------------

Popkultur

Zeitsprung: Am 7.8.1958 schreit Bruce Dickinson von Iron Maiden zum ersten Mal los.

Published on

Foto: Steve Thorne/Redferns

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 7.8.1958."

von Christof Leim

Bruce Dickinson ist ein Phänomen: Als Sänger der mächtigen Iron Maiden gehört er zu den ganz Großen, daneben brilliert er als Solokünstler, Pilot, Fechter, Buchautor, Bierbrauer, Radiomoderator, Geschäftsmann und Filmemacher. Wie genau man das alles in einem Leben unterkriegt, wissen wir nicht, aber zu seinem Geburtstag versuchen wir uns an einem Überblick.

Hört hier in die besten Iron-Maiden-Songs rein:

Paul Bruce Dickinson kommt am 7. August 1958 in Worksop, Nottinghamshire zur Welt. Zunächst ziehen ihn Oma und Opa auf, ab seinem sechsten Lebensjahr lebt er wieder bei seinen noch jungen Eltern in Sheffield. Kurz vorher wird seine jüngere Schwester geboren, die (mittlerweile deutsche) Springreiterin Helena Stormanns, auch bekannt als Helena Weinberg.  Zu den ersten musikalischen Erfahrungen des kleinen Bruce gehört es, zu Chubby Checkers The Twist im Wohnzimmer seiner Großeltern zu tanzen, natürlich haben auch die Beatles einen großen Einfluss, speziell die Single She Loves You.

Anfangs erstmal Ärger

Während der Schulzeit auf einem Internat in Oundle wecken Deep Purple dann das Interesse des jungen Dickinson an Rockmusik, seine erste selbstgekaufte Platte ist In Rock (1970). Zunächst will er Drummer werden, doch bei einer Probe mit Kumpels stellt sich raus, dass er eine gute Singstimme besitzt. Kurz danach fliegt er vom Internat, weil er dem Direktor ins Essen pinkelt (kein Witz). Also geht es zurück nach Sheffield, und da kann Bruce endlich mal eine richtige Band gründen: Paradox, später umbenannt in Styx. Noch steht die Rockwelt nicht in Flammen, aber immerhin schaffen es die Jungspunde in die Zeitung, weil ein durch den Krach aufgeweckter Schichtarbeiter droht, das Schlagzeug zu zerstören. Nach der Schulzeit mit Abschlüssen in Englisch, Geschichte und Wirtschaft sowie einem sechsmonatigen Abstecher in die Armee schreibt sich Bruce an einer Londoner Universität für Geschichte ein. Sein wahres Interesse gilt allerdings dem Rock’n’Roll.

Die nächste Band-Station heißt Speed (wegen schneller Tempi, nicht wegen Drogen), hier lernt er drei Akkorde auf der Gitarre und beginnt, eigene Songs zu schreiben. Zudem bewirbt er sich bei einer Band namens Shots mit einer Kassettenaufnahme und kommentiert auf einem Zettel: „Wenn euch der Gesang nicht gefällt: Auf die andere Seite habe ich John Cleese aufgenommen.“ Mit Shots nimmt Bruce Dickinson zum ersten Mal einen Song auf, er heißt Dracula. Der nächste Schritt zur Weltherrschaft ist getan. Allerdings fliegt er zu der Zeit fast von der Universität und muss, um seinen Abschluss zu retten, die Hausarbeiten von sechs Monaten in zwei Wochen schreiben. Dekaden später, am 19. Juli 2011, erhält er von der gleichen Lehranstalt die Ehrendoktorwürde für seine Beiträge zur Musik.

Wer ist Bruce Bruce?

Zum ersten Mal professionell wird es erst 1979, als Bruce mit 21 Jahren der Band Samson beitritt. Unter dem, sind wir mal ehrlich, bescheuerten Namen Bruce Bruce nimmt er sein erstes Album auf: Head On (1980). Bei einem Samson-Konzert fällt ihm die Vorgruppe auf, ihr Name: Iron Maiden. Später sagt er dazu: „Sie waren wirklich verdammt gut. Mir war damals schon klar: Eines Tages werde ich in dieser Band singen. Das bin ich, nicht Samson.“ 1981 erscheint aber erstmal ein weiteres Album mit Samson namens Shock Tactics, aber mit der Truppe geht es nicht voran; vor allem die unprofessionelle Arbeitseinstellung stößt dem Sänger auf.

