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Popkultur

Musik über Depressionen und andere Erkrankungen: 20 Songs zum World Mental Health Day

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Foto: R. Diamond/WireImage/Getty Images

Musik gegen Depressionen, Trauer oder Angststörungen: Seit jeher nimmt Mental Health einen zentralen Platz in der Musik ein; das gilt für die glasklare Sopranstimme, die vor einem ehrfürchtigen Publikum ihre Arie zum Besten gibt, ebenso wie für den verschwitzten Rockstar, dessen frenetische Fans vor der Festivalbühne jedes Wort seines Songs mitgrölen.

von Sina Buchwitz, Timon Menge und Victoria Schaffrath

Hier könnt ihr euch unsere Playlist zum World Mental Health Day anhören:

Zuhörer*innen und Künstler*innen nutzen die Musik gleichermaßen als sicheren Ort, an dem negative Gedanken und Sorgen ausgelebt werden dürfen. Eine gemeinsame Studie der Queen’s University und Bournemouth University bewies bereits 2016, dass Musiktherapie Depressionen bei Kindern und Jugendlichen lindern kann. Demnach steigert sie das Selbstbewusstsein und verbessert die Kommunikationsfähigkeit.

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Zum World Mental Health Day haben wir uns 20 Songs angesehen, die sich dem Thema im Laufe der Jahrzehnte auf ganz unterschiedliche Weise genähert haben.

Trigger-Warnung: In den folgenden Songs geht es um psychische Störungen wie Depressionen, Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten und Phobien. Wenn auch du unter einer solchen oder ähnlichen Erkrankung leidest und Hilfe brauchst, wende dich an eine Vertrauensperson, einen Arzt oder Psychotherapeuten.

Im Notfall erreichst Du das Krisentelefon der TelefonSeelsorge 24 Stunden täglich unter 0800-1110111 und 0800-1110222. Auf der Homepage der Deutschen Depressionshilfe findest du in der Schnellsuche Kliniken und Anlaufstellen mit Schwerpunkt Psychiatrie und Psychotherapie. Du bist nicht allein!

Elvis Presley – Blue Moon Of Kentucky (1954)

In den Fünfzigern hat man das Ganze vermutlich noch nicht „Mental Health“ genannt, doch allein die Drogen- und Alkoholeskapaden vieler Stars und Sternchen zeigen, dass man auch (und vor allem) als Berühmtheit sein Päckchen zu tragen hat. Als Elvis Presley am 7. Juli 1954 seine Interpretation des Bluegrass-Klassikers Blue Moon Of Kentucky aufnimmt, kann er noch gar nicht ahnen, was in den Jahrzehnten danach auf ihn zukommt — es handelt sich nämlich um die B-Seite seiner allerersten Single That’s All Right. Dass der Song von Einsamkeit handelt, wird sich im Lauf der Karriere des „King“ allerdings noch als sehr treffend herausstellen.

Auf den Punkt: „Shine on the one that’s gone and left me blue“

The Beatles – Help! (1965)

Als die Beatles im August 1965 ihr fünftes Album Help! veröffentlichen, haben die Briten ihren Weg an die Spitze bereits hinter sich. Die Beatlemania tobt weltweit und John, Paul, George und Ringo können sich nirgendwo öffentlich blicken lassen, ohne ein Kreischkonzert sondergleichen auszulösen. Kein Wunder, denn in den Sechzigern erklärt eine ganze Generation die „Fab Four“ zur Projektionsfläche all ihrer Sehnsüchte. John Lennon wird das zu viel. Also ruft er um Hilfe, wortwörtlich. „Ich war fett und depressiv“, gibt er später in einem Interview mit dem Playboy zu Protokoll. Eine Sache ärgert ihn an dem Song bis heute: Er ist aus kommerziellen Gründen zu schnell.

Auf den Punkt: „Help me get my feet back on the ground“

Rolling Stones – Paint It Black (1966)

Obwohl Paint It Black oft als typischer Drogensong der 1960er abgetan wird, sprechen die Lyrics eine tiefere Sprache. Bereits der Songtitel verbalisiert die dunklen Abgründe, die Depressionen und Trauer mit sich bringen. In Hinblick auf die historische Situation zur Veröffentlichung wird das Stück oft mit dem Vietnamkrieg in Verbindung gebracht und der posttraumatischen Belastungsstörung, der viele Veteranen ausgesetzt sind. Der Protagonist fühlt sich entfremdet, kann sich nicht mehr mit der Leichtlebigkeit seinesgleichen identifizieren.

