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Popkultur

Von Heino bis Woodstock: Die größten WTF-Momente der vergangenen Dekade

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Foto: Shirlaine Forrest/WireImage/GettyImages und Gina Wetzler/Redferns/GettyImages

Während das Jahrzehnt sich zügig dem Ende nähert, schauen wir zurück auf die skurrilsten und überraschendsten Rock-Momente der vergangenen Jahre. Stoff dafür gibt es genug: Die Musikindustrie hat sich in rasantem Tempo verändert. Und jeder noch so kleine gedankliche Lapsus unserer Lieblingsmusiker*innen ging via Social Media in den Äther. Wie wohl die nächste Dekade aussehen wird?

von Victoria Schaffrath

2010: Soundgarden feiern Reunion – aus Versehen

Das geht ja gut los: In der Neujahrsnacht 2010 sitzen bei Chris Cornell von Soundgarden die Finger locker. Nach dem letzten richtigen Konzert 1997 ist die Band 2009 für einen Live-Song zusammengekommen und hat scheinbar Blut geleckt. „Die zwölfjährige Pause ist vorüber & die Schule geht wieder los. Meldet euch jetzt an. Die Ritter der Soundrunde sind wieder vereint!“, liest man da unter seinem Namen. Der Fall scheint klar, die Fans feiern ekstatisch ins neue Jahr.

Das einzige Problem: Es geht gar nicht um eine Reunion, lediglich der Fanclub sollte ein wenig Aufmerksamkeit bekommen. Doch die digitale Horde lässt sich nicht mehr besänftigen und die Touranfragen trudeln ein, sehr zum Erstaunen der früheren Kollegen. Diese Menge an Interesse führt zunächst zu einer Festivalshow, schließlich ins Studio und beschert der Welt das Album King Animal von 2012. Bis zu Cornells tragischem Freitod am 18.05.2017 bleibt die Band aktiv. Die Zukunft eines noch nicht fertiggestellten Albums mit der Grunge-Ikone am Mikrofon bleibt ungewiss.

2011: Marilyn Manson und Shia LaBeouf schocken mit Kurzfilm Born Villain

Vornehme Zurückhaltung verbindet man weder mit Marilyn Manson, noch mit Shia LaBeouf. Im Gegenteil: Als der Rockstar und der Schauspieler 2011 gemeinsame Sache machen, tut sich so etwas wie ein schwarzes Loch des fragwürdigen Geschmacks auf. Wer schon immer ein Trauma in Bezug auf Augäpfel und Genitalien entwickeln und gleichzeitig seine Shakespeare-Kenntnisse auffrischen wollte, dem legen wir den surrealistischen Horrorstreifen Born Villain der beiden Exzentriker sehr ans Herz.

Der Kurzfilm fungiert als Promo-Vehikel für das gleichnamige achte Album, mit dem Manson und Band wohl hoffen, in den Schockrock-Olymp zurückzukehren. Der Coup gelingt, wenn auch nicht unbedingt für das filmische Vergnügen: Obwohl das Album nur gemischte Kritiken erhält, loben Fans und Presse es für das innovative Songwriting. Als absurdes Schmankerl gibt’s außerdem ein Cover von You’re So Vain mit Johnny Depp. Die funktionieren für Manson historisch gesehen ausgezeichnet.

In alter Form: Das Cover zu „Born Villain“ in klassischer Manson-Manier.

2012: Axl Rose schlägt die Einladung der Hall Of Fame aus

Ach, Axl: Schon als Teenager verbindet der Sänger mit Autoritätsfiguren mehr Leid als Freud und das ändert sich auch während der Karriere mit Guns N’ Roses nicht. Als man die Band 2012 weit entfernt von einer Reunion der Originalbesetzung in die Rock And Roll Hall Of Fame aufnehmen möchte, schrillen im Bandana-besetzten Oberstübchen die Alarmglocken. Es folgt ein offener Brief in der Zeitung L.A. Times: „An die Rock And Roll Hall Of Fame, Guns N’ Roses-Fans und alle, die es sonst noch interessiert“, beginnt Rose seine Sichtweise der Situation.