Gleichzeitig werden Iron Maiden immer mehr zum ganz heißen Eisen: Gegründet und bis heute mit eiserner Entschlossenheit geführt von Bassist Steve Harris, hatte die Band am 1. Mai 1976 ihr erstes Konzert gespielt, aber noch ein paar Jahre gebraucht, um das Line-up zu festigen. Doch dann geht es ab: Das Debüt Iron Maiden erscheint 1980, schafft es bis auf Platz vier in Großbritannien und gilt als Meilenstein nicht nur in der „New Wave Of British Heavy Metal“, sondern in der Welt des klassischen Heavy Metal an sich. 1981 folgt Killers, aber gerade als Maiden zur Weltkarriere ansetzen, zeichnen sich Schwierigkeiten mit Sänger Paul Di’Anno ab. Iron Maiden laden Bruce Dickinson deshalb im September 1981 zu einem Vorsingen ein, kurz darauf gehört er zur Band. Der Rest ist Premium-Metal-Geschichte….

Weltherrschaft

Schon im Februar 1982 erscheint mit der Single Run To The Hills das erste Lebenszeichen von Maiden mit ihrem neuen Sänger, das aller Welt sofort klar macht: Hier kommt Großes. Obwohl er nie Unterricht genommen hat, verfügt Dickinson über eine außergewöhnliche Stimme mit klassischem, fast opernhaften Klang und einem Umfang von über vier Oktaven. Ihr durchdringender Ton verschafft dem Sänger zudem den Spitznamen „Air Raid Siren“, also „Luftschutzsirene“. Was wie ein Kompliment klingt, entsprang allerdings der Beschwerde eines Fans.

Die neue Stimme ermöglicht der Band nun ganz anderes Songwriting, zumal Bruce von Anfang an klar macht, dass er kein Mitläufer sein, sondern kreativ beteiligt werden will. Sein Albumeinstand The Number Of The Beast erreicht 1982 prompt die Nummer eins in Großbritannien und gilt bis heute als Heavy-Metal-Referenzwerk, das so gut ist, dass Kinder davon in der Schule hören sollten. Aus vertraglichen Gründen taucht Dickinson in den Credits nicht auf, später lässt er durchblicken, an The Prisoner, Children Of The Damned und Run To The Hills beteiligt gewesen zu sein. Legendär sind die endlos langgezogenen Gesangszeilen am Anfang von Hallowed Be Thy Name und das Intro von The Number Of The Beast, das Bruce auf Anforderung von Produzent Martin Birch so oft singen muss, dass er irgendwann Mobiliar durchs Studio wirft.

Fechtsport gegen Überlastung

Aber die Grundlagen sind gelegt. Ab jetzt macht der Maiden-Zug keine Pause und rollt immer weiter: Album, Welttour, zwei Wochen Pause, wieder von vorne. Und Iron Maiden touren hart, das Arbeitspensum ist beeindruckend, 1983 schon erscheint Piece Of Mind, 1984 Powerslave. Die anschließenden World Slavery-Tour bringt zwar den legendären Konzertmitschnitt Live After Death hervor, der 1985 veröffentlicht wird und wirklich in jeden Metal-Haushalt gehört. Allerdings geraten die Musiker an ihre Grenzen, vor allem Dickinson ist ausgebrannt und fühlt sich nach eigenen Aussagen irgendwann „wie ein Teil der Lichttraverse“. Um nicht völlig durchzudrehen, fängt er mit Fechtsport an. Er trainiert tagsüber in leeren Konzerthallen, besucht Lehrgänge – und macht keine halben Sachen. Irgendwann ist er so gut, dass er professionelle Kämpfe bestreitet und Rang sieben in Großbritannien erreicht. Später gründet er eine Firma für Fechtausrüstung namens Duellist, benannt nach einem Song von Powerslave.

