------------

Popkultur

Seht hier die Kurzdoku „Elton John – The Way of the Rocket Man“

Published on

Elton John
Foto: SSPL/Getty Images

Sir Elton John ist eine Legende der Popmusik und zählt zu den einflussreichsten Künstler*innen der modernen Musikgeschichte. Mit über 300 Millionen verkauften Platten gehört der britische Sänger, Pianist und Songschreiber zu den erfolgreichsten Musiker*innen aller Zeiten. Sein Lebenswerk umfasst über 50 Veröffentlichungen.

Ganze 50 seiner Songs erklommen die internationalen Charts. Viele davon stürmten sogar die Chartspitzen. Songs wie I’m Still Standing, Sacrifice und Rocketman sind heute Kulturgut.

Elton John erhielt fünf Grammys und fünf Brit Awards, unter anderem für sein ganzheitliches, gesellschaftlich relevantes Lebenswerk. Auch die Filmwelt ehrt ihn im Laufe seiner Karriere mit zwei Oscars und zwei Golden Globes.

Seit 1992 ist er Teil der Songwriters Hall of Fame und hielt 1994 Einzug in die Rock and Roll Hall of Fame. Doch das Leben des musikalischen Genies ist oft ein Drahtseilakt: Anfangs muss er für seinen Erfolg kämpfen, später steigt ihm die Berühmtheit zu Kopf, mit ihr kommen die Drogen.

Auch sein Coming Out ist in seiner Zeit kein leichtes. Trotzdem wird er zu einer der ganz großen Lichtgestalten der LGBTQIA+ Bewegung, setzt sich für die AIDS-Aufklärung ein und veranstaltet Benefiz-Events.

Dies ist die Geschichte von Elton John.

Seht hier unsere Kurzdoku über Elton John (Textversion weiter unten):

50er & 60er: Kindheit & Jugend

Geboren wird Reginald Kenneth Dwight, wie Elton John eigentlich heißt, am 25. März 1947. Er besucht Grund- und Oberschule in Pinner, einem Stadtteil von London. Bereits in diesem Alter beginnt er, auf dem Klavier seiner Großmutter zu spielen.

Generell ist Musik ein stetiger Begleiter im Hause Dwight. Sie sammeln Schallplatten – ihr Sohn erhält früh Zugang zur Musik. Besonders von Little Richard und Jerry Lee Lewis ist er angetan. Elton John selbst dazu: “Ich hörte sie und das war’s: ich wollte nie mehr etwas anderes sein.”

Während dieser Zeit nimmt er an Kursen der Akademie in London teil, spielt Johann Sebastian Bach, singt im Chor. Ein fleißiger Klassik-Student sieht dennoch anders aus: Elton John verlässt die Hochschule ohne Abschluss.

Zur selben Zeit gerät sein Elternhaus in Schieflage: 1961 – Elton John ist gerade 14 Jahre alt – trennen sich seine Eltern. Seine Mutter heiratet bald wieder. Zu seinem Stiefvater Fred Farebrother – selbst ein bildender Künstler – baut Elton John eine gute Bindung auf.

Fred und seine Mutter sind es auch, die ihm 1962 ein Piano-Engagement in einem Pub beschaffen. Elton John gründet seine Band Bluesology. In dieser Zeit beginnt er auch, auffällige Hornbrillen zu tragen – in Anlehnung an Buddy Holly.

Mit 17 – kurz vor seinem Abitur – lässt er die Schulbank hinter sich und strebt endgültig eine Musikerkarriere an. Vater Dwight – ein ehemaliger Leutnant bei der Royal Air Force – gefällt das gar nicht. Er versucht vergeblich, die Ambitionen seines Sohnes auf eine bodenständige Karriere zu lenken. Elton John wiederum wird Zeit seines Lebens getrieben sein, seinem Vater zu beweisen, dass er falsch liegt.

70er: Musikalischer Durchbruch & Berühmtheit

1967 reagiert Elton John auf eine Ausschreibung des Magazins New Musical Express. Er erhält einen Songtext – geschrieben von Bernie Taupin. John vertont das Stück und schickt es Taupin. Es ist der Beginn ihrer Zusammenarbeit und Freundschaft, die bis heute anhält.

In dieser Zeit nennt sich Reginald Dwight erstmals offiziell Elton John – als Hommage an seine beiden Bluesology-Kollegen Elton Dean und Long John Baldry. Zwei weitere Jahre schreiben Elton John und Bernie Taupin Songs für andere. 1969 dann veröffentlicht das Duo sein Debütalbum Empty Sky – mit überschaubarem kommerziellem Erfolg.