 

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Liest man weiter, kommt der Sänger für seine Verhältnisse einigermaßen diplomatisch daher, bittet um Verständnis und versichert, niemanden, schon gar nicht die Fans, enttäuschen zu wollen. Die Ehrung untergrabe jedoch „die Bemühungen des aktuellen Line-ups – also mich, Dizzy Reed, Tommy Stinson, Frank Ferrer, Richard Fortus, Chris Pitman, Ron ‚Bumblefoot‘ Thal und DJ Ashba.“ Für ihn sei „die Aufnahmezeremonie kein Ort, an dem ich erwünscht oder respektiert werde. Und, für das Protokoll: Ich werde keinem der Guns übel nehmen, wenn sie diese Auszeichnung annehmen oder wertschätzen.“ Ein versöhnlicher Ton – ob dieser den Grundstein für die Reunion von 2016 legt?

2013: Heino sendet „Freundliche Grüße“

Ja, auch in Deutschland gibt es Stories, bei denen man sich am Kopf kratzen kann, nur steht dabei eben kein Rockstar im Mittelpunkt. 2013 sorgt vielmehr Schlagersänger Heino für einen kollektiven Double-Take unter deutschen Musikfans: Die fleisch-gewordene Sonnenbrille wirft Anfang des dreizehnten Jahres (ein Zeichen?) des Jahrtausends ein Coveralbum auf den Markt, das für einige Kontroversen sorgt.

Mit Nummern von Rammstein, den Ärzten und Marius Müller-Westernhagen kommt die Platte daher. Das Management des Barden bezeichnet Mit Freundlichen Grüßen als Hommage, doch Heino selbst fletscht eher die Dritten: „Jahrelang hat man mit meiner Person Schabernack getrieben – jetzt zeige ich den jungen Leuten mal, was man aus ihren Liedern machen kann.“ Durch eine unwesentlich überarbeitete Wiederauflage im selben Jahr mutiert das „Verbotene Album“ zur Marketingstrategie, die immerhin in einem Wacken-Auftritt kulminiert.

Kutte als Kostüm: Heino auf dem Cover zu „Mit Freundlichen Grüßen“.

2014: U2 drücken iPhone-Nutzern ungefragt ihr Album auf

Wir geben zu, so ganz steigen wir bei unseren Smartphones manchmal auch nicht durch. Zum Glück geht es den Kollegen bei Apple scheinbar nicht anders: Zur Veröffentlichung einer neuen iPhone-Generation will der Technik-Gigant seinen Kunden das neue U2-Album Songs Of Innocence kostenlos zur Verfügung stellen – und lädt das Werk ungefragt in die Sammlungen von Nutzer*innen in 119 Ländern weltweit.

Gratismusik hin oder her: der gefühlte Eingriff in die heilige Musiksammlung erwischt zahlreiche Rezipient*innen des Geschenks auf dem falschen Fuß. In einem Q&A mit der Aussage konfrontiert, so ein Zwangsdownload ohne Löschfunktion sei ziemlich unverschämt, rechtfertigt sich Bono: „Ich hatte diese schöne Idee und wir haben uns davon einfach mitreißen lassen. Künstler sind da ziemlich anfällig.“

2015: Paul McCartney kollaboriert mit Kanye West und Rihanna

Ein musikalischer Visionär und Teil eines der besten Songwriter-Duos aller Zeiten: Paul McCartney genießt in der Musikwelt einen außerordentlich guten Ruf. Vielleicht ziehen sich gerade deswegen 2015 einige Augenbrauen in die Höhe, als Sir Paul eine Zusammenarbeit mit Kanye West und Rihanna eingeht. Dass Fans von West den Namen des Beatle teils erst googeln müssen, hilft sicher nicht.

Die drei Pop-Giganten kommen in puristischer Manier daher. Das Video halten sie in schwarz-weiß; musikalisch gibt es McCartney an der Akustikgitarre, während sich West und Rihanna den Gesang teilen. In der Einfachheit lag bereits bei den Beatles die größte Vollendung, ein Rezept, dass auch hier entgegen der Erwartungen aufgeht. Die Single landet in 27 Ländern auf Platz eins der Charts und beweist einmal mehr, dass Musik über Genre- und Epochengrenzen hinweg verbindet.