Auf den Punkt: „I see the girls walk by dressed in their summer clothes, I have to turn my head until my darkness goes”

Pink Floyd – Comfortably Numb (1979)

Tranceartige Arrangements, gespenstische Gitarrensoli und düstere Texte formen im Konzeptalbum The Wall die dystopische Welt des Protagonisten Pink. Das Album malt musikalisch den Zerfall eines erfolgreichen Künstlers: Aufgrund herber Enttäuschungen baut er eine imaginäre Mauer um sich herum auf, um sich vor zusätzlichen emotionalen Verletzungen zu schützen.

Trotz seiner offensichtlichen, psychischen Probleme wird Pink von Manager und Ärzten mit Medikamenten dazu getrieben, weiter zu performen und driftet in Comfortably Numb endgültig in seine Wahnvorstellungen ab. Kaum ein Rocksong fasst die nebulös-wahnhafte Kombination aus Drogenmissbrauch und psychischer Störung so passend zusammen wie dieser.

Auf den Punkt: „There is no pain you are receding, a distant ship, smoke on the horizon / You are only coming through in waves, your lips move but I can’t hear what you’re saying”

Elton John – I’m Still Standing (1983)

In der Filmbiografie Rocketman wird I’m Still Standing zum Schlüsselsong für Eltons Ausbruch aus seiner toxischen Beziehung zu Manager John Reid. Der Text beschreibt das befreiende Gefühl der Erkenntnis, allein besser dran zu sein als mit einem Partner, der sich und seine zerstörerischen Absichten hinter einer Maske versteckt. Unter den Fans repräsentiert der Titel die triumphale Bewältigung unterschiedlichster Hürden, darunter auch Drogen- oder Alkoholprobleme.

Auf den Punkt: „And if you need to know while I’m still standing you just fade away”

Nirvana – Pennyroyal Tea (1993)

Eigentlich steht der Begriff Pennyroyal ja für die Pflanze Mentha Pulegium, die angeblich eine Abtreibung einleiten soll. Das funktioniert aber wohl gar nicht, wie auch Kurt Cobain im Booklet des Albums In Utero (1993) schreibt: „Herbal abortive… it doesn’t work, you hippie.“ Stattdessen handele der Song von einer Person mit schweren Depressionen, wie der Frontmann 1993 in einem Interview erklärt: „Ich habe den Titel gewählt, weil viele von meinen Freunden Pennyroyal ausprobiert haben, aber es hat nie funktioniert. Der Song handelt aber von einem Menschen, der mehr als depressiv ist. Er liegt deshalb quasi schon auf dem Sterbebett.“

Auf den Punkt: „Sit and drink Pennyroyal Tea… Distill the life that’s inside of me“

Manic Street Preachers – 4st 7lb (1994)

Wer sich das Schaffen und das mysteriöse Verschwinden von Bandmitglied Richey James Edwards ansieht, weiß, dass der Werdegang der Manic Street Preachers eng mit dem Thema Mental Health verknüpft ist. Edwards geht vor allem gegenüber der Presse offen mit seinem Kampf gegen Depressionen und Essstörungen um; ritzt sich gar vor einem Interviewpartner, der seine Glaubwürdigkeit infrage stellt, die Worte „4 real“ in den Unterarm. Im Song 4st 7lb thematisiert Edwards seine Magersucht und schildert aus der Sicht eines jungen Mädchens deren Drang, zu verschwinden. Text und Melodie wirken fanatisch, eindringlich und erlauben einen erschütternden Einblick in die psychische Krankheit mit der höchsten Sterberate.

