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Popkultur

Musik über Depressionen und andere Erkrankungen: 20 Songs zum World Mental Health Day

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Foto: R. Diamond/WireImage/Getty Images

Musik gegen Depressionen, Trauer oder Angststörungen: Seit jeher nimmt Mental Health einen zentralen Platz in der Musik ein; das gilt für die glasklare Sopranstimme, die vor einem ehrfürchtigen Publikum ihre Arie zum Besten gibt, ebenso wie für den verschwitzten Rockstar, dessen frenetische Fans vor der Festivalbühne jedes Wort seines Songs mitgrölen.

von Sina Buchwitz, Timon Menge und Victoria Schaffrath

Hier könnt ihr euch unsere Playlist zum World Mental Health Day anhören:

Zuhörer*innen und Künstler*innen nutzen die Musik gleichermaßen als sicheren Ort, an dem negative Gedanken und Sorgen ausgelebt werden dürfen. Eine gemeinsame Studie der Queen’s University und Bournemouth University bewies bereits 2016, dass Musiktherapie Depressionen bei Kindern und Jugendlichen lindern kann. Demnach steigert sie das Selbstbewusstsein und verbessert die Kommunikationsfähigkeit.

Zum World Mental Health Day haben wir uns 20 Songs angesehen, die sich dem Thema im Laufe der Jahrzehnte auf ganz unterschiedliche Weise genähert haben.

Trigger-Warnung: In den folgenden Songs geht es um psychische Störungen wie Depressionen, Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten und Phobien. Wenn auch du unter einer solchen oder ähnlichen Erkrankung leidest und Hilfe brauchst, wende dich an eine Vertrauensperson, einen Arzt oder Psychotherapeuten.

Im Notfall erreichst Du das Krisentelefon der TelefonSeelsorge 24 Stunden täglich unter 0800-1110111 und 0800-1110222. Auf der Homepage der Deutschen Depressionshilfe findest du in der Schnellsuche Kliniken und Anlaufstellen mit Schwerpunkt Psychiatrie und Psychotherapie. Du bist nicht allein!

Elvis Presley – Blue Moon Of Kentucky (1954)

In den Fünfzigern hat man das Ganze vermutlich noch nicht „Mental Health“ genannt, doch allein die Drogen- und Alkoholeskapaden vieler Stars und Sternchen zeigen, dass man auch (und vor allem) als Berühmtheit sein Päckchen zu tragen hat. Als Elvis Presley am 7. Juli 1954 seine Interpretation des Bluegrass-Klassikers Blue Moon Of Kentucky aufnimmt, kann er noch gar nicht ahnen, was in den Jahrzehnten danach auf ihn zukommt — es handelt sich nämlich um die B-Seite seiner allerersten Single That’s All Right. Dass der Song von Einsamkeit handelt, wird sich im Lauf der Karriere des „King“ allerdings noch als sehr treffend herausstellen.

Auf den Punkt: „Shine on the one that’s gone and left me blue“

The Beatles – Help! (1965)

Als die Beatles im August 1965 ihr fünftes Album Help! veröffentlichen, haben die Briten ihren Weg an die Spitze bereits hinter sich. Die Beatlemania tobt weltweit und John, Paul, George und Ringo können sich nirgendwo öffentlich blicken lassen, ohne ein Kreischkonzert sondergleichen auszulösen. Kein Wunder, denn in den Sechzigern erklärt eine ganze Generation die „Fab Four“ zur Projektionsfläche all ihrer Sehnsüchte. John Lennon wird das zu viel. Also ruft er um Hilfe, wortwörtlich. „Ich war fett und depressiv“, gibt er später in einem Interview mit dem Playboy zu Protokoll. Eine Sache ärgert ihn an dem Song bis heute: Er ist aus kommerziellen Gründen zu schnell.

Auf den Punkt: „Help me get my feet back on the ground“

Rolling Stones – Paint It Black (1966)

Obwohl Paint It Black oft als typischer Drogensong der 1960er abgetan wird, sprechen die Lyrics eine tiefere Sprache. Bereits der Songtitel verbalisiert die dunklen Abgründe, die Depressionen und Trauer mit sich bringen. In Hinblick auf die historische Situation zur Veröffentlichung wird das Stück oft mit dem Vietnamkrieg in Verbindung gebracht und der posttraumatischen Belastungsstörung, der viele Veteranen ausgesetzt sind. Der Protagonist fühlt sich entfremdet, kann sich nicht mehr mit der Leichtlebigkeit seinesgleichen identifizieren.