 

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2016: David Bowie veröffentlicht ein Album – zwei Tage vor seinem Tod

Als die Single Lazarus am 17.12.2015 erscheint, mutet das dazugehörige Video recht makaber an: Es zeigt David Bowie auf dem Sterbebett. Im Text singt er vom Himmel und davon, in Gefahr zu sein. Theatralik gehört jedoch zu dem Briten wie die Butter aufs Brot, und sein Erscheinen bei der Uraufführung des gleichnamigen Musicals einige Tage vor Veröffentlichung wirkt durchaus vital. Dass nicht etwa Bowie, sondern der Hauptdarsteller des Musicals die Single im amerikanischen Fernsehen darbietet, beunruhigt also niemanden.

Am 8.1.2016 feiert der „Thin White Duke“ 69. Geburtstag, zur Feier des Tages gibt es gar das Album Blackstar. Dieses erreicht als erstes Bowie-Album Platz eins der amerikanischen Charts, wenn auch aus traurigem Grund: Zwei Tage nach dem Release verstirbt der Life On Mars-Schöpfer an Leberkrebs. Auf seinem letzten Langspieler verarbeitet er Motive der eigenen Sterblichkeit. Eine Review, die noch vor seinem Tod erscheint, bemerkt treffend: „Diese gequälte Unsterblichkeit ist kein Trick: Bowie wird lebendig bleiben, auch nach dem Tod des Mannes.“ Ein Denkmal mit beklemmendem Timing.

2017: Ein ukrainischer Zoo enthüllt ein Slayer-Denkmal

Heute in der Kategorie „unnützes Wissen“: Im schönen Demydow in der Ukraine gibt es einen Zoo. Als eines der ältesten Dörfer der Region um Kiew kann das Städtchen einige Tourist*innen aufweisen, die der Tierpark zwischen pittoresken Bauten und weißen Löwen in fantastische Welten mitnimmt. In die Realität werden Besucher*innen von keinem anderen als Tom Araya von Slayer zurückgeholt – in Form einer Statue.

Stolz präsentiert der Zoo das neue Kunstwerk auf Facebook: Es habe zahlreiche Diskussionen um Bartform und Instrument gegeben, aber endlich sei die Skulptur fertig. Warum ausgerechnet der Thrash-Sänger nun das Gelände ziert oder inwiefern die „Millionen“ ukrainischer Slayer-Fans nun ruhiger schlafen können, bleibt unklar. Wir tippen mal auf die Inschrift, die am Fuße des Bassisten ruht: „Fantasy and reality are the same“ – womöglich versteht der Zoo diesen Auszug aus Dead Skin Mask als Arbeitsauftrag, indem er seine Gäste in ein Märchenreich entführt. Sollten wir demnächst in die Ukraine reisen, planen wir in jedem Falle Zeit für „Selfies mit Tom“ ein.

2018: Toto und Weezer im Battle Royale der Coverversionen

Dass sich Weezer als Musiknerds sehen, wissen wir spätestens seit ihrem Hit Buddy Holly. Es wundert daher also keinen, als die Indie-Rocker nach einer monatelangen Twitter-Belagerung durch einen besonders penetranten Fan nachgeben und Africa von Toto covern. Den Rattenschwanz, den das nach sich zieht, sieht keiner kommen.

Zuerst veräppeln die Kalifornier ihre Follower*innen noch mit einer Version von Rosanna, dann folgt die ewige Mitsing-Hymne. Nur halb-ernst gemeint, entpuppt sich die Single als veritabler Erfolg für Weezer, die in Amerika zuletzt 2009 die Top 100 knackten. Was die Nachahmer können, können Toto aber schon lange und kontern unter allgemeiner Begeisterung mit eigener Variante von Hash Pipe. Mit The Teal Album legen Weezer schließlich Liebeserklärungen für all ihre Lieblingssongs nach – und das völlig unangekündigt. Der Musikwelt schlackern die Ohren,  und uns geht das Herz auf.

2019: Woodstock 50 fällt flach

Auch wenn wir das Ereignis des Jahrhunderts im Nachhinein konsequent romantisieren, organisatorisch gilt Woodstock ’69 eigentlich eher als Problemfall. Doch schlimmer geht’s immer. Die  Neuauflage ’99 endet mit Plünderungen, Vergewaltigungen und gar Todesfällen. Aber weil bekanntlich „alle guten Dinge drei sind“, gibt man dem Mutterschiff unter den Festivals 2019 eine weitere Chance. Läuft leider nicht besser, sondern gar nicht.