Auf den Punkt: „I want to walk in the snow and not see a footprint“

The Verve – Bitter Sweet Symphony (1997)

Als The Verve-Fronter Richard Ashcroft den Song 2008 bei einem Festival ankündigt, tut er das mit den Worten: „Das Leben ist hart, jeder Montagmorgen ist hart!“ Wenige Titel bringen die bittersüße Melancholie des Lebens besser zum Ausdruck als Bittersweet Symphony. „I can’t change“, sinniert der Sänger wieder und wieder, und selbst wenn es in der Violinen-lastigen „Symphonie“ nicht offensichtlich um mentale Störungen geht, so dürften sich viele, denen Depressionen, Borderline oder Bipolare Persönlichkeitsstörungen ein Begriff sind, hier wieder erkennen. The Verve vermögen es, mit der opulenten Instrumentalisierung und dem beinahe trotzigen Text eine rohe Hoffnung zu inspirieren, die in dunklen Momenten oft schwer zu finden scheint.

Auf den Punkt: „I need to hear some sounds that recognise the pain in me, yeah“

Counting Crows – Colorblind (1999)

Wer die tonnenschwere Last einer Depression in akustischer Form vernehmen möchte, lässt Colorblind in Dauerschleife laufen. Die Monotonie des Alltags, der Kampf, selbst einfachste Abläufe durchzuführen, die Unfähigkeit, sich selbst zu helfen – all das spürt man in der reduzierten Darbietung von Sänger Adam Duritz und der spärlichen Instrumentalisierung, die ein beinahe hypnotisches Klavier-Riff in den Mittelpunkt stellt. Am Schluss wendet sich der Ton; „I am fine“ heißt es da zwischen deutlich versöhnlicheren Harmonien. Es wird eben doch besser.

Auf den Punkt: „I am covered in skin, no one gets to come in“

Blink-182 – Adam’s Song (1999)

Ende 1997 läuft es mächtig gut für Blink-182. Mit Dude Ranch (1997) haben die Kalifornier einen riesigen Erfolg im Rücken; die Gruppe spielt in den USA eine Show nach der anderen. Während einer besonders langen Konzertreise packt Bassist Mark Hoppus allerdings die Einsamkeit: „Auf Tour bist du so einsam“, räumt er in einem Interview ein. „Du hängst mit deinen Bros rum und alles ist super und so, aber wenn man nach Hause kommt, möchte man, dass da jemand auf einen wartet. Die anderen hatten immer Freundinnen, die am Flughafen auf sie gewartet haben, ich aber nicht. Es geht in dem Song [Adam’s Song] um meine depressiven Phasen und meine Einsamkeit auf Tour und darum, dass ich nicht wirklich einen Grund habe, um nach Hause zu wollen.“ Der Song erscheint am 1. Juni 1999 auf Enema Of The State.

Auf den Punkt: „I’m too depressed to go on… You’ll be sorry when I’m gone“

Slipknot – People = Shit (2001)

Gefühle der Isolation und der Andersartigkeit kennen wir im Rahmen unterschiedlichster psychischer Krankheiten. Resultiert daraus eine Abneigung gegen andere Menschen und artet diese dauerhaft ins Extrem aus, nennt man das Misanthropie. Damit scheint Slipknot-Frontmann Corey Taylor umfangreiche Erfahrungen gemacht zu haben, denn in People = Shit von Iowa (2001) lässt er seinem Unmut freien Lauf. Der Titel verrät diesbezüglich bereits genug, doch Textzeilen wie „Everybody hates me now, so fuck it“, „It never stops, you can’t be everything to everyone“ und „They never told me the failure I was meant to be“ unterstreichen die Botschaft noch einmal eindrucksvoll und zeigen vor allem, dass bei der Misanthropie auch verletzte Gefühle eine Rolle spielen.

Auf den Punkt: „I’m, not, like, you, I, just, fuck, up“

Johnny Cash – Hurt (2003)

Ursprünglich stammt dieser Song von Nine Inch Nails, doch weltweite Berühmtheit erlangt die Nummer erst in der Version von Johnny Cash. Mit seiner brüchigen Baritonstimme singt die Countrylegende 2002 im Alter von 70 Jahren über selbstverletzendes Verhalten und Heroinsucht — mit Worten aus der Feder von Nine-Inch-Nails-Mastermind Trent Reznor. Ob es sich bei dem Text des Stückes um den Abschiedsbrief eines eventuellen Protagonisten handelt oder ob das Lied die Schwierigkeiten beschreibt, die es mit sich bringt, wenn man mit Depressionen leben muss, bleibt bis heute ungeklärt. Doch eins ist sicher: Spätestens wenn Johnny Cash singt „What have I become / My sweetest friend? / Everyone I know / Goes away in the end“, kann man sich der Düsternis von Hurt nicht mehr entziehen.