Auf den Punkt: „I see the girls walk by dressed in their summer clothes, I have to turn my head until my darkness goes”

Pink Floyd – Comfortably Numb (1979)

Tranceartige Arrangements, gespenstische Gitarrensoli und düstere Texte formen im Konzeptalbum The Wall die dystopische Welt des Protagonisten Pink. Das Album malt musikalisch den Zerfall eines erfolgreichen Künstlers: Aufgrund herber Enttäuschungen baut er eine imaginäre Mauer um sich herum auf, um sich vor zusätzlichen emotionalen Verletzungen zu schützen.

Trotz seiner offensichtlichen, psychischen Probleme wird Pink von Manager und Ärzten mit Medikamenten dazu getrieben, weiter zu performen und driftet in Comfortably Numb endgültig in seine Wahnvorstellungen ab. Kaum ein Rocksong fasst die nebulös-wahnhafte Kombination aus Drogenmissbrauch und psychischer Störung so passend zusammen wie dieser.

Auf den Punkt: „There is no pain you are receding, a distant ship, smoke on the horizon / You are only coming through in waves, your lips move but I can’t hear what you’re saying”

Elton John – I’m Still Standing (1983)

In der Filmbiografie Rocketman wird I’m Still Standing zum Schlüsselsong für Eltons Ausbruch aus seiner toxischen Beziehung zu Manager John Reid. Der Text beschreibt das befreiende Gefühl der Erkenntnis, allein besser dran zu sein als mit einem Partner, der sich und seine zerstörerischen Absichten hinter einer Maske versteckt. Unter den Fans repräsentiert der Titel die triumphale Bewältigung unterschiedlichster Hürden, darunter auch Drogen- oder Alkoholprobleme.

Auf den Punkt: „And if you need to know while I’m still standing you just fade away”

Nirvana – Pennyroyal Tea (1993)

Eigentlich steht der Begriff Pennyroyal ja für die Pflanze Mentha Pulegium, die angeblich eine Abtreibung einleiten soll. Das funktioniert aber wohl gar nicht, wie auch Kurt Cobain im Booklet des Albums In Utero (1993) schreibt: „Herbal abortive… it doesn’t work, you hippie.“ Stattdessen handele der Song von einer Person mit schweren Depressionen, wie der Frontmann 1993 in einem Interview erklärt: „Ich habe den Titel gewählt, weil viele von meinen Freunden Pennyroyal ausprobiert haben, aber es hat nie funktioniert. Der Song handelt aber von einem Menschen, der mehr als depressiv ist. Er liegt deshalb quasi schon auf dem Sterbebett.“

Auf den Punkt: „Sit and drink Pennyroyal Tea… Distill the life that’s inside of me“

Manic Street Preachers – 4st 7lb (1994)

Wer sich das Schaffen und das mysteriöse Verschwinden von Bandmitglied Richey James Edwards ansieht, weiß, dass der Werdegang der Manic Street Preachers eng mit dem Thema Mental Health verknüpft ist. Edwards geht vor allem gegenüber der Presse offen mit seinem Kampf gegen Depressionen und Essstörungen um; ritzt sich gar vor einem Interviewpartner, der seine Glaubwürdigkeit infrage stellt, die Worte „4 real“ in den Unterarm. Im Song 4st 7lb thematisiert Edwards seine Magersucht und schildert aus der Sicht eines jungen Mädchens deren Drang, zu verschwinden. Text und Melodie wirken fanatisch, eindringlich und erlauben einen erschütternden Einblick in die psychische Krankheit mit der höchsten Sterberate.

Auf den Punkt: „I want to walk in the snow and not see a footprint“

The Verve – Bitter Sweet Symphony (1997)

Als The Verve-Fronter Richard Ashcroft den Song 2008 bei einem Festival ankündigt, tut er das mit den Worten: „Das Leben ist hart, jeder Montagmorgen ist hart!“ Wenige Titel bringen die bittersüße Melancholie des Lebens besser zum Ausdruck als Bittersweet Symphony. „I can’t change“, sinniert der Sänger wieder und wieder, und selbst wenn es in der Violinen-lastigen „Symphonie“ nicht offensichtlich um mentale Störungen geht, so dürften sich viele, denen Depressionen, Borderline oder Bipolare Persönlichkeitsstörungen ein Begriff sind, hier wieder erkennen. The Verve vermögen es, mit der opulenten Instrumentalisierung und dem beinahe trotzigen Text eine rohe Hoffnung zu inspirieren, die in dunklen Momenten oft schwer zu finden scheint.