Das nächste Album lässt jedoch nicht lange auf sich warten: Zu Somewhere In Time (1986) steuert unser Mann keine Lieder bei, vor allem, weil seine Idee, jetzt mal eine Akustikplatte zu machen, von der Band rundheraus abgelehnt wird. Also gönnt sich Dickinson eine kreative Pause und erfreut sich daran, „nur der Sänger“ zu sein. Für Seventh Son Of A Seventh Son (1988) sind die Batterien dann wieder aufgeladen, und Maiden legen einen vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere hin. Man kann sogar sagen: Bis 1988 haben Iron Maiden nichts falsch gemacht und reihenweise Klassiker rausgehauen, die den Kanon der Headbangerei bis heute definieren. Nach der obligatorischen Tour nimmt sich die Band sogar mal ein Jahr frei.

Zeit für Veränderung

Mit No Prayer For The Dying geht es 1990 weiter, im gleichen Jahr erscheint Dickinsons erstes Soloalbum Tattooed Millionaire mit dem späteren Maiden-Gitarristen Janick Gers an der Axt. Nach Fear Of The Dark (1992) allerdings folgt der Knall: Bruce Dickinson verlässt die Band. Der Sänger will sich kreativ austoben und hat keine Lust auf Nummer-sicher-Erfolge im immer gleichen Stil. Zudem haben sich die Zeiten im harten Rock geändert, Grunge und Crossover begeistern, und der traditionelle Heavy Metal verliert für eine Weile an Strahlkraft.

Konsequenterweise experimentiert Bruce in seiner Solokarriere mit schrägen Alternative Rock und testet Grenzen aus: 1994 erscheint Balls To Picasso mit Tribe Of Gypsies als Begleitband, auf der Tour spielt er sogar im belagerten Sarajevo. Für Skunkworks (1996) heuert er schließlich Nirvana-Produzent Jack Endino an, doch das Ergebnis „interessiert niemanden“, wie er selbst sagt. Vermutlich klingen Accident Of Birth (1997) und The Chemical Wedding (1998) deshalb wieder nach kraftvollem Heavy Metal, und sogar der mittlerweile bei Maiden ausgestiegene Gitarrist Adrian Smith spielt mit.

Über den Wolken…

Doch Musik ist nicht alles: Dickinson macht einen Flugschein und stürzt sich auch hier so sehr rein, dass er irgendwann als Pilot für die kommerzielle Airline Astraeus arbeitet und dicke Boeings durch die Welt fliegt. Er ist es auch, der das legendäre Maiden-Flugzeug Ed Force One steuert. 2011 gründet Dickinson zudem eine Firma für Flugzeugwartung in Wales. Wegen seiner geschäftlichen Aktivitäten wird er regelmäßig weltweit zu Konferenzen vor allem, aber nicht nur zum Thema Luftfahrt eingeladen.

Bruce Dickinson 2008 in Costa Rica. Credit: Adels

Während einer Welttour 1986/1987 beginnt Bruce mit dem Schreiben und verfasst den abgedrehten satirischen Roman The Adventures Of Lord Iffy Boatrace, der sehr an die Werke von Tom Sharpe erinnert. 1992 erscheint der Nachfolger The Missionary Position, auch das Skript zum Film Chemical Wedding (2008) stammt aus der Feder von Bruce Dickinson. Das Schreiben scheint ihm zu gefallen, denn im Oktober 2017 erscheint seine lesenswerte Autobiografie What Does This Button Do?, die er ohne Ghostwriter und handschriftlich (!) verfasst. Und weil das alles nicht reicht, betätigt er sich noch ein paar Jahre (2002-2010) als Radiomoderator bei der BBC. 2013 entwickelt er außerdem mit der Robinsons Brewery in England das Bier Trooper, benannt nach einem ikonischen Maiden-Song von 1983. Auch hieraus entwickelt sich eine Erfolgsgeschichte.