Bereits 1970 hat Elton John jedoch mit Your Song seinen ersten Top-10-Hit. Dieser Erfolg läutet die kommerziell erfolgreichste Ära für Elton John ein: die 70er. Sein musikalisches Geheimrezept: gospel-inspirierte Rocknummern und ergreifende Balladen. In dieser Zeit beginnt Elton John seine heimliche Romanze mit John Reid, den er nach seinen ersten Konzerten in Los Angeles kennenlernt. Die Beziehung der beiden wird fünf Jahre andauern.

Im Herbst 1971 legt er sein Album Madman Across the Water vor. Die bewegende Single Tiny Dancer wird ein Erfolg und gehört auch dank des Films Almost Famous noch heute zu seinen ganz großen Hits.

1972 folgt Honky Château, das direkt auf Platz 1 der Billboard Charts einsteigt und diese auch mehrere Wochen dominiert. Getrieben von den Singles Rocket Man und Honky Cat startet Elton John mit diesem Album eine Erfolgsserie von insgesamt sieben Nummer-1-Alben in Folge. Das Album Don’t Shoot Me I’m Just the Piano Player kommt 1973 im astreinen Pop-Gewand daher.

Noch im selben Jahr heißt es dann: Elton goes Glam Rock! Für das Album Goodbye Yellow Brick Road wechselt er für die Aufnahmen von Frankreich nach Jamaika. Die Platte liefert Hits wie Candle in the Wind und Bennie and the Jets und wird über Nacht zum Chartstürmer. Auch seine Outfits aus schimmernden Stoffen, extravaganten Schnitten und Plateau-Boots sind eine Liebeserklärung an den Glam.

Für ihn ist es bei der Fülle an Output Zeit für eine erste Compilation: Elton John’s Greatest Hits erscheint 1974. Sie ist bis heute seine erfolgreichste Platte und zählt mit weltweit 24 Millionen verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten Alben überhaupt.

Nicht lange danach nimmt Elton John mit John Lennon eine neue Version des Beatles-Klassikers Lucy in the Sky with Diamonds auf – auch dieser Song toppt die US-Charts. Lennon featured John dafür auf seinem Song Whatever Gets You Thru the Night und verspricht: „Falls der Song eine Nummer 1 wird, spielen wir ihn auch live.“ Ein Jahr später treten die beiden Stars tatsächlich gemeinsam im Madison Square Garden in New York auf. Es soll Lennons letzte große Liveshow sein.

Danach geht es Schlag auf Schlag weiter: Das Album Caribou und das autobiografische Captain Fantastic and the Brown Dirt Cowboy folgen zeitnah in den Jahren 1974 und 1975. Dann wird es turbulent: Unglücklich und überarbeitet trennt sich Elton John von vielen Bandmitgliedern. Dafür holt er sich Roger Pope und Kenny Passarelli an Bord und präsentiert die neue Band bereits im Sommer vor 75.000 Menschen im Londoner Wembley Stadion. Ende 1975 folgt das Album Rock of the Westies, das sehr viel rockiger und rhythmischer ertönt. Mit dem Hit Island Girl geht das Album auf die Eins der US-Charts.

Seine Live-Outfits zieren nun Straußenfedern, ebenso verkleidet er sich als Freiheitsstatue oder Wolfgang Amadeus Mozart. Es ist auch das Jahr, in dem Elton John seinen Stern am Walk of Fame in Hollywood erhält.

1976 spricht Elton John erstmals offen über seine Bisexualität im Interview. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits eine mehrjährige Beziehung mit seinem Manager John Reid hinter sich.

Im selben Sommer sichert er sich mit dem Kiki-Dee-Duett Don’t Go Breaking My Heart – einer Ode an den frühen Motown-Sound – erneut international die Pole Position in den Charts. Sein nächstes Studioalbum Blue Moves folgt, verfehlt nach sieben Nummer-1-Alben in Folge jedoch erstmals die Chartspitze. Für einen Megastar wie Elton John kein Thema. Oder doch?

1977 verkündet er nämlich plötzlich seinen Rückzug als Künstler. Doch es ist eher ein Umbruch: Texter Bernie Taupin sucht sich neue Projekte. Elton Johns erster Output mit neuem Texter Gary Osborne, A Single Man, performt solide. 1978 lernt Elton John über Andy Warhol seinen zukünftigen Liebhaber Vance Buck kennen. 1979 tourt der Musiker als erster westlicher Künstler durch die Sowjetunion und Israel.

