bob Rock, der auch an Dr. Feelgood von Mötley Crüe und als junger Tontechniker sogar an Slippery When Wet von Bon Jovi mitgearbeitet hat. Anders gesagt: Der Mann weiß, wie man Hit-Alben produziert. Nichts anderes gelingt ihm mit Metallica und deren fünfter Platte. Grammy Awards, Millionen verkaufter CDs, eine dreijährige Welttournee, unsterbliche Klassiker wie Enter Sandman, Sad But True und Nothing Else Matters: Mit Metallica räumen unsere Metal-Giganten alles ab, was es abzuräumen gibt. Völlig zurecht.

2. Ride The Lightning (1984)

Auf ihrem zweiten Album Ride The Lightning bewahren sich Metallica ihre jugendliche Aggression, stellen aber auch unter Beweis, dass sie erwachsener geworden sind. Ob der Opener Fight Fire With Fire oder Klassiker wie For Whom The Bell Tolls, Creeping Death und das Instrumentalstück The Call Of Ktulu: Statt eine Riffsalve nach der anderen abzufeuern, wie es bei Kill Em All teilweise noch der Fall war, arbeiten Metallica ihre Songs zum ersten Mal richtig aus und treten zwischendurch auch mal auf die Bremse, um der Naturgewalt ihres Sounds anschließend erst recht freien Lauf zu lassen. Das beeindruckt vor allem deshalb, weil zwischen Kill Em All und Ride The Lightning bloß ein Jahr liegt. Angesichts der internen Veränderungen überrascht der Sprung aber schon weniger, denn während Kill Em All vor allem aus den Federn von James Hetfield, Lars Ulrich und Ex-Gitarrist Dave Mustaine (jetzt: Megadeth) stammt, legen auf Ride The Lightning auch Bassist Cliff Burton und Gitarrist Kirk Hammett Hand an und geben dem Songwriting damit eine neue Richtung. Das Ergebnis: ein rundes Gesamtwerk, das fast das beste Album ihrer Diskografie geworden wäre. Aber nur fast …

1. Master Of Puppets (1986)

Master Of Puppets führt nicht nur die Liste der besten Metallica-Alben an, sondern rangiert auch mindestens in der Top 5 der besten und wichtigsten Metal-Alben aller Zeiten. Hier perfektionieren James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Cliff Burton, was sie auf Ride The Lightning begonnen haben: erwachsenes und feinsinniges Songwriting gepaart mit jugendlichem Leichtsinn und aggressivem Biss. Von Battery über den Titeltrack bis hin zu Disposable Heroes und dem achteinhalbminütigen Instrumentalstück Orion: Bis heute kann der Einfluss dieses Albums auf die Metal-Welt kaum überschätzt werden. Die komplette Geschichte hat Kollege Christof Leim hier aufgeschrieben: Metallica – Master Of Puppets

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Schwarze Wucht: Zum 30. Jubiläum des „Black Album“ von Metallica

Popkultur

Olivia Newton John: 10 ihrer wichtigsten Stücke

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Oliva Newton John
Foto: Radio Times/Getty Images

Zu Ehren der kürzlich verstorbenen Olivia Newton-John hören wir uns durch zehn ihrer besten Stücke.

 von Markus Brandstetter

Am 8. August 2022 verstarb Olivia Newton John. Die Britin wurde nicht nur mit der Verfilmung des Musicals Grease weltbekannt, sondern hatte auch eine extrem erfolgreiche und langlebige Solokarriere als Musikerin. Vier Grammys, etliche Top-5-Hits und 24 Studioalben — und eine Menge verschiedener Stile von Pop über Folk bis Disco: Wir hören uns an dieser Stelle mal quer durch ihr Schaffen und sprechen über zehn ihrer bemerkenswertesten und/oder bekanntesten Stücke.

1. Long Live Love (1974)

1974 trat Newton-John beim Eurovision Songcontest in London an. Long Live Love ist rückblickend definitiv nicht ihr bestes Stück (sondern eher ein harmloser Schunkelschlager), aber wir wollen es alleine aus historischen Gründen an dieser Stelle keinesfalls unerwähnt lassen. Für einen Spitzenplatz reichte der Song damals nicht: Newton-John schaffte es immerhin auf Platz 4. Die Konkurrenz war an diesem Abend historisch: Den Sieg mit nach Hause brachten ABBA mit ihrem legendären Stück Waterloo.