 

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Nach viel Kritik am Line-Up kursieren bereits im April Gerüchte, dass das für August geplante Woodstock 50 womöglich nicht stattfinden würde. Trotz abgesprungener Investor*innen will man die Planung allerdings fortsetzen. Als der Veranstaltungsort jedoch einen Rückzieher macht und auch Künstler*innen die Machbarkeit infrage stellen, müssen die Organisator*innen knappe zwei Wochen vor Festivalbeginn mitteilen: „Unser Festival ist abgesagt, aber der Spirit von Woodstock bleibt bestehen!“ Vielleicht erleben wir ja in der kommenden Dekade ein würdiges Revival?

Die größten Pop-Meilensteine der Musikgeschichte: 15 Alben, die man einfach gehört haben muss

Popkultur

10 Songs von Alice Cooper, die man kennen sollte

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Alice Cooper
Foto: Grant Lamos IV/Getty Images

Schock-Schminke, Schauer-Schlangen und schreckenerregende Songtexte: Alice Cooper hat den Schockrock zwar nicht erfunden, doch er hat ihn als erster auf die Spitze getrieben. Seit knapp 60 Jahren steht er nun auf der Bühne. Diese zehn Songs gruseln uns bis heute — auf die gute Art!

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Alice Cooper anhören:

Ob Vincent Damon Furnier schon bei seiner Geburt am 4. Februar 1948 geschminkt war, ist nicht überliefert — doch wir gehen davon aus. Die Geschichte seiner ersten großen Band Alice Cooper reicht bis ins Jahr 1964 zurück. „In der Highschool haben uns alle gehasst“, erinnert er sich in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. „Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand.“ Das ändert sich Anfang der Siebziger, denn mit ihrer Single I’m Eighteen gelingt Alice Cooper der Durchbruch. In Windeseile erobert die Gruppe die Musikwelt; ab Mitte der Siebziger spielt Furnier seine Rolle als Alice Cooper solo weiter. „Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle“, erzählt er. „Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.“ Unserer auch! Das sind seine zehn besten Songs.

1. I’m Eighteen (1970)

„I’m eighteen and I like it“ — Selten wurde die Volljährigkeit mit mehr Begeisterung besungen. Ursprünglich handelte es sich bei I’m Eighteen um eine achtminütige Jam-Session, doch Produzent Bob Ezrin überredete Alice Cooper dazu, den Song auf drei Minuten einzudampfen. Zum Glück — acht(zig)minütige Jam-Sessions gab es in den Sechzigern nun wirklich genug.

2. Under My Wheels (1971)

Bei Under My Wheels handelt es sich um die erste Single vom vierten Alice-Cooper-Album Killer (1971). Seitdem hat er das Stück auf wirklich jeder(!) Tour zum Besten gegeben, weshalb Under My Wheels Platz drei von Coopers meistgespielten Live-Songs belegt. 1988 nahm Cooper die Nummer übrigens noch einmal auf, und zwar mit Guns N’ Roses. Im Gegenzug ist Cooper auch in The Garden von Use Your Illusion I zu hören.

3. School’s Out (1972)

Keinen Song hat Alice Cooper häufiger live gespielt: Mehr als 2.900(!) Mal war School’s Out auf den Konzerten des Schockrockers zu hören, also quasi acht Jahre lang jeden Tag einmal. Dass Cooper und sein Publikum so viel Freude an dem Stück haben, überrascht nicht. Schließlich hat er selbst einmal gesagt: „Die beiden schönsten Zeiten des Jahres sind der Weihnachtsmorgen und der Beginn der Sommerferien.“

4. No More Mr. Nice Guy (1973)

Wer hinter diesem Titel Autobiografisches vermutet, ist auf dem richtigen Weg. In No More Mr. Nice Guy beschäftigt sich Cooper mit den Reaktionen der Kirchengruppe seiner Mutter auf seine mitunter okkult-gruseligen Bühnenauftritte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück“, meint er mit dem Titel. Gut so! Was hätten wir in den vergangenen Jahrzehnten bloß ohne unsere Tante Alice gemacht.