Zu Iron Maiden kehrt Dickinson 1999 zurück, seitdem ist die Band sogar erfolgreicher als während der „goldenen Achtziger“. Es erscheinen regelmäßig weitere Studioalben, die ebenso regelmäßig die Charts in etlichen Ländern anführen, 2005 gibt es ein weiteres Dickinson-Soloalbum namens Tyranny Of Souls. Die Briten touren weiter um die ganze Welt und erweisen sich nach wie vor als Live-Macht. Iron Maiden haben sich ihren Platz als eine der drei wichtigsten Metal-Bands aller Zeiten längst gesichert, die mächtige Stimme Dickinsons lässt sich nicht wegdenken. Eine Ende der Gruppe zeichnet sich nirgends ab, ihr Frontmann scheint ohnehin keine Pausen zu kennen. 2015 übersteht er sogar eine Krebserkrankung.

Wie viele Stunden hat sein Tag?

Wir sehen also: Der Mann ist beschäftigt, vielseitig interessiert und ruht sich in keiner Nische, schon gar nicht auf dem Status eines Rockstars aus. Irgendwer hat mal gesagt: „Womöglich will er auch noch Papst werden.“ Vater dreier Kinder ist er außerdem. Wo der Mann die Zeit hernimmt oder ob er in einem physikalisch anders gearteten Eigenuniversum lebt, würden wir sehr gerne wissen. Bis wir das rausfinden, sagen wir einfach: „Alles Gute zum Geburtstag!“ und „Up the irons!“

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Zeitsprung: Am 20.8.2005 lässt Sharon Osbourne Iron Maiden mit Eiern bewerfen.

Popkultur

„White Christmas“, „All I Want For Christmas Is You“ und mehr: Verrückte Fakten zu den größten Weihnachtssongs

Published on

Mariah Carey
Foto: Gilbert Carrasquillo /Getty Images

Sie dudeln im Radio auf und ab, beschallen Weihnachtsmärkte und Cafés: Hättet ihr diese Dinge über Evergreens wie Last Christmas, All I Want For Christmas Is You oder White Christmas gewusst?

von Björn Springorum

Auf wenige Dinge ist so sehr Verlass wie das pünktliche Aufschlagen von Last Christmas und All I Want For Christmas Is You deutlich vor dem ersten Advent. Weihnachtssongs sind Fluch und Segen zugleich, Boten einer schönen Zeit für die einen und Geißel des schlechten Geschmacks für die anderen – Stichwort #whamageddon. Zu welchem Lager man auch zählt: Vorbei kommt dieser Tage niemand an ihnen. Da lohnt mal ein Blick auf die erstaunlichen Geschichten hinter fünf der erfolgreichsten Weihnachtssongs aller Zeiten.

1. All I Want For Christmas Is You (1994)

Eine der erfolgreichsten Singles aller Zeiten ist in gerade mal 15 Minuten entstanden. So kurz sollen Mariah Carey und Walter Afanasieff für das Songwriting dieser Nummer gebraucht haben. Bewusst angelehnt an den Ronettes-Sound der Sechziger, braucht All I Want For Christmas Is You kommerziell gesehen deutlich mehr Zeit als für seine Entstehung. Der Grund: Der Song wurde anfangs nicht offiziell als reguläre Single ausgekoppelt und konnte deswegen auch nicht in den Charts notieren. Das ändert sich, als 1998 die Regularien angepasst werden. Damals beginnt die erstaunliche Erfolgsgeschichte des Songs: Am 21. Dezember 2019 – 25 Jahre nach Veröffentlichung – steht der Song erstmals ganz oben in den US-Charts. 16 Millionen Exemplare sind mittlerweile verkauft, unzählige Streaming-Rekorde gebrochen. Geschätzte 60 Millionen gibt es an Royalties allein für diesen Song, Mariah Carey allein verdient grob geschätzt 2,5 Millionen US-Dollar pro Jahr mit All I Want For Christmas Is You. Nicht übel – dafür, dass sie den Songs anfangs gar nicht aufnehmen wollte.