2. Xanadu (1980)

Anfang der 1980er-Jahre machte die Künstlerin mit Jeff Lynne und ELO gemeinsame Sache — und veröffentlichte das Stück Xanadu aus dem gleichnamigen Musicalfilm. Der Film entpuppte sich zwar als Flop, den Song ereilte ein besseres Schicksal. Er kletterte in den UK-Charts auf den ersten Platz.

3. Twist Of Fate (1983)

1983 kam es nochmal zur Film-Reunion von Travolta und Newton-John für den Film Two of a Kind. Das sorgte für nostalgische Gefühle, so ganz konnte es aber den globalen Erfolg von Grease nicht mehr anknüpfen. Das Stück Twist of Fate aus dem Film ist aber dennoch erinnerungswürdig.

4. Magic (1989)

Nochmal Xanadu: Aus dem Soundtrack zum Film stammt auch der Disco-Kracher Magic. Das war nicht nur in den Charts extrem beliebt — 1980 bezeichnete John Lennon das Stück als einen jener damals aktuellen Songs, die er mochte. Eine große Ehre — und ein erster Platz in den US-Charts.

5. A Little More Love (1978)

A Little More Love war die erste Single, die Newton-John nach ihrem Mega-Erfolg mit Grease veröffentlichte. Sie erschien auf ihrem 10. Album Totally Hot.

6. I Honestly Love You (1984)

Mit I Honestly Love You landete Olivia Newton-John 1974 einen weltweiten Pop-Hit. Bis sie 1981 Physical veröffentlichte, war I Honestly Love You jenes Stück, mit dem sie meist in Verbindung gebracht wurde, wenn man ihren Namen nannte.

7. You’re The One That I Want (1978)

Natürlich darf auch ein bestimmter Song aus Grease nicht fehlen. Das Duett mit John Travolta  You’re The One That I Want ist eines der bekanntesten Duette der Popgeschichte — und zählt zu Newton-Johns besten Stücken.

8. Hopelessly Devoted To You (1978)

Wer  You’re The One That I Want sagt, muss aber auch Hopelessly Devoted To You sagen — denn der Song aus Grease ist ebenfalls unvergesslich. Die Country-Ballade war für Songschreiber John Ferrer eine große Herausforderung: „Ich habe die längste Zeit damit verbracht, den Text eines Songs zu schreiben, den ich je geschrieben habe. Ich habe jeden Thesaurus und jedes Reimwörterbuch, das ich hatte, benutzt, um ihn richtig zum Laufen zu bringen“, erklärte er  einmal. Die Arbeit zahlte sich aus: Das Stück wurde für einen Oscar als Beste Filmmusik nominiert, verlor aber leider gegen den Beitrag Last Dance aus Thank God It’s Friday.

9. Have You Never Been Mellow (1975)

Auf der Country-Pop-Ballade Have You Never Been Mellow, drei Jahre vor ihrem Mega-Erfolg mit Grease erschienen, klingt Newton-Johns Stimme beinahe schon sirenenhaft. Der Song erschien als Single des gleichnamigen Albums und schaffte es in den USA auf die Spitze der Billboard Charts — völlig zurecht, Have You Never Been Mellow ist ein absolutes Highlight im Backkatalog der Sängerin.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 11.8.64 bekommt Roger Daltrey von seinem Schwiegervater auf die Mütze

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 11.8.64.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Die Fäuste und das Mundwerk sitzen bei Roger Daltrey von The Who Zeit seines Lebens eher locker. Kaum vorzustellen, dass er am 11. August 1964 vom Schwiegerpapa selbst eins hinter die Löffel bekommt. Hier kommt die Geschichte dieser Ausnahme-Ohrfeige.