5. He’s Back (The Man Behind The Mask) (1986)

Ganze 13 Jahre liegen zwischen dem vierten und dem fünften Song unserer Liste. 13 Jahre, in denen Alice Cooper erfolgreich solo durchstartete, aber auch heftig abstürzte. An manche seiner Alben aus den Achtzigern kann er sich aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums noch nicht einmal erinnern. Dieser Titel passt also zu seinem Mini-Comeback 1986 — und zum Soundtrack des Films Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt.

6. Poison (1989)

Wann immer es um die größten Rockhymnen aller Zeiten geht, darf dieser Song nicht fehlen. In den Achtzigern hatte sich Alice Cooper durch seine Alkohol- und Drogeneskapaden beinahe selbst ins Aus geschossen, doch mit seinem 18. Studioalbum Trash gelang ihm der große Sprung zurück in den Mainstream. Bis heute handelt es sich um seine erfolgreichste Platte — und das nicht zuletzt aufgrund großer Hits wie Poison.

7. Bed Of Nails (1989)

Auch Bed Of Nails stammt von Coopers Über-Album Trash und geriet gleich hinter Poison zum zweiterfolgreichsten Song der Platte. Komponiert hat Cooper das Stück zusammen mit seinem Ex-Bassisten Kane Roberts, seinem Produzenten Desmond Child sowie mit Diane Warren, die nicht nur für Rockgrößen wie Elton John, Tina Turner und Aerosmith tätig war, sondern auch für Popstars wie Whitney Houston und Britney Spears.

8. Hey Stoopid (1991)

Hey Stoopid gehört nicht nur zu Alice Coopers berühmtesten Songs, sondern der Meister des Schockrock begrüßte für das Stück auch jede Menge Gaststars im Studio. Slash, Ozzy Osbourne, Steve Vai, Joe Satriani: Sie alle geben sich in der Nummer die Klinke in die Hand und unterstützen ihren Kumpel Alice bei seinem Rock’n’Roll-Auftrag. Die Botschaft des Songs: „Hey Dummerchen, lass das mit den Drogen doch einfach sein …“.

9. Snakebite (1991)

Wie oft Alice Cooper im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere von Schlangen gebissen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Doch wir wissen, dass es sich bei Snakebite um einen seiner allerbesten Songs handelt! Inhaltlich ist die Nummer quasi vertonter Machismo. „My face is tattooed in your shoulder / Your name is scratched into my bike“, singt Cooper darin. Na dann …

10. Feed My Frankenstein (1991)

Wer den Rockfilmklassiker Wayne’s World kennt, liebt bestimmt auch Feed My Frankenstein von Alice Cooper. Vor der legendären „Wir sind unwürdig!“-Szene besuchen die beiden Chaoten Wayne und Garth in dem Streifen nämlich ein Konzert des Schockrockers und kommen in den Genuss seiner damals brandneuen Single. Heute gehört die Nummer zu Coopers späten Klassikern — aus gutem Grund!

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Sechs Anekdoten, die nur aus dem Leben von Alice Cooper stammen können

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Popkultur

Zeitsprung: Am 4.2.1948 kommt Alice Cooper zur Welt. So viele Geschichten…

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.2.1948.

von Christof Leim

Der große Alice Cooper – Schocker Nr. 1 und wandlungsfähigster aller Rockstars – feiert am 4. Februar Geburtstag. Und der Mann macht keine Anstalten, sich zur Ruhe zu setzen. Seit sage und schreibe fünf Dekaden (!) erfreut er uns mit theatralischen Shows, Horrorgeschichten und vor allem mit hervorragender Krachmusik. Alice Cooper hat alles gesehen: Die abgedrehten Sechziger, exzessiven Siebziger und künstlichen Achtziger, die Verklemmtheit der Moralapostel und die Dekadenz des Rock’n’Roll. Himmel, der Mann hat Platten aufgenommen, an die er sich selbst nicht mehr erinnern kann. Er hat sich auf der Bühne köpfen lassen, mit Schlangen hantiert und eine ganze Latte an unsterblichen Hits produziert. Wir sagen: Happy Birthday, Alice, du Lieblingsfreak!