Auf den Punkt: „I need to hear some sounds that recognise the pain in me, yeah“

Counting Crows – Colorblind (1999)

Wer die tonnenschwere Last einer Depression in akustischer Form vernehmen möchte, lässt Colorblind in Dauerschleife laufen. Die Monotonie des Alltags, der Kampf, selbst einfachste Abläufe durchzuführen, die Unfähigkeit, sich selbst zu helfen – all das spürt man in der reduzierten Darbietung von Sänger Adam Duritz und der spärlichen Instrumentalisierung, die ein beinahe hypnotisches Klavier-Riff in den Mittelpunkt stellt. Am Schluss wendet sich der Ton; „I am fine“ heißt es da zwischen deutlich versöhnlicheren Harmonien. Es wird eben doch besser.

Auf den Punkt: „I am covered in skin, no one gets to come in“

Blink-182 – Adam’s Song (1999)

Ende 1997 läuft es mächtig gut für Blink-182. Mit Dude Ranch (1997) haben die Kalifornier einen riesigen Erfolg im Rücken; die Gruppe spielt in den USA eine Show nach der anderen. Während einer besonders langen Konzertreise packt Bassist Mark Hoppus allerdings die Einsamkeit: „Auf Tour bist du so einsam“, räumt er in einem Interview ein. „Du hängst mit deinen Bros rum und alles ist super und so, aber wenn man nach Hause kommt, möchte man, dass da jemand auf einen wartet. Die anderen hatten immer Freundinnen, die am Flughafen auf sie gewartet haben, ich aber nicht. Es geht in dem Song [Adam’s Song] um meine depressiven Phasen und meine Einsamkeit auf Tour und darum, dass ich nicht wirklich einen Grund habe, um nach Hause zu wollen.“ Der Song erscheint am 1. Juni 1999 auf Enema Of The State.

Auf den Punkt: „I’m too depressed to go on… You’ll be sorry when I’m gone“

Slipknot – People = Shit (2001)

Gefühle der Isolation und der Andersartigkeit kennen wir im Rahmen unterschiedlichster psychischer Krankheiten. Resultiert daraus eine Abneigung gegen andere Menschen und artet diese dauerhaft ins Extrem aus, nennt man das Misanthropie. Damit scheint Slipknot-Frontmann Corey Taylor umfangreiche Erfahrungen gemacht zu haben, denn in People = Shit von Iowa (2001) lässt er seinem Unmut freien Lauf. Der Titel verrät diesbezüglich bereits genug, doch Textzeilen wie „Everybody hates me now, so fuck it“, „It never stops, you can’t be everything to everyone“ und „They never told me the failure I was meant to be“ unterstreichen die Botschaft noch einmal eindrucksvoll und zeigen vor allem, dass bei der Misanthropie auch verletzte Gefühle eine Rolle spielen.

Auf den Punkt: „I’m, not, like, you, I, just, fuck, up“

Johnny Cash – Hurt (2003)

Ursprünglich stammt dieser Song von Nine Inch Nails, doch weltweite Berühmtheit erlangt die Nummer erst in der Version von Johnny Cash. Mit seiner brüchigen Baritonstimme singt die Countrylegende 2002 im Alter von 70 Jahren über selbstverletzendes Verhalten und Heroinsucht — mit Worten aus der Feder von Nine-Inch-Nails-Mastermind Trent Reznor. Ob es sich bei dem Text des Stückes um den Abschiedsbrief eines eventuellen Protagonisten handelt oder ob das Lied die Schwierigkeiten beschreibt, die es mit sich bringt, wenn man mit Depressionen leben muss, bleibt bis heute ungeklärt. Doch eins ist sicher: Spätestens wenn Johnny Cash singt „What have I become / My sweetest friend? / Everyone I know / Goes away in the end“, kann man sich der Düsternis von Hurt nicht mehr entziehen.

Auf den Punkt: „I hurt myself today… To see if I still feel“

Metallica – My World (2003)

Als Metallica im April 2001 die Arbeit an ihrem achten Studioalbum St. Anger aufnehmen, wissen die vier Kalifornier noch nicht, was auf sie zukommt — weder künstlerisch noch menschlich. So werden die Sessions kurz nach dem Start wieder unterbrochen, weil Frontmann James Hetfield sich in eine Entzugsklinik begibt und nicht vor 2002 zurückkehrt. Der mentale Prozess, den er in der Klinik durchläuft, spiegelt sich natürlich auch in den Texten des Albums wider. „Mama, why’s it raining in my room? / Cheer up boy! Clouds will move on soon!“, singt er in My World. Auch die Verwirrung im Rahmen einer Therapie bringt er auf den Punkt: „Not only do I not know the answer… / I don’t even know what the question is!“ Es ist vermutlich kein Zufall, dass St. Anger zum wohl wütendsten und aggressivsten Metallica-Album wird.