2. Santa Claus Is Comin’ To Town (1934)

Auch dieser Song gehört zu Weihnachten wie schlechter Glühwein: Erstmals 1934 von einem Banjo-Spieler namens Harry Reser aufgeführt, hat sich Santa Claus Is Comin’ To Town zum weihnachtlichen Pflichtprogramm entwickelt. Liegt natürlich auch an seiner erstaunlichen Haltbarkeit und Attraktivität für andere Künstler: In den letzten knapp 80 Jahren haben sich über 200 Künstler*innen an diesem Klassiker von J. Fred Coots und Haven Gillespie versucht – und nicht unbedingt unbekannte, um es mal so zu sagen: Unter anderem gibt es Versionen von Bing Crosby, Mariah Carey, Neil Diamond, Bruce Springsteen, Frank Sinatra, Bill Evans, Chris Isaak, The Temptations, The Carpenters, Michael Bublé und den Jackson 5. Am ehesten denkt man bei Santa Claus Is Comin’ To Town aber wahrscheinlich an den Boss und seine unvergleichliche Version. Die entstand gemeinsam mit der E Street Band am 12. Dezember 1975, wurde aber erst 1982 auf dem Sesamstraße-Album In Harmony 2 veröffentlicht und steigt seit 2002 regelmäßig hoch in die Charts ein. Springsteen-Konzerte im November und Dezember kommen ebenfalls nie ohne diese Nummer aus.

3. Last Christmas (1984)

Irgendwann im Sommer 1984 wird George Michael plötzlich vom Geist der Weihnacht heimgesucht. Er und sein Wham!-Kollege Ridgeley sind gerade bei Michaels Eltern zu Besuch, als ihn die winterliche Muse küsst: Er rauscht in sein altes Kinderzimmer und schreibt dort mal so eben einen der größten, wenn auch polarisierendsten Weihnachtshits aller Zeiten. Die Nummer wird zum Erfolg und schnell auch zum unverzichtbaren Weihnachtslied. Nur die Nummer Eins in den britischen Charts bleibt Last Christmas vergönnt – bis 2021, mehr als 36 Jahre nach der Veröffentlichung. Den Gesamterlös des Songs spendet Wham! vorbildlich dem Kampf gegen die verheerende Hungerkrise in Äthiopien. Bei über sechs Millionen verkauften Singles kommt da einiges zusammen.

4. Do They Know It’s Christmas (1984)

Das ist die Nummer, die Last Christmas 1984 davon abhält, die Spitze der britischen Charts zu erklimmen: Do They Know It’s Christmas von Bob Geldorf und Midge Ure ist eine der bekanntesten Benefiz-Singles aller Zeiten. Und ein echter Allstar-Coup: Aufgenommen an nur einem einzigen Tag am 24. November 1984 im Londoner Stadtteil Notting Hill, kommt die als Band Aid bezeichnete Supergroup an diesem Tag erstmals hinterm Mikro zusammen: Unter anderem singen Bono, Siobhan Fahey, Phil Collins, Boy George, Paul Weller. Sting und wieder George Michael (der damit auf Platz eins und zwei der britischen Single-Charts thront) gegen den Hunger in Äthiopien. Und sammeln ordentlich Geld ein: Die Single verkauft sich knapp zwölf Millionen Mal. Aus den von Geldorf erhofften 70.000 Pfund werden innerhalb eines Jahres acht Millionen. Kritik gibt es dennoch: Der Text spiele mit westlichen Vorurteilen und Afrikaklischees und würde die Vielfalt Afrikas unter den Teppich kehren.

5. White Christmas (1942)

1940 setzt sich Irving Berlin hin und schreibt einen Song über eine nostalgische, romantisierte Vorstellung von Weihnachten. Ja, das hat man auch schon 1942 gemacht. Sie kommt in den Soundtrack zum Film Holiday Inn und bekommt prompt den Oscar für den besten Filmsong. „Es ist nicht nur der beste Song, den ich je geschrieben habe, sondern auch der beste Song, den irgendjemand anders je geschrieben hat“, soll er seiner Sekretärin gesagt haben. Nicht gerade beschieden, aber irgendwie auch nicht ganz falsch. Zumindest hinsichtlich seines Erfolgs: Am 29. Mai 1942 nimmt Bing Crosby den Song in schlanken 18 Minuten auf, hält aber nicht viel davon. 80 Jahre später wissen wir: Er unterschätzt die Nostalgie der Menschen. White Christmas ist die erfolgreichste Single aller Zeiten! Zwar sprechen wir heute meist von der 1947-er Neuaufnahme (das Original wurde zu oft gespielt und beschädigt), aber das ist nebensächlich: Mit über 50 Millionen verkauften Exemplaren steht White Christmas ganz oben an der Spitze. Über 500 verschiedene Versionen in zahlreichen Sprachen sind mittlerweile entstanden. Und weil er damals schon nostalgisch war, wirkt er auch mit seinen 80 Jahren alterslos.