Dreht hier Alice Cooper auf und lest weiter:

Über Alice Cooper kann man Tausende Geschichten erzählen. Suchen wir uns die besten aus: Eigentlich heißt er ja Vincent Damon Furnier. Geboren wurde er am 4. Februar 1948 in Detroit geboren, und zwar als Sohn eines Pfarrers. Aus seiner ersten Krachkapelle, gegründet mit 16, wird über Umwege Alice Cooper. So heißt verwirrenderweise nicht nur die Band, sondern auch ihr Sänger. Im Song Be My Lover singt er Jahre später: „She asked me why the singer’s name was Alice/ I said listen, baby, you really wouldn’t understand.“

Zappa ist schuld

Den ersten Plattenvertrag bekommt Alice Cooper (die Band) von niemand Geringerem als Frank Zappa, weil der für sein Label Straight Records bizarre Musik sucht. Und „bizarr“, ja, das können die Jungs, denn ihre Songs klingen Ende der Sechziger abgedreht, theatralisch und ziemlich weit draußen. Angeblich hat Zappa die Musiker für „um sieben Uhr“ für ein Vorspiel zu sich bestellt. Als die fünf Zottel morgens (!) um sieben klingeln, zeigt sich der Altmeister beeindruckt: Wer so früh solchen Lärm machen will, besitzt Ehrgeiz. Die ersten Alben für Zappa heißen Pretties For You (1969) und Easy Action (1970) und schlagen beide keine großen Wellen.

Zeitsprung: Am 9.3.1971 erscheint „Love It To Death“ von Alice Cooper.

Dafür wird die Bühnenshow zusehends abgefahrener, so dass die Medien Notiz nehmen. Während alle von „Peace & Love“ singen, interessieren sich Alice Cooper für „Spaß, Sex, Tod und Geld“. Den ersten richtigen Hit kennt jeder: I’m Eighteen. Die Nummer stammt vom Album Love It To Death von 1971 und ist ein Evergreen der Rockwelt. Im gleichen Jahr erscheint Killer und sorgt für Skandale, auf der Bühne lässt sich Alice auf einem elektrischen Stuhl hinrichten.

Gratiswerbung durch Empörung

Mit School’s Out geht es 1972 dann ab: Die Platte verkauft sich dank des Titelsongs millionenfach. Die britische Moralaktivistin Mary Whitehouse will das Video dazu verbieten lassen, weswegen die Single prompt auf Platz eins in Großbritannien landet. Alice Cooper bedankt sich mit einem Blumenstrauß für die Extrawerbung. (Mary Whitehouse wird übrigens auch im Deep Purple-Song Mary Long besungen.) Zu Billion Dollar Babies (1973) gibt es geköpfte Babypuppen auf der Bühne, und wieder regen sich alle auf. Dafür kann der griffige Classic Rock kommerziell ordentlich punkten. Nach Muscle Of Love (ebenfalls 1973) bricht die Alice Cooper Band allerdings auseinander.

By Hunter Desportes [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Alice Cooper nutzt den Namen fortan als Solokünstler und veröffentlicht das Konzeptalbum Welcome To My Nightmare (1975), das auf den Alpträumen eines Kindes namens Steven basiert. Der Horrorfilm-Star Vincent Price fungiert als Erzähler, die Bühnenshow wird noch theatralischer. So gibt es zum Beispiel einen zweieinhalb Meter hohen Zyklopen, der den Sänger allabendlich köpft. Legendär ist natürlich der Auftritt in der Muppet Show.

Zeitsprung: Am 28.3.1978 besucht Alice Cooper die „Muppet Show“.

Zu viel Schnaps

Für Lace And Whiskey (1977) nimmt Cooper die Rolle des Privatdetektivs Maurice Escargot an. Der hat ein Alkoholproblem. Der echte Alice aber auch, und zwar so richtig. Angeblich konsumiert er pro Tag ein, zwei Kistchen Budweiser und eine Flasche Whiskey. Im berüchtigten Rainbow Bar & Grill auf dem Sunset Strip tagt er regelmäßig mit einem Säuferclub, den er Hollywood Vampires nennt. Mit dabei sind John Lennon, Ringo Starr und der legendäre Schluckspecht Keith Moon. Heute spielt Cooper mit Joe Perry (Aerosmith) und Johnny Depp (ja, der Schauspieler) in einer Coverband namens Hollywood Vampires.

Zeitsprung: Am 5.6.1977 gibt es einen Todesfall bei Alice Cooper – wegen einer Ratte.