Auf den Punkt: „God it feels… Like it only rains on me“

Sia Breathe Me (2004)

Bevor Sia ab 2011 mit Rückendeckung von David Guetta internationale Charts erobert, setzt sie sich eigentlich schon zur Ruhe. Die wachsende Bekanntheit in ihrer Heimat Australien setzt ihr zu, ihre Angststörung gerät außer Kontrolle. Zudem spielen nach dem Unfalltod ihres damaligen Partners Alkohol- und Drogenprobleme eine Rolle. Sia spielt mit dem Gedanken, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Irgendwo dazwischen entsteht Breathe Me, eine eindringliche Ballade über Selbstverletzung und den Missbrauch von Suchtmitteln. Das Ergebnis ist derart stimmungsvoll und eingängig, dass es bis heute in über 30 Filmen und TV-Serien Verwendung findet, darunter Six Feet Under, Verbotene Liebe und Orange Is The New Black.

Auf den Punkt: „Help, I have done it again, I have been here many times before“

Linkin Park – Breaking The Habit (2004)

In der Diskografie von Linkin Park finden sich zahlreiche Stücke, in denen sich Sänger Chester Bennington mit seinen psychischen Krankheiten auseinandersetzt. Ob In The End vom ersten Album oder spätere Werke wie Shadow Of The Day: Man merkt, da rumort es. Bei Breaking The Habit gelingt es ihm, die Wut und Machtlosigkeit einzufangen, die mentale Probleme mit sich bringen können. Zwar schreibt er den Text nicht selbst, trotzdem klingt es, als verspreche er sich selbst, seine schlechten Gewohnheiten zu bekämpfen. „Habit“ bedeutet im englischen Sprachgebrauch zudem so viel wie „Drogenproblem“. Dass Bennington diesen Kampf 2017 frühzeitig selbst beendet, macht einfach nur betroffen.

Auf den Punkt: „I’m picking me apart again“

Elliott Smith Twilight (2004)

Als im Oktober 2004 das Album From A Basement On The Hill erscheint, liegt der bis heute ungeklärte Tod von Elliott Smith ein knappes Jahr zurück. Ob der Folk-Musiker freiwillig aus dem Leben schied oder nicht; man weiß jedenfalls, dass er Zeit seines Lebens unter Depressionen und Abhängigkeit litt. Für Nicht-Eingeweihte klingt Twilight daher vielleicht nach einer Abfuhr, in der Smith einer möglichen Partnerin erklärt, er sei bereits vergeben. Tatsächlich aber spricht der Singer-Songwriter von der Dunkelheit, die ihn im Griff hat („I’m already somebody’s baby“) und es ihm unmöglich macht, sich auf eine Beziehung einzulassen.

Auf den Punkt: „And if I went with you I’d disappoint you too“

Motion City Soundtrack – L.G. Fuad (2005)

Von der fröhlichen Intonation sollte man sich bei L.G. Fuad nicht blenden lassen: Das Acronym steht nämlich für „let’s get fucked up and die“. Mit beißendem Zynismus kommentieren Motion City Soundtrack hier verpasste Ereignisse und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Führt man sich vor Augen, dass Texter und Sänger Justin Pierre während der Aufnahmen zum Album Commit This To Memory einen Rückfall in Sachen Alkoholismus erleidet, ergibt der beinahe manische Sound Sinn. Eine Ode an die Sozialphobie und zeitgleich der Versuch, all diesen komplexen Gefühlen Ausdruck zu verleihen – genau wie das Synthesizer-Riff am Ende des Tracks wissen wir gar nicht, wohin mit uns.

Auf den Punkt: „Yeah, so I’m already dead on the inside, but I can still pretend“

Halsey Control (2015)

Die US-amerikanische Sängerin Halsey nutzt ihre Popularität schon lange, um auf psychische Erkrankungen aufmerksam zu machen. Ihre eigene bipolare Erkrankung thematisiert Sie unter anderem in Control: Begleitet von einem ruhigen Beat und gespenstischen Sounds erzählt sie vom Kontrollverlust, den eine solche psychische Störung mit sich bringt. Der heftige Wechsel zwischen Depression und Manie führt unumgänglich zu Einsamkeit und Selbsthass, was in den Lyrics eindrucksvoll beschrieben wird.

Auf den Punkt: „I paced around for hours on empty, I jumped at the slightest of sounds / And I couldn’t stand the person inside me, I turned all the mirrors around”

Florence + The Machine – Hunger (2018)

Zur Veröffentlichung ihres Albums High As Hope und der damit verbundenen Single Hunger spricht Florence + The Machine Sängerin Florence Welch 2018 erstmals über ihre Essstörung, unter der sie als Jugendliche litt und von der selbst ihre Familie bis zu diesem Zeitpunkt nichts ahnte: „Meine Schwester sagte: ‚Was tust du da? Geht es dir gut? Du hast darüber selbst mit Mama noch nie gesprochen und jetzt verpackst du das alles in einem Popsong? Was stimmt nicht mit dir?‘“ Der Titel gibt Welch den Anstoß, mit ihrer Familie über die Probleme der Vergangenheit zu sprechen und weiter zu verarbeiten.