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

„Happy Xmas (War Is Over)“: Wie der Protestsong zu einem Weihnachtsklassiker wurde

Continue Reading

Popkultur

Die 15 besten Weihnachtsgeschenke für Rockfans

Published on

Weihnachtsgeschenk
Foto: Getty Images

Weihnachten nähert sich in großen Schritten. Du weißt immer noch nicht so recht, was du deinen rock-affinen Liebsten schenken sollst? Kein Problem — wir haben da ein paar Ideen!

1. Bono — Surrender: 40 Songs, One Story

U2-Frontmann Bono veröffentlichte im November 2022 seine Memoiren — und darin erzählt einer der größten Frontmänner der Rockgeschichte, wie Paul aus Dublin zu Rockstar und Weltbürger/Weltretter Bono wurde. Ein spannendes Buch, das nicht nur die Anfänge U2s beleuchtet, sondern Bono auch als selbstironischen, reflektierten Zeitgenossen zeigt.

(Hier für 20,99 Euro)

 2. Guns N’ Roses — Use Your Illusion Super Deluxe 12-LP Box

Use Your Illusion

Was für einen Nachfolger macht man nach einem Mega-Debüt wie Appetite For Destruction? Am bestengleich zwei neue Longplayer! Use Your Illusion I + II, das sind zwei Alben, die nur so überquellen. Opulent, rockig, dreckig, hochglanzproduziert, bluesy, überladen, rotzig — alles zugleich, alles auf Maximum. Im November 2022 öffneten Axl, Slash & Co. das Bandarchiv und veröffentlichten ein Boxset, das Fans der Gunners das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. 97 Tracks auf 12 LPs, davon 63 unveröffentlicht — mit Blu-ray, Buch, Lithografien und jeder Menge Goodies… und das alles natürlich im stylischen Boxset. Das mega ausführliche Boxset gibt es bei uns im uDiscover Store — übrigens auch als günstigere 7-CD-Box.

(Hier für 498,99€)

3. BAP — Bap Vinyl Box Vol. 3 (2001-2011)

Wolfgang Niedecken lud in letzter Zeit vermehrt zur Vinyl-Retrospektive und widmete jedem Jahrzehnt von BAP eine Vinyl-Box. Zuletzt erschien mit Volume 3 eine Rückschau auf die 2000er-Jahre. Fünf Alben auf je zwei 180-Gramm-LPs, dazu schöne Artworks, Prints, Texte und Faksimiles. Für Fans von BAP ein Muss!

(Hier für 173,99 Euro)

4. 101 Rock Stories: Anekdoten, Exzesse und wilde Geschichten von Christof Leim

Warum wollte Axl Rose einst David Bowie verhauen? Was verbindet AC/DC mit einem Serienkiller? Und was haben Faith No More mit dem Fall der Berliner Mauer zu tun? — Diesen (und etlichen weiteren Fragen) geht uDiscover-Autor Christof Leim in seinem Buch 101 Rock Stories: Anekdoten, Exzesse und wilde Geschichten nach. Der Musiker und Musikjournalist gräbt tief in der Schatzkiste der Rock’n’Roll-Geschichten — und sorgt für ein kurzweiliges Lesevergnügen. 

(Hier für 14 Euro)

 5. Peter Frampton — Do You Feel Like I Do? A Memoir

Vor wenigen Wochen sagte die US-amerikanische Rock-Ikone Peter Frampton seinen deutschen Fans mit den letzten Deutschlandkonzerten seiner Abschiedstournee Lebewohl. Wie bewegt seine Karriere war, lässt sich in seinen Memoiren nachlesen, die Ende 2021 erschienen sind.