Auf den Punkt: „I hurt myself today… To see if I still feel“

Metallica – My World (2003)

Als Metallica im April 2001 die Arbeit an ihrem achten Studioalbum St. Anger aufnehmen, wissen die vier Kalifornier noch nicht, was auf sie zukommt — weder künstlerisch noch menschlich. So werden die Sessions kurz nach dem Start wieder unterbrochen, weil Frontmann James Hetfield sich in eine Entzugsklinik begibt und nicht vor 2002 zurückkehrt. Der mentale Prozess, den er in der Klinik durchläuft, spiegelt sich natürlich auch in den Texten des Albums wider. „Mama, why’s it raining in my room? / Cheer up boy! Clouds will move on soon!“, singt er in My World. Auch die Verwirrung im Rahmen einer Therapie bringt er auf den Punkt: „Not only do I not know the answer… / I don’t even know what the question is!“ Es ist vermutlich kein Zufall, dass St. Anger zum wohl wütendsten und aggressivsten Metallica-Album wird.

Auf den Punkt: „God it feels… Like it only rains on me“

Sia Breathe Me (2004)

Bevor Sia ab 2011 mit Rückendeckung von David Guetta internationale Charts erobert, setzt sie sich eigentlich schon zur Ruhe. Die wachsende Bekanntheit in ihrer Heimat Australien setzt ihr zu, ihre Angststörung gerät außer Kontrolle. Zudem spielen nach dem Unfalltod ihres damaligen Partners Alkohol- und Drogenprobleme eine Rolle. Sia spielt mit dem Gedanken, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Irgendwo dazwischen entsteht Breathe Me, eine eindringliche Ballade über Selbstverletzung und den Missbrauch von Suchtmitteln. Das Ergebnis ist derart stimmungsvoll und eingängig, dass es bis heute in über 30 Filmen und TV-Serien Verwendung findet, darunter Six Feet Under, Verbotene Liebe und Orange Is The New Black.

Auf den Punkt: „Help, I have done it again, I have been here many times before“

Linkin Park – Breaking The Habit (2004)

In der Diskografie von Linkin Park finden sich zahlreiche Stücke, in denen sich Sänger Chester Bennington mit seinen psychischen Krankheiten auseinandersetzt. Ob In The End vom ersten Album oder spätere Werke wie Shadow Of The Day: Man merkt, da rumort es. Bei Breaking The Habit gelingt es ihm, die Wut und Machtlosigkeit einzufangen, die mentale Probleme mit sich bringen können. Zwar schreibt er den Text nicht selbst, trotzdem klingt es, als verspreche er sich selbst, seine schlechten Gewohnheiten zu bekämpfen. „Habit“ bedeutet im englischen Sprachgebrauch zudem so viel wie „Drogenproblem“. Dass Bennington diesen Kampf 2017 frühzeitig selbst beendet, macht einfach nur betroffen.

Auf den Punkt: „I’m picking me apart again“

Elliott Smith Twilight (2004)

Als im Oktober 2004 das Album From A Basement On The Hill erscheint, liegt der bis heute ungeklärte Tod von Elliott Smith ein knappes Jahr zurück. Ob der Folk-Musiker freiwillig aus dem Leben schied oder nicht; man weiß jedenfalls, dass er Zeit seines Lebens unter Depressionen und Abhängigkeit litt. Für Nicht-Eingeweihte klingt Twilight daher vielleicht nach einer Abfuhr, in der Smith einer möglichen Partnerin erklärt, er sei bereits vergeben. Tatsächlich aber spricht der Singer-Songwriter von der Dunkelheit, die ihn im Griff hat („I’m already somebody’s baby“) und es ihm unmöglich macht, sich auf eine Beziehung einzulassen.