Hört euch hier die größten The Who-Hits an: 

Blick zurück ins Jahr 1964: Roger Daltrey, selbst erst 20 Lenze jung, hat wenige Monate zuvor die sechzehn Jahre alte Jacqueline „Jackie“ Rickman geheiratet, da das Paar ein Kind erwartet. Der Frontmann merkt jedoch schnell, welches Leben ihn als Familienvater erwartet: Aus Angst vor einer bürgerlichen Existenz als Blechschlosser verlegt er seinen Schlafplatz noch vor der Geburt des Sohnes in den Van der Band. Das Ehegelübde nimmt Daltrey ohnehin nicht ganz ernst und geht offen damit um, dass die Karriere seiner Gruppe mit Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon für ihn oberste Priorität hat. Als Schwiegersohn des Jahres qualifiziert er sich damit nicht.

Ratespiel: Das Cover zur Doppelsingle „I’m The Face“/„Zoot Suit“.

In Rahmen der Gruppe übernimmt Daltrey aber durchaus Verantwortung und positioniert sich als Gründer und Frontmann. Bereits zu Schulzeiten pflegte er den Umgang mit Gangs und Kleinkriminellen, also verwundert es kaum, dass er innerhalb der Band gern mal die Fäuste sprechen lässt, wenn es um seine Meinung geht. Er fällt letztendlich auch die Entscheidung für den Namen The Who, nachdem die Band zunächst als The Detours beginnt. Im August 1964 spielt die Kombo auf Geheiß des damaligen Managers Peter Meaden kurzzeitig unter dem Namen The High Numbers. Im Juli erscheint als erste Single I’m The Face/Zoot Suit, deren Chartplatzierung lässt jedoch zu wünschen übrig lässt.

Am Abend des 11. August stehen The High Numbers dann zum wiederholten Male auf dem Programm des Railway Hotel in Nord-London. Während sich Daltrey und Co. bereithalten, um jeden Moment die Bühne zu betreten, schlägt laut Augenzeugen Jackie Rickmans Vater im Backstage-Bereich auf, zerrt Daltrey ohne viel Federlesens vor die Tür – und haut ihm schlicht eine rein. Zack.

Ein konkreter Anlass für den Zorn des Schwiegervaters ist nicht bekannt; ob der Sänger sich wehrt, lässt sich ebenfalls nicht ausmachen. So oder so stellt Daltrey das Wohl und die Professionalität der Band vor seine persönlichen Querelen, betritt wenige Augenblicke nach dem Zwischenfall die Bühne und legt eine Show hin, die es 2007 sogar in die Dokumentation Amazing Journey: The Story of The Who schafft.

Der Stoff von Dokumentationen: Das Cover zu „Amazing Journey: The Story of The Who“.

Auf dem Papier bleibt die Ehe Daltrey/Rickman noch einige Zeit bestehen, Sohn Simon kommt wenig später am 22. August auf die Welt. Als der Who-Gründer jedoch um 1968 ein Kind mit einer anderen Frau zeugt, zieht Jackie Rickman die Reißleine und reicht die Scheidung ein. Kurze Zeit später lernt der Rockstar dann auch schon das Model Heather Taylor kennen, die er 1971 heiratet und mit der er drei weitere Kinder bekommt. Diese Partnerschaft dauert bis heute an.

Zahm wird Daltrey jedoch keinesfalls, erzählt der britischen Presse vor einigen Jahren noch, die Ehe mit Taylor sei vielleicht keine offene, aber Vorschriften habe seine Frau ihm auch keine gemacht. Da kratzt man sich kaum am Kopf, weil sich über die Jahre diverse uneheliche Kinder beim Rockstar melden. Zu ihnen pflegt er jedoch ein gutes Verhältnis und integriert sie in seine Familie mit Taylor. Auch Jackie Rickman und der gemeinsame Sohn Simon nehmen an Gruppenurlauben teil.

Fliegende Hände hin oder her, Daltrey macht nie einen Hehl daraus, dass The Who bei ihm an erster Stelle stehen. So liest man auch auf der Website der Band, sie bliebe stets seine „erste Liebe“

Zeitsprung: Am 2.12.1973 landen The Who im Gefängnis.