(Hier für 15,59 Euro)

6. Heavy Metal Ukulele

UkuleleHeavy Metal funktioniert auch auf der Ukulele — das beweist dieses Prachtstück in Flying-V-Form. Wieso nicht mal Thunderstruck, Raining Blood und Enter Sandman auf der Uke zum Besten geben — unter dem Weihnachtsbaum, wo sonst?

(Hier für 37,20 €)

7. Slayer-Wein

Slayer-Fan, aber zugleich auch Reben-Feinspitz? Bekennende Weinliebhaber*innen kommen mit dem Slayer Reign In Blood Red auf ihre Kosten. Der Cabernet Sauvignon stammt, wie Araya & Co., aus Kalifornien — und passt hervorragend zum musikalischen Oeuvre der Herren.

(Hier für 9,59 Euro)

8. Rolling-Stones-Baumwollbeutel

Wie soll man eigentlich die ganzen Weihnachtsgeschenke nach Hause tragen? Am besten stilecht im Rolling-Stones-Baumwollbeutel mit dem ikonischen Zungen-Logo. Hier findet von exklusiven CDs und LPs bis zu T-Shirts und anderen Goodies so einiges Platz!

(Hier für 9,99 Euro)

9. Marshall Bluetooth Lautsprecher

Marshall LautsprecherKeine richtige Stereoanlage da? Kein Problem, mit der richtigen Bluetooth-Lautsprecherbox lässt sich auch ganz unkompliziert via Bluetooth gut Musik hören. Wer dabei nicht auf den klassischen Retro-Rocklook verzichten möchte, findet einige tolle Modelle von Marshall, zum Beispiel wie den Acton II. Der überzeugt mit druckvollem Sound und edlem Look!

(Hier für 199,99 Euro)

10. AKG Kopfhörer

Gute Kopfhörer sind für jeden Musikfan ein absolutes Muss — denn so lässt sich auch ohne sündteure Boxen Musik im hochwertigen Klang genießen. Die Auswahl an guten Kopfhörern ist groß, wir entscheiden uns an dieser Stelle für die AKG K-612, einfach weil sie gute Allrounder sind und auch fürs Studio taugen!

(Hier für 144 Euro)

11. Inhaler — It Won’t Always Be Like This (LP)

Im Februar 2022 veröffentlichen Inhaler ihr neues Studioalbum Cuts & Bruises. Die Wartezeit kann man aber auch mit ihrem Debüt It Won’t Always Be Like This überbrücken, das es im uDiscover Store als LP-Version gibt.

(Hier für 24,99 Euro)

12. Schallplatten-Reinigungsset

Natürlich muss die eigene Plattensammlung auch gepflegt werden. Um dem edlen Vinyl die Liebe zukommen zu lassen, die es verdient, empfehlen wir ein Vinyl-Reinigungsset.

(Hier für 20,95 Euro)

13. Squier Jazzmaster Gitarre

Squier JazzmasterWer gerne E-Gitarre lernen möchte, muss keineswegs gleich zu teuren Marken greifen. Fender etwa hat mit seiner kostengünstigen Tochterfirma Squier einige fabelhafte Modelle im Sortiment, die sich wahrlich nicht vor deutlich teureren Gitarren nicht verstecken müssen. Etwa die 40th Anniversary Jazzmaster, die nicht nur toll aussieht, sondern auch exzellent klingt.

(Hier für 599 Euro)

14. Kreator-T-Shirt

Mal unter dem Weihnachtsbaum mit ein paar Metal-Motiven bei Oma und Opa anecken? Wir hätten da ein paar Ideen — beispielsweise dieses Shirt der deutschen Metallegenden Kreator.

(Hier für 9,99 Euro)

15. Noch mehr Exklusives!

Da geht noch viel mehr! Werft einfach einen Blick in den uDiscover Store — und findet limitierte Editionen, tolle Vinyls, Boxsets und andere Highlights!

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Großer Sale im uDiscover-Store: Die Empfehlungen der Redaktion

Continue Reading

Popkultur

Zeitsprung: Am 6.12.1994 erscheint „Vitalogy“ von Pearl Jam auf CD und Kassette.