Bei seinen Bühnenshows hantiert der Meister damals schon gerne mit Schlangen. Als eine im Sommer 1977 verstirbt, hält Cooper sogar Auditions für tierische Nachfolger. Für From The Inside (1978) wird Alice Cooper nochmal trocken, aber in den Achtzigern stürzt er ab: An gleich vier Platten von 1980 bis 1983 kann sich unser Mann nach eigenen Aussagen nicht erinnern. Und so klingen sie auch. Wer das mal nachschlagen will: Die Platten heißen Flush The Fashion, Special Forces, Zipper Catches Skin und DaDa. Aber Vorsicht, das ist kein leichter Stoff.

Zeitsprung: Am 25.8.1982 kann sich Alice Cooper nicht an sein neues Album erinnern.

Muskeln & Slasher-Filme

So langsam macht die Leber schlapp, also zieht Alice Cooper Mitte der Achtziger erfolgreich einen Entzug durch. Dekaden später scherzt er mit (ausgerechnet) Ozzy Osbourne darüber, dass er jetzt so langsam nüchtern wird. Musikalisch kehrt er 1986 fulminant mit Constrictor zurück, das sich sehr am toupierten Hard Rock der Zeit orientiert. An seiner Seite steht Kane Roberts, der aussieht wie Conan, der Barbar und eine Maschinengewehr-Gitarre spielt. Hach, die Achtziger, herrlich.

Zu dieser Zeit beginnt auch Coopers Affäre mit den damals populären Slasher-Filmen wie Friday The 13th und Nightmare On Elm Street. Mit He’s Back (The Man Behind The Mask) singt Alice sogar einen Song über den Killer Jason Voorhees aus Friday the 13th Part VI: Jason Lives. Die Horrorfilm-Ästhetik findet sich wieder in der Tourproduktion zu Raise Your Fist And Yell (1987), weswegen es in England und Deutschland Ärger und teilweise Zensur gibt. In London entgeht Cooper nur knapp dem Tod, als der Trick mit dem Galgen um ein Haar schief geht.

Zeitsprung: Am 7.4.1988 hängt sich Alice Cooper beinahe selber auf.

Platinregen

Mit Trash schießt Cooper 1989 dann durch die Stratosphäre. Die Platte verkauft sich dank der Megasingle Poison millionenfach. Musikalisch klingt das alles wie der Hard Rock der Zeit, also nach Bon Jovi, Aerosmith und Kiss. Was vielleicht daran liegt, das alle die gleichen Songwriter nutzen, vor allem Desmond Child. (Die Post, die der Mann von der GEMA bekommt, würden wir gerne mal sehen.) Damals ist natürlich auch Stammgast auf MTV. Auf Hey Stoopid (1991) trifft sich die A-Liga der Szene: Slash, Ozzy, Joe Satriani, Steve Vai und Nikki Sixx spielen, singen und schreiben alle mit. Coopers Kurzauftritt im Film Wayne’s World geht in die Rock-Folklore ein: „Wir sind unwürdig!“

Die Neunziger lässt Alice Cooper in Sachen Alben locker angehen, tourt aber weiter weltweit. Zwischen 1994 und 2017 veröffentlicht er acht weitere Platten, die sehr unterschiedlich ausfallen. Von einem comichaften Konzeptwerk (The Last Temptation, 1994) über düsteren Industrial-Metal (Brutal Planet, 2000) bis zu buntem Spaßrock (Dirty Diamonds, 2005 und Welcome 2 My Nightmare, 2011) ist alles dabei. Lobenswert, denn das hält die Sache interessant. 2017 erscheint das gelungene Paranormal, mit dem Cooper an seine Siebziger-Phase anknüpft und sogar teilweise von seiner ursprünglichen Band begleitet wird; 2021 folgt Detroit Stories.

Und sonst so? Alice Cooper ist ein leidenschaftlicher Golfer und gilt als Gentleman. Seit 1976 (!) führt der gläubige Christ eine Ehe mit der Tänzerin Sheryl Goddard, die beiden haben drei Kinder. Von seiner Bühnenfigur „Alice“ spricht er grundsätzlich in der dritten Person. Und die beiden haben anscheinend noch eine Menge vor…

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Zeitsprung: Am 22.11.1992 hilft Alice Cooper zwei Hausbesitzern.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 3.2.2003 wird Produzent Phil Spector wegen Mordes verhaftet.