 

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Popkultur

Zeitsprung: Am 10.8.1984 veröffentlichen die Red Hot Chili Peppers ihr Debüt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 10.8.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Seit weit mehr als drei Dekaden stehen die Red Hot Chili Peppers für Funk Rock, wie kaum eine andere Band. Los geht die Karriere der Kalifornier am 10. August 1984 mit ihrem gleichnamigen Debüt — obwohl das erste Album anders ausfällt, als die Musiker möchten…

Hier könnt ihr euch die Platte anhören: 

Als die Red Hot Chili Peppers im Jahr 1983 zusammenfinden, haben die jungen Kerle eigentlich nichts anderes im Sinn als ein gemeinsames Spaßprojekt. Sänger Anthony Kiedis, Gitarrist Hillel Slovak, Bassist Flea und Schlagzeuger Jack Irons kennen sich aus der High School und nennen ihre Band zunächst Tony Flow And The Majestic Masters Of Mayhem.

Zunächst nur Spaß

Die Chemie stimmt, gemeinsam möchten sie durchstarten. Aus diesem Grund engagieren sie Manager Lindy Goetz. Für ihre ersten Shows in der Umgebung von Los Angeles untermalen Slovak, Flea und Irons den Sprechgesang ihres Frontmannes Kiedis mit spontanen Jams, später nehmen sie die Sache ernster und nehmen Stücke für ein Demo auf. Zu jener Zeit entscheiden sie sich auch für den Namen Red Hot Chili Peppers. Irons und Slovak spielen zeitgleich in einer Gruppe namens What Is This?.

Als die Gruppe Fahrt aufnimmt, entstehen Probleme. Nur zwei Wochen, bevor die Chili Peppers einen Plattenvertrag über sieben Alben unterschreiben sollen, besiegeln Irons und Slovak ebenfalls einen Deal — allerdings für What Is This?. Kiedis und Flea sehen ihren größten Traum in Gefahr, lassen sich aber nicht unterkriegen. Für Slovak übernimmt Jack Sherman die Gitarre, an Irons Stelle trommelt Fleas alter Kumpel Cliff Martinez. Das Line-Up für das Debüt steht.

Im Studio gibt es Ärger

In den Eldorado Studios in Hollywood wird es anschließend gleich noch einmal schwierig. Das Problem: Produzent Andy Gill hat ein paar Ideen für den Stil der Band, die den Musikern so gar nicht gefallen. „Während der ersten Tage schien alles in Ordnung zu sein“, erinnert sich Frontmann Kiedis. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass Andy einen Sound im Sinn hatte, der nicht zu uns passte. Am Ende der Sessions sind Flea und ich in den Kontrollraum des Studios gerauscht, haben uns an der Konsole zu schaffen gemacht und gebrüllt: ‘Fick dich, wir hassen dich!’”

Die Wut der Gruppe artet so sehr aus, dass Flea laut Gill sogar einen Pizzakarton als Klo benutzt und ihn nachher auf dem Mischpult deponiert. „Der Toningenieur rannte schreiend aus dem Studio“, erinnert sich der Produzent. „Als wir ihn das letzte Mal sahen, lief er gerade den Sunset Boulevard herunter.“

Unzufrieden

Trotz aller Strapazen gelingt den Red Hot Chili Peppers mit ihrem gleichnamigen Debüt eine Platte, die ihren viele Türen öffnen soll — auch wenn sie selbst gar nicht zufrieden damit sind. „Ich habe mich gefühlt, als wären wir zwischen zwei Spitzen im Tal des Kompromisses gelandet“, gibt Kiedis später zu Protokoll. „Ich habe mich nicht dafür geschämt, aber das Album klingt überhaupt nicht so wie unser Demo. Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht und nach vorne geschaut.“

Nach der Veröffentlichung und ersten Touraktivitäten kehrt Gitarrist Hillel Slovak zurück, es entsteht Freaky Styley, das 1985 erscheint. Für Platte Nummer drei, The Uplift Mojo Party Plan (1987) heuert sogar Jack Irons wieder als Drummer an. Damit findet die Chaotentruppe zusehends ihren ureigenen Sound, aber das sind mal wieder andere Geschichten…

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Zeitsprung: Am 24.9.1991 zelebrieren die Red Hot Chili Peppers „Blood Sugar Sex Magik“.

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