Published on

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 6.12.1994.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

1994 markiert den Wendepunkt für den Grunge: Nach Kurt Cobains Tod wenden sich die Medien gegen die Rock-Bewegung, während sich Pearl Jam im kalten Krieg mit Ticketmaster befinden. Die Jungs aus Seattle wagen mit Vitalogy den Befreiungsschlag und ebnen den Weg für Meisterwerke wie Yield. Am 6. Dezember 1994 erscheint das Album regulär auf CD…

Hört hier in Vitalogy rein: 

„Lives opened and trashed / Look, Ma, watch me crash“ intoniert Eddie Vedder im Opener Last Exit und fasst damit schon ziemlich gut zusammen, was da so in der Welt von Pearl Jam vor sich geht. Als Teil der Grunge-Szene von Seattle kommen sie mit ihrem Debüt Ten trotz kommerziellem Durchbruch nicht wirklich gut an, die Folgeplatte Vs. (1993) zementiert dafür ihren Platz zwischen Nirvana, Soundgarden und Alice In Chains. So sehr, dass der daraus resultierende Erfolg die Gruppe in eine schwere Sinnkrise stürzt. Dazu noch der Medienrummel um Kurt Cobains Suizid sowie eine Extraportion Streitigkeiten um Konzertpreise((LINK)) mit Ticketmaster. Kurzum: Der Boden unter den Bandgrundmauern wackelt.

Vorsicht, rissig

Die Aufnahmen für das dritte Album entstehen während der Tour zu Vs., die Sänger (und nun auch Gitarrist) Vedder, Bassist Jeff Ament, den Gitarristen Stone Gossard und Mike McCready und Schlagzeuger Dave Abbruzzese einiges abverlangt. Abbruzzese darf gegen Ende der Aufnahmen den Abflug machen, denn seine Kritik am Ticketmaster-Konflikt stößt auf. McCready wiederum merkt, dass sein Kokain- und Alkoholproblem die Gruppe gefährdet: „Nach dem die Band durchgestartet war, befand ich mich in meiner eigenen kleinen Welt.“ Er checkt zwischen Aufnahmen und Veröffentlichung in die Entzugsklinik ein.

An den Drums übernimmt Vedder-Vertrauter und ehemaliger Red Hot Chili Pepper Jack Irons, der positive Energie in den Laden bringt. Die braucht es dringend, denn der Sänger, der hier verstärkt die kreativen Zügel in die Hand nimmt, gerät nun mit Gossard aneinander. Für ersteren stellt der Führungswechsel eine natürliche Konsequenz dar: „Das war keine feindliche Übernahme. Ich fand, dass alle unsere Veröffentlichungen stellvertretend für mich standen. Da ich sowas wie das Gesicht der Band wurde, musste ich auch musikalisch mehr repräsentiert werden“, erzählt er später in der Dokumentation Pearl Jam Twenty

Lebenszeichen

Diese Kehrtwende äußert sich auch in, sagen wir mal, etwas wundersameren Werken wie Hey Foxymophandlemama, That’s Me, einer Soundcollage mit Äußerungen von Insassen einer Nervenklinik. Dagegen stehen aber Stücke wie das unangepasste Spin The Black Circle, Immortality und das wunderbare Better Man, die das umstrittene Album zu einem wichtigen Punkt der Bandgeschichte machen.

Ganz bewusst veröffentlichen Pearl Jam das Ding zunächst am 22. November 1994 auf Vinyl und für die damals gängigen Formate CD und Kassette gibt’s ein zweiwöchiges Embargo. Das zahlt sich aus, denn Vitalogy hält bis zur Veröffentlichung von Jack Whites Lazaretto 2014 den Rekord für die meisten Vinylverkäufe innerhalb einer Woche. Ab dem Nikolaustag 1994 stehen dann auch CDs und Kassetten zum Verkauf. Wie Kollege Chris Cornell in der Doku treffend bemerkt: „Amerikanische Rockbands lösen sich auf. Pearl Jam schafften es zusammenzubleiben.“ Vitalogy entpuppte sich dabei als der Kitt der beginnenden Risse.

Zeitsprung: Am 30.6.2000 passiert Schlimmes bei einer Pearl Jam-Show in Roskilde.

Continue Reading

Latest Music News

Top Stories

Don't Miss