In dieser Zeit versucht er sich mit dem Album Victim of Love auch am Disco-Sound, der gerade schwer in Mode ist – allerdings ohne Erfolg. Schon kurz danach nimmt auch das Duo John & Taupin die Arbeit wieder auf. Sie können eben doch nicht ohne einander.

80er: Experimente & Benefiz

1980 – Elton John ist 33 Jahre alt – erscheint bereits sein 21. Album 21 at 33. Die Albumsingle Little Jeannie klettert auf Platz 3 der Charts und markiert damit seinen größten Erfolg in fünf Jahren. Mit diesem Rückenwind spielt er noch im selben Jahr seine berühmte For Free Show im New Yorker Central Park. Unglaubliche 400.000 Menschen sind dabei.

Für die Nachfolgealben The Fox und Jump Up! holt sich Elton John Produzenten-Legende Chris Thomas ins Boot, die bereits mit den Beatles und Pink Floyd gearbeitet haben. Doch erst die Platte Too Low For Zero bricht dann 1983 wieder das Eis: Die Hits I’m Still Standing und I Guess That’s Why They Call It the Blues zementieren das Album gut ein Jahr in den Charts.

1984 heiratet Elton John – entgegen seiner inneren Überzeugung – seine langjährige Freundin Renate Blauel. Elton John wird später sagen: “Sie war die tollste Frau, die ich je getroffen habe. Es sollte einfach nicht sein. Ich habe eine Lüge gelebt.”

Ab 1985 arbeitet Elton John verstärkt mit anderen Künstler*innen zusammen. So singt er mit dem noch jungen George Michael den Song Don’t Let the Sun Go Down on Me auf dem Live Aid im Wembley Stadion. Außerdem arbeitet er mit der britischen Heavy Metal Band Saxon. Auch seine Kollaboration That’s What Friends Are For mit Dionne Warwick, Gladys Knight und Stevie Wonder wird ein Hit: Die neue Version des Rod-Stewart-Songs von 1982 toppt die US Charts, die Einnahmen werden in die HIV/AIDS-Forschung gesteckt.

Das 1989 veröffentlichte Sleeping with the Past holt sich dank der starken Hits Sacrifice und Healing Hands erstmals seit den 70ern wieder die Spitze der UK-Charts. Zu dieser Zeit verstärkt Elton John seinen Kampf gegen AIDS. Bald darauf stirbt auch Johns Freund Freddie Mercury an der Krankheit. Elton John gründet seine Elton John AIDS Foundation und beginnt, Spendengalas zu veranstalten. Auf dem Freddie Mercury Tribute Concert performt er The Show Must Go On mit Queen.

90er: Schicksalsschläge & Philanthropie

1992 veröffentlicht er The One. Es ist sein erstes Album, dass er clean nach seinem Entzug produziert. Er gesteht: “Ich habe meine Alben eigentlich immer in irgendeinem Rausch geschrieben. Und da war ich, 100% clean, und am Anfang war es echt schwierig.” Es wird mit Doppel-Platin sein erfolgreichstes Album in den Staaten seit den 70ern. John widmet es seinem früheren Liebhaber und langjährigen Freund Vance Buck, der ein Jahr später an AIDS stirbt.

In diesem Jahr spricht Elton John erstmals offen über seine Homosexualität. So fühle er sich „sehr wohl mit dem Wissen, gay zu sein”, wie er sagt. 1993 lernt er dann den Filmemacher David Furnish aus Toronto kennen. Die beiden verlieben sich und beginnen eine feste Beziehung miteinander.

Die Neunziger läuten auch die Renaissance der Disney-Filme ein. Und für einen der ganz großen Blockbuster schreibt Elton John Songs: Der König der Löwen. Megahits wie Can You Feel the Love Tonight und The Circle of Life dominieren zwei Monate die Charts. Über 15 Millionen Mal verkauft sich der Soundtrack.

1994 wird Elton John in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Rede dazu hält Axl Rose, der ihn in eine Reihe mit Mick Jagger, John Lennon und Paul McCartney stellt und ihm für seinen Einsatz gegen AIDS dankt.