„Es ist eines der heimtückischsten Dinge, die man durchleben kann. Ich habe mittlerweile eine gesunde Beziehung zu meinem Körper, mehr als jemals zuvor, aber es hat lange gedauert. Man kann das Verhalten ablegen, aber die Gedanken, die brauchen sehr viel länger.“

Auf den Punkt: „At 17, I started to starve myself, I thought that love was a kind of emptiness”

Lady Gaga – 911 (2020)

Als Lady Gaga im September 2020 das Musikvideo zur ihrer Single 911 veröffentlicht, sind viele Zuschauer*innen erst einmal irritiert. Der farbenprächtige Kurzfilm präsentiert eine ganze Reihe von traumhaft anmutenden Sequenzen, die wenig Sinn zu ergeben scheinen: Gaga mit kaputtem Fahrrad in der Wüste, Gaga als Luftballon, Gaga vermummt im Ganzkörperanzug. So weit, so Gaga. Erst zum Schluss wird die Situation aufgelöst und in die brutale Realität geholt. Wie der Text verrät, geht es in 911 um bipolare Erkrankungen, die Einnahme von Antipsychotika und die damit einhergehenden Nebenwirkungen.

Auf Instagram bringt die Sängerin zusätzliches Licht ins Dunkel: „Dieser Kurzfilm ist sehr persönlich. Er handelt von meinen Erfahrungen mit Mental Health und wie Realität und Traum miteinander verschwimmen können, um uns zu Helden zu machen. Etwas, das einmal mein echtes Leben war, ist nun ein Film. Eine wahre Geschichte, die nun der Vergangenheit angehört. Es ist die Poesie des Schmerzes.“

Auf den Punkt: „Turning up emotional faders, keep repeating self-hating phrases. I have heard enough of these voices, almost like I have no choice.”

Popkultur

Meilenstein im Blitztempo: Wie Big Mama Thornton mit „Hound Dog“ einen Grundstein des Rock’n’Roll legte

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Big Mama Thornton
Foto: Jim Barron/Redferns/Getty Images

Geschrieben in 15 Minuten, aufgenommen am nächsten Tag und für immer ein Teil der Rockgeschichte: Mit Hound Dog landete Big Mama Thornton nicht nur ihren größten Hit, sondern leistete auch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Rock’n’Roll. Ein Künstler feierte mit dem Song allerdings noch größere Erfolge.

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Big Mama Thornton anhören:

„You ain’t nothin’ but a hound dog“: Noch heute steht diese Zeile für die energiegeladenen Anfangstage des Rock’n’Roll. Geschrieben wurde die Nummer allerdings nicht für Elvis Presley, der mit dem Song einen der größten Hits seiner erstaunlichen Karriere landete. Nein, eigentlich komponierten die beiden Songschreiber Jerry Leiber und Mike Stoller das Stück für Willie Mae „Big Mama“ Thornton — und zwar in Rekordzeit. „Für Hound Dog haben wir etwa zwölf bis 15 Minuten gebraucht“, berichtet Leiber 1990 in einem Interview mit dem Rolling Stone. „Der Song ist nicht sonderlich kompliziert.“ Doch wie kam es eigentlich zu der Zusammenarbeit zwischen Leiber, Stoller und Thornton?

Wir schreiben den 12. August 1952. Bandleader und Musikproduzent Johnny Otis hat die 19-jährigen Songschreiber Leiber und Stoller zu sich nach Hause eingeladen, damit sie Big Mama Thornton kennenlernen können. Das Duo hört der Sängerin bei einer Probe zu und Otis fragt, ob die Zwei einen Song für Thornton schreiben können. Noch am selben Nachmittag entsteht Hound Dog. „Sie war eine wunderbare Blues-Sängerin mit einem großartigen anklagenden Stil“, schwärmt Stoller im Rolling-Stone-Interview von Thornton. „Es war aber nicht nur ihr Stil, sondern auch ihr Aussehen, das Hound Dog beeinflusst hat, und uns auf die Idee gebracht hat, dass sie den Song eher brummen soll.“