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Header-Bild: Video-Still aus https://www.youtube.com/watch?v=zC9N6kd7EUU

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 3.2.2003.

von Christof Leim

Eigentlich hätte Phil Spector bis zu seinem Lebensende in seiner Villa residieren und sich über ein erfolgreiches Leben freuen können. In den Sechzigern und Siebzigern wurde der US-Amerikaner zu einer einflussreichsten Figuren der Popmusik, erschuf mehr als 30 Chart-Hits und produzierte Alben von den Beatles, Ike & Tina Turner, Leonard Cohen, John Lennon, George Harrison und sogar den Ramones. Spector wurde vor allem bekannt für die „Wall Of Sound“-Technik, die seine Platten besonders bombastisch, klanglich dicht und groß klingen ließ. Doch aus einer geruhsamen Rentenzeit wurde nichts, denn Spector saß wegen des gewaltsamen Todes der Schauspielerin Lana Clarkson im Gefängnis. Die wurde am 3. Februar 2003 erschossen in seiner Wohnung gefunden.

Hört euch hier die Frühwerke von Phil Spector an:

An diesem Abend zieht Phil Spector um die Häuser. Als immens erfolgreicher Produzent, Songwriter und Musiker heißt das: Man lässt sich von seinem Chauffeur nach Hollywood fahren, kippt sich einen hinter die Binde und hängt in möglichst exklusiven Clubs herum. Der damals 69-Jährige landet schließlich im House Of Blues und trifft dort auf die Schauspielerin Lana Clarkson. Die hatte in Scarface, Barbarian Queen und Fast Times At Ridgemont High (dt.: Ich glaub’, ich steh’ im Wald) gespielt, arbeitet an diesem Abend aber als Hostess der VIP-Lounge. Zunächst weiß sie nicht, wer Spector ist, wird aber von ihrem Boss instruiert, den Gast seinem Status gemäß zu behandeln.

Lana Clarkson († 1962-2003). Foto: Albert L. Ortega/WireImage/Getty Images

Am frühen Morgen verlassen die beiden gemeinsam den Laden und fahren mit Spectors Limousine zu seiner 33-Zimmer-Villa im nahegelegenen Alhambra. Nach einer Stunde vernimmt der Fahrer Adriano de Souza, der vor der Tür wartet, einen Schuss. Er sieht, wie sein Boss mit einer Waffe in der Hand durch die Hintertür nach draußen tritt, und hört ihn sagen: „Ich glaube, ich habe sie erschossen.“ Souza ruft die Polizei, die findet eine grausige Szene im Wohnzimmer: Eine blonde Frau liegt in einem Sessel, gestorben durch einen Schuss in den Mund, unter ihr liegt eine Pistole. Lana Clarkson wurde nur 40 Jahre alt.

Credit: Public domain

Spector wird umgehend verhaftet, später aber auf Kaution (eine Million Dollar!) freigelassen. Im Prozess 2007 trumpft er zunächst dick auf, mit mehreren Anwälten und selbstbewusstem Auftreten. Von Anfang an behauptet er, Clarkson habe sich selbst getötet, er spricht sogar von einem Versehen, als sie die Waffe geküsst habe. Unter anderem filmt er sich selbst in einem Statement. Das glaubt ihm allerdings niemand, zumal die Gutachter feststellen, dass die Schauspielerin nicht suizidal veranlagt war.

Keine Ausreden

Weil die Jury sich nicht einigen kann, wird der Prozess neu aufgerollt. Details zu den Prozessen kann man auf Wikipedia und im britischen The Guardian nachlesen. Bei der zweiten Runde 2009 schlägt Spector leiserere Töne an. Es kommt raus, dass er oft und gerne mit Waffen herumfuchtelt. So hat er mehrmals seine Künstler (darunter Lennon, Cohen und die Ramones) bedroht, vor allem aber Frauen, die ihn abblitzen ließen. Auch sonst deuten alle Beweise auf ihn. Phil Spector wird deshalb wegen Totschlages („second-degree murder“) zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt. Dort stirbt er am 16. Januar 2021 mit 81 Jahren. Seinen Lebensabend hat sich der Mann sicher anders vorgestellt. Lana Clarkson sich den ihren allerdings auch…

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Zeitsprung: Am 4.2.1980 veröffentlichen die Ramones „End Of The Century“

 

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