Zu einem Duett von Elton John und Luciano Pavarotti kommt es 1997: Live Like Horses vermengt Johns astreinen Pop mit Pavarottis Stimmgewalt. Der Song steigt in die Top 10 ein. John selbst feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag – ein Fest der Extraklasse mit 500 geladenen Gästen und Elton John als Sonnenkönig.

Doch 1997 wird auch ein schicksalsschweres Jahr für ihn: Im Juli wird sein langjähriger Freund, der weltberühmte italienische Modeschöpfer Gianni Versace, in Florida von einem Stalker erschossen. Nur einen Monat später hat seine Freundin Prinzessin Diana einen tödlichen Autounfall in Paris.

Er will sich seinen Schmerz von der Seele singen und bittet Bernie Taupin, den Text von Candle in the Wind Diana zu Ehren anzupassen. Am 6. September spielt Elton John den Song das erste und einzige Mal während der Beisetzung Dianas in Westminster Abbey. Die Aufzeichnung wird mit 33 Millionen verkauften Exemplaren die erfolgreichste Single aller Zeiten. Die Erlöse von über 50 Millionen Pfund verteilt er auf Wohltätigkeitsorganisationen, die Diana unterstützte.

Noch im selben Jahr schlägt ihn Queen Elizabeth II für seine “services to music and charitable services” zum Ritter des britischen Königreichs.

2000er: Elton John im Rap-Game & weitere Meilensteine

Während der Grammy Awards 2001 performt Elton John zusammen mit dem noch jungen Eminem dessen Überhit Stan.

2003 katapultiert ihn dann ein DJ Ashley Beedle Remix von Are You Ready for Love von 1979 wieder an die Spitze der UK Charts. Er selbst plant mittlerweile eine dreijährige Show im Ceasar’s Palace in Las Vegas mit insgesamt 75 Shows: The Red Piano startet 2004 als großes Multimedia-Erlebnis. Er teilt sich die Auftritte mit niemand geringerem als Celine Dion.

Dann tritt 2005 endlich der “Civil Partnership Act” in Kraft. Elton John und David Furnish gehören zu den ersten Paaren in Großbritannien, die offiziell eine “eingetragene Lebenspartnerschaft” eingehen.

Danach feiert Elton John gleich einige weitere, unglaubliche Jubiläen: Im März 2007 spielt er zum 60. Mal im Madison Square Garden und feiert damit gebührend seinen 60. Geburtstag. 2008 findet dann seine 200. Show im Ceasar’s Palace in Las Vegas statt. 2009 folgt er Jerry Cartells Einladung, Klavier im Alice-in-Chains-Song Black Gives Way to Blue zu spielen.

2010er: Lebende Legende

Anfang 2010 duettiert Elton John während der Grammys mit Lady Gaga am Klavier. Noch im gleichen Jahr veröffentlicht er sein neues Album The Union zusammen mit seinem Weggefährten Leon Russell. 2010 gründen Elton John und sein Lebenspartner David Furnish eine Familie: Ihr Sohn Zachary Jackson Levon Furnish-John kommt zur Welt. Eine Leihmutter aus Kalifornien erfüllt ihnen den sehnlichen Wunsch.

2011 setzt er seine erfolgreiche Show The Red Piano in Las Vegas mit The Million Dollar Piano fort. Auch diese Konzertreihe dauert drei Jahre. Noch am 8. Oktober desselben Jahres spielt Elton John ebendort sein unglaubliches 3000. Konzert.

Außerdem beehrt er die Queen 2012 zum Diamant-Jubiläum ihrer Krönung im Buckingham Palace mit mehreren Songs. Noch im selben Jahr veröffentlicht Elton John sein erstes Remix-Album Good Morning to the Night zusammen mit dem australischen Duo Pnau. Dieser erfrischende Ansatz wuppt den Output auf Platz 1 der UK-Charts.

Anfang 2013 vergrößert sich das Familienglück im Hause Furnish-John: Elijah Joseph Daniel Furnish-John wird geboren. Auch ihr zweiter Sohn erblickt durch dieselbe Leihmutter das Licht der Welt.

Wenig später duettiert Elton John den neuen Chartstürmer Ed Sheeran in seinem Song The A Team bei der 55. Grammy Verleihung. Auch sein Faible für die Rockmusik lässt ihn nicht los: So steuert er zum Queens-of-the-Stone-Age-Album …Like Clockwork Klavier und Gesang bei. Kurz darauf wird er für seinen “lasting impact” auf die britische Kultur mit dem “Brit Icon Award” ausgezeichnet, der erstmals verliehen wird.