„Erzähl mir nicht, wie ich den Blues zu singen habe.“

Schon am nächsten Tag steht Thornton im Studio und singt das Stück ein. Die Produktion übernehmen Leiber und Stoller zum ersten Mal selbst. „Wir haben uns Sorgen gemacht, weil der vorherige Schlagzeuger nicht das gleiche Gefühl rüberbrachte wie Otis bei den Proben“, erklärt Stoller in der Autobiografie des Komponistenpaares. „Jerry fragte Johnny, ob er nicht das Schlagzeug einspielen kann. ‚Niemand bringt diesen Groove so auf den Punkt wie du‘, sagte er. Johnny fragte: ‚Und wer betreut die Aufnahme-Session?‘ Stille. ‚Ihr Zwei?‘, fragte er. ‚Die Kids betreuen die Aufnahme?’ Ich sagte: ‚Klar. Die Kids haben es geschrieben. Also lass es die Kids tun.’ Johnny grinste und sagte: ‚Warum nicht?‘“

Bei den Proben geraten die Songschreiber und Thornton aneinander. Leiber und Stoller möchten, dass die Sängerin das Stück ein wenig anders umsetzt, nehmen ihren Mut zusammen und weisen sie darauf hin. Mit ihrer Größe von etwa 1,80 Metern, einem Gewicht von 115 Kilo und zahlreichen Narben im Gesicht macht Thornton ihrem Spitznamen „Big Mama“ alle Ehre, schaut die beiden Komponisten kühl an und sagt: „Weißer Junge, erzähl mir nicht, wie ich den Blues zu singen habe.“ Touché. Trotz der Unstimmigkeiten finden Thornton, Leiber und Stoller einen Kompromiss und erschaffen die Aufnahme, die Generationen an Rock’n’Roll-Musiker*innen beeinflussen wird.

Hound Dog: Ein Rock’n’Roll-Standard für die Geschichtsbücher

Zu diesen Rock’n’Rollern zählt auch ein junger Mann namens Elvis Presley, der zwei Jahre später seinen ersten Hit That’s All Right aufnimmt. Mit seiner Version von Hound Dog landet der „King“ weitere zwei Jahre später einen der größten Erfolge seiner Karriere. Er verändert dazu einiges an dem Stück, ob in musikalischer oder lyrischer Hinsicht. „Alles wirkte unfassbar nervös, zu schnell, zu weiß“, findet Stoller. „Aber wissen Sie, nachdem sich die Single sieben oder acht Millionen Mal verkauft hatte, klang sie besser.“ Die erste Aufnahme des Songs wird immer die von Big Mama Thornton bleiben — und die steht noch heute für die aufregenden Anfangstage des Rock ‘n‘ Roll.

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Die frühen Frauen des Rock’n’Roll: Wichtig, aber übersehen

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Popkultur

Zeitsprung: Am 13.8.1999 veröffentlichen Kiss den Film „Detroit Rock City“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 13.8.1999.

von Christof Leim

Einmal sind Kiss mit einem Filmprojekt schon auf die geschminkten Nasen gefallen: 1978 verfehlten die damaligen Superstars mit Kiss Meets The Phantom Of The Park ihr Ziel der crossmedialen Weltherrschaft ziemlich deutlich (wie man hier im Detail nachlesen kann). Zwei Dekaden später versuchen sie es erneut: Am 13. August 1999 startet Detroit Rock City in den Kinos – und erweist sich als Comedy-Trash mit viel Siebziger-Vibe…

Detroit Rock City (der Film) schlägt gewissermaßen eine Brücke zwischen zwei Hochphasen von Kiss: Er entsteht 1999, als die Band dank der Reunion der Originalbesetzung wieder zu den größten Geldverdienern im internationalen Rock’n’Roll-Zirkus zählt. Die Handlung des Streifens wiederum spielt 1978, als Kiss vor allem in den USA zu einem kulturellen Phänomen geworden sind und auf einer beeindruckenden Welle des Erfolges reiten. Die Burschen veröffentlichen im September 1978 sogar am gleichen Tag vier Soloalben.

Die Handlung ist schnell umrissen: Vier Kumpels namens Hawk, Lex, Trip und Jam lieben Kiss (wie so ziemliche alle US-Teenager der Siebziger) und spielen sogar in ihrer eigenen Coverband, um ihren Helden zu huldigen. Die wiederum sind für ein großes Konzert in Detroit (wo sonst?) angekündigt, Tickets dafür haben die Jungs bereits am Start – bis die ultrareligiöse Mutter von Jam dahinterkommt und die Eintrittskarten kurzerhand verbrennt. Klar, denn Kiss steht ja bekanntermaßen für „Knights In Satanic Service“.

Also suchen sich die Vier anderweitig Zutritt zur Show und eine Möglichkeit, überhaupt nach Detroit zu kommen. Bis sie Kiss mit Feuer und Explosionen live erleben, müssen sie sich mit Discoschnöseln und Pfarrern rumschlagen, werden vermöbelt, bestohlen, übers Ohr gehauen und zerlegen eine Damentoilette (Ladies Room, get it?). Einer tritt zwischendurch in einem Stripclub auf, der nächste knutscht in einem Beichtstuhl (mit einem Mädel namens Beth, klar), ein anderer wird von einer älteren Lady entjungfert, die von Gene Simmons’ Ehefrau Shannon Tweed gespielt wird. Und Jam geigt seiner konservativen Mutter die Meinung. Dass dazwischen einiges an Mobiliar zu Bruch geht, versteht sich von selbst.