Auf den Punkt: „And if I went with you I’d disappoint you too“

Motion City Soundtrack – L.G. Fuad (2005)

Von der fröhlichen Intonation sollte man sich bei L.G. Fuad nicht blenden lassen: Das Acronym steht nämlich für „let’s get fucked up and die“. Mit beißendem Zynismus kommentieren Motion City Soundtrack hier verpasste Ereignisse und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Führt man sich vor Augen, dass Texter und Sänger Justin Pierre während der Aufnahmen zum Album Commit This To Memory einen Rückfall in Sachen Alkoholismus erleidet, ergibt der beinahe manische Sound Sinn. Eine Ode an die Sozialphobie und zeitgleich der Versuch, all diesen komplexen Gefühlen Ausdruck zu verleihen – genau wie das Synthesizer-Riff am Ende des Tracks wissen wir gar nicht, wohin mit uns.

Auf den Punkt: „Yeah, so I’m already dead on the inside, but I can still pretend“

Halsey Control (2015)

Die US-amerikanische Sängerin Halsey nutzt ihre Popularität schon lange, um auf psychische Erkrankungen aufmerksam zu machen. Ihre eigene bipolare Erkrankung thematisiert Sie unter anderem in Control: Begleitet von einem ruhigen Beat und gespenstischen Sounds erzählt sie vom Kontrollverlust, den eine solche psychische Störung mit sich bringt. Der heftige Wechsel zwischen Depression und Manie führt unumgänglich zu Einsamkeit und Selbsthass, was in den Lyrics eindrucksvoll beschrieben wird.

Auf den Punkt: „I paced around for hours on empty, I jumped at the slightest of sounds / And I couldn’t stand the person inside me, I turned all the mirrors around”

Florence + The Machine – Hunger (2018)

Zur Veröffentlichung ihres Albums High As Hope und der damit verbundenen Single Hunger spricht Florence + The Machine Sängerin Florence Welch 2018 erstmals über ihre Essstörung, unter der sie als Jugendliche litt und von der selbst ihre Familie bis zu diesem Zeitpunkt nichts ahnte: „Meine Schwester sagte: ‚Was tust du da? Geht es dir gut? Du hast darüber selbst mit Mama noch nie gesprochen und jetzt verpackst du das alles in einem Popsong? Was stimmt nicht mit dir?‘“ Der Titel gibt Welch den Anstoß, mit ihrer Familie über die Probleme der Vergangenheit zu sprechen und weiter zu verarbeiten.

„Es ist eines der heimtückischsten Dinge, die man durchleben kann. Ich habe mittlerweile eine gesunde Beziehung zu meinem Körper, mehr als jemals zuvor, aber es hat lange gedauert. Man kann das Verhalten ablegen, aber die Gedanken, die brauchen sehr viel länger.“

Auf den Punkt: „At 17, I started to starve myself, I thought that love was a kind of emptiness”

Lady Gaga – 911 (2020)

Als Lady Gaga im September 2020 das Musikvideo zur ihrer Single 911 veröffentlicht, sind viele Zuschauer*innen erst einmal irritiert. Der farbenprächtige Kurzfilm präsentiert eine ganze Reihe von traumhaft anmutenden Sequenzen, die wenig Sinn zu ergeben scheinen: Gaga mit kaputtem Fahrrad in der Wüste, Gaga als Luftballon, Gaga vermummt im Ganzkörperanzug. So weit, so Gaga. Erst zum Schluss wird die Situation aufgelöst und in die brutale Realität geholt. Wie der Text verrät, geht es in 911 um bipolare Erkrankungen, die Einnahme von Antipsychotika und die damit einhergehenden Nebenwirkungen.

Auf Instagram bringt die Sängerin zusätzliches Licht ins Dunkel: „Dieser Kurzfilm ist sehr persönlich. Er handelt von meinen Erfahrungen mit Mental Health und wie Realität und Traum miteinander verschwimmen können, um uns zu Helden zu machen. Etwas, das einmal mein echtes Leben war, ist nun ein Film. Eine wahre Geschichte, die nun der Vergangenheit angehört. Es ist die Poesie des Schmerzes.“

Auf den Punkt: „Turning up emotional faders, keep repeating self-hating phrases. I have heard enough of these voices, almost like I have no choice.”

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