Die Regie übernimmt Adam Rifkin, als Produzent fungiert Gene Simmons, und alle vier Kiss-Musiker treten bei der großen Show am Ende auf. Einige der Schauspieler kennt man ebenfalls: Edward Furlong („Hawk“) spielte in Terminator 2, Natasha Lyonne („Christine“) gehört zur Besetzung von Orange Is The New Black. In den weiteren Hauptrollen: Sam Huntington, Giuseppe Andrews und James DeBello.

Neue cineastische Höhen erklimmt Detroit Rock City damit nicht, sondern erweist sich als überdrehter Klamauk in „bester“ Tradition des Ramones-Streifens Rock’n’Roll High School. Allerdings bietet das bei entsprechender Affinität zu Trash, Seventies und Kiss durchaus einen Unterhaltungswert. Das reicht für einen gewissen Kultstatus, doch geschäftlich ist das Projekt ein formidabler Flop: 17 Millionen US-Dollar soll es gekostet haben, knappe sechs spielt es ein. Nach dem Kinostart am 13. August 1999 kommt schon im Dezember des gleichen Jahres die Homevideo-Variante. 

Der Soundtrack indes macht Spaß, vor allem wegen cooler Coverversionen. So spielen Pantera Cat Scratch Fever (was sogar als Single veröffentlicht wird), Everclear covern The Boys Are Back In Town, Drain STH machen 20th Century Boy zur Doom-Nummer, und die Donnas rocken Strutter. Lediglich der Versuch von Marilyn Manson, sich des AC/DC-Manifests Highway To Hell anzunehmen, darf wegen völliger Seelenlosigkeit als erschreckendes, aber glücklicherweise fast vergessenes Verbrechen der Musikgeschichte betrachtet werden. Dazu gibt es Klassiker von Van Halen, Black Sabbath, Cheap Trick, Bowie und The Sweet, noch zwei Kiss-Gassenhauer (Shout It Out Loud, Detroit Rock City) und sogar einen neuen Song unserer liebsten Schminkemonster. Nothing Can Keep Me From You läuft während der Credits und drückt ordentlich auf die Tränendrüse. Geschrieben hat ihn Hitkomponistin Diane Warren, Paul Stanley singt (ziemlich gut), ansonsten spielt keiner der Band mit. (Es soll lediglich Ex-Gitarrist Bruce Kulick den Bass übernommen haben.) Braucht man nicht.

Überhaupt lässt die Stimmung im Line-up damals schon zu wünschen übrig, nicht zuletzt wegen dieses Films, wie Ace Frehley und Peter Criss in ihren Autobiografien berichten. Vor allem Ace kann es Gene nicht verzeihen, dass eine Szene mit seiner Tochter Monique angeblich absichtlich rausgeschnitten wird. Aber das sind mal wieder andere Geschichten.

Interview: Kiss zum Abschied: „Es wird schmerzhaft und schön!“

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Zeitsprung: Am 12.8.1949 kommt Mark Knopfler (Dire Straits) zur Welt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 12.8.1949.

von Christof Leim

Songs schreiben kann der Mann. Und ziemlich gut Gitarre spielen. Deshalb erobert Mark Knopfler zuerst als Kopf der Dire Straits die Welt und brilliert danach als Solokünstler. Am 12. August feiert er Geburtstag.

Zur Lektüre gibt’s hier Knopflers Album Down The Road Wherever:

Zunächst will der in Glasgow geborene Mark Knopfler erstmal etwas Vernünftiges machen: Er studiert Journalismus. „Der Plan war, so Geld zu verdienen und Musik als schönes Hobby auszuleben“, erzählt er 2009 in einem Interview. Er arbeitet sogar in diesem Beruf, macht einen Abschluss in Englisch und geht als Dozent an die Universität. Dabei spielt Knopfler aber immer in Bands, die zum Beispiel Brewers Droop oder Café Racers heißen. Vor allem aber schreibt er von Anfang an Songs und entwickelt einen Stil, der sich von anderen unterscheidet: Er benutzt kein Plektrum, sondern spielt seine Gitarre mit den Fingern, was vor allem im Country verbreitet ist und ihm andere Licks als die der gängigen Rockgitarristen ermöglicht. Seine Einflüsse liegen daneben im Rock und Swing, mit bisschen Blues, wie es sich gehört.

Mark Knopfler 1979 – Pic: Klaus Hiltscher/Wiki Commons

So schlägt sich Mark Knopfler Mitte der Siebziger durch die Pubs von London. Er singt und spielt Gitarre, mit dabei sind sein Bruder David an der zweiten Gitarre sowie Bassist John Illsley. Zusammen gründen sie die Band, mit der Knopfler berühmt werden wird: die Dire Straits. Der ersten Demos entstehen 1977, da ist unser Mann schon Ende 20. Auf den ersten Aufnahmen findet sich bereits ein musikalischen Kleinod namens Sultans Of Swing. Kennt man, muss man kennen.

1978 folgt das erste Album Dire Straits, doch ärgerlicherweise gerät die Musikwelt davon nich in Ekstase. Dann allerdings erscheint Sultans Of Swing als Single. Das wunderbare Lied mit dem Text über eine Feierabendband rollt langsam, aber stetig die Charts auf, zunächst in Europa, dann in Nordamerika. Die Dire Straits sind bereit, und sie starten durch: In rascher Abfolge erscheinen Communiqué (1979), Making Movies (1980) und Love Over Gold (1982) und verkaufen sich gut. 

Die Songs darauf stammen samt und sonders von Mark Knopfler, der gerne kleine Geschichten erzählt und eine höchst geschmackvolle Gitarrenarbeit zelebriert. Zwischendurch schreibt er noch Filmmusik, taucht auf einem Bob-Dylan-Album auf, produziert und schreibt Lieder für andere Leute, unter anderem für Private Dancer, das immens erfolgreiche Comeback von Tina Turner 1984.

Richtig ab geht es dann mit Brothers In Arms 1985, das zum internationalen Megahit wird.  Die Songs darauf kennt wirklich jeder: Money For Nothing, Walk Of Life, So Far Away und natürlich das einfühlsame Titelstück. Dire Straits sind jetzt Superstars, allen voran Mark Knopfler. Die nächsten beiden Jahre verbringt die Truppe auf der Straße und fährt einen Erfolg nach dem anderen ein. Dem Chef wird das aber alles zu groß und zu viel. Zunächst gibt es eine Pause, 1988 verkündet Knopfler die Auflösung der Dire Straits.  

Musik machen will er weiterhin, aber eben in kleinerem Rahmen ohne die massiven Erwartungen und Verpflichtungen. Seine nächste Band The Notting Hillbillies jedenfalls widmet sich US-amerikanischer Roots-Musik wie Folk, Blues und Country, alles viel unspektakulärer, vermutlich (oder hoffentlich) genauso befriedigend. Ein Album erscheint 1990, es trägt den schönen Titel Missing…Presumed Having a Good Time. Eine kleine Runde dreht unser Mann mit den Dire Straits aber noch: Im September 1991 kommt mit On Every Street doch noch ein Album, doch unweigerlich folgende Mega-Welttour sorgt dann dafür, dass die Band 1995 endgültig aufgelöst wird.

Mark Knopfler startet darauf eine Solokarriere, seit 1996 erscheinen in lockerer Folge fast ein Dutzend Soloalben: Golden Heart, Sailing To Philadelphia, The Ragpicker’s Dream, Shangri-La, Kill To Get Crimson, Get Lucky, Privateering, Tracker und Down The Road Wherever. Damit feiert er in aller Welt Erfolge, jedoch weit entfernt von der Megalomanie der Achtziger. Zudem kollaboriert er mit unzähligen anderen Künstlern, etwa Emmylou Harris, tourt mit Bob Dylan und beschäftigt sich oft und gerne mit Country. Bei seinen eigenen Konzerten geht es mittlerweile nur um die Musik, große Produktion braucht der Mann nicht mehr. Auf der Bühne trinkt er Tee. Nach einer Dire-Straits-Reunion steht dem musikalischen Kopf der Sinn so gar nicht, nicht mal bei der Einführung der Band in die Rock And Roll Hall Of Fame 2018 taucht er auf.

Songwriter, Meistergitarrist und Geschichtenerzähler: Mark Knopfler 2018 – Pic: Derek Hudson

Sein Privatleben behält Knopfler für sich, Interviews gibt es nicht viele. Er ist zum dritten Mal verheiratet, Vater von vier Kindern, Fan des Newcastle FC und Sammler von Sportwagen. Auf seinen letzten Touren denkt er laut darüber nach, sich zur Ruhe zu setzen und kündigt explizit sogar seinen Abschied von der Bühne, spielt aber nach eigenen Aussagen zu gerne. Hoffen wir, dass das so bleibt. Alles Gute zum Geburtstag, Mr. Knopfler!

Zeitsprung: Am 29.3.1979 landet Mark Knopfler auf einem Bob-Dylan-Album.

 

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