Im neunten Jahr ihrer eingetragenen Partnerschaft geht für Elton John und David Furnish – so wie für viele andere gleichgeschlechtliche Paare – ein Traum in Erfüllung: Die Ehe für alle wird – zumindest in Großbritannien – gesetzlich. Die beiden heiraten am 21. Dezember 2014.

Sein Album The Diving Board folgt und offenbart ein reduziertes Setup aus Piano, Bass und Schlagzeug als Hommage an Elton Johns Anfangszeit. Für den Nachfolger Wonderful Crazy Night 2016 trommelt Elton John zum ersten Mal seit langer Zeit wieder seine Band zusammen.

Ende 2016 muss die Welt einen weiteren großen Verlust verkraften: Johns enger Freund George Michael verstirbt am zweiten Weihnachtsfeiertag. Während einer Show in Vegas spricht Elton John sichtlich ergriffen über ihn: “Er gehört zu den liebenswürdigsten und großartigsten Menschen, die ich je getroffen habe.”

2017 wird Elton John Teil eines einzigartigen Filmprojekts: The American Epic Sessions ist eine Dokumentation, in der die lang verschollen geglaubte elektrische Klang-Aufnahme-Maschine – die “electrical sound recording machine” – von 1925 nach jahrelanger Recherche und Ingenieursarbeit wieder instandgesetzt wird.

Es fällt schwer, sich eben diese Musikwelt ohne lebende Legenden wie Elton John vorzustellen. Dennoch verkündet er am 24. Januar 2018 – mittlerweile ist er selbst in seinen Siebzigern – das Ende seiner Karriere. Seine Abschiedstour Farewell Yellow Brick Road beginnt 2018 und soll 2023 nach insgesamt mehr als 300 Konzerten enden.

“Ich hatte ein großartiges Leben und Karriere, aber mein Leben hat sich geändert. Meine Prioritäten sind jetzt unsere Kinder, mein Ehemann und unsere Familie”, sagt er über diesen Schritt. 2019 geschieht dann, was längst überfällig erscheint: Mit Rocketman kommt endlich ein Film über sein Leben in die Kinos. Den neu geschriebenen Titelsong (I’m Gonna) Love Me Again nehmen Elton John und sein Hauptdarsteller Taron Egerton gemeinsam auf. Der Track bringt Elton John einen weiteren Academy Award in der Kategorie “Best Original Song” ein.

Im Sommer 2019 macht er während seiner Abschiedstournee in Frankreich Halt. Präsident Emmanuel Macron nutzt die Chance und zeichnet Elton John im Pariser Élysée Palast mit dem La Légion d’honneur aus – der höchsten französischen Auszeichnung für Zivilcourage.

Nicht lange danach erscheint seine – Zitat – “erste und einzige Autobiografie” mit dem Titel Me. Im Buch reflektiert er ausführlich seinen Kampf mit den Depressionen und seiner Abhängigkeit, sogar seine Diagnose auf Prostatakrebs ist Thema.

2020er: Collabos & Rückzug aus dem Showbiz

Anfang 2020 kommt es endlich zur Zusammenarbeit zwischen dem Rocketman und dem Prince of Darkness: Elton John spielt Klavier in der Ballade Ordinary Man auf Ozzy Osbournes gleichnamigem Album.

Im Angesicht der Corona-Pandemie muss Elton John seine Abschiedstournee unterbrechen. Also tut er, was er schon immer getan hat: Er macht Musik. The Lockdown Sessions ist ein Collab-Album. Von Miley Cyrus, Lil Nas X, Nicki Minaj und Dua Lipa bis zu Ikonen wie Eddie Vedder, Stevie Wonder und Stevie Nicks schafft Elton John den Spagat zwischen klassischem Pop und einem Sound am Puls der Zeit.

Der Track Cold Heart (Pnau Remix) mit Dua Lipa vermengt seine Songs Sacrifice und Rocketman zu einem neuen Hit, der auf Platz eins der UK Charts durchmarschiert. Es ist nach Ghetto Gospel sein erster Nummer-1-Hit seit 16 Jahren. Damit ist Elton John der erste Künstler überhaupt, der in Großbritannien Top-10-Hits in insgesamt sechs Jahrzehnten vorweisen kann.

Ebenfalls Teil der Lockdown Sessions ist Merry Christmas – ein traditioneller und verspielter Weihnachtssong, geschrieben mit Ed Sheeran. Zur Belohnung gibt’s Platz eins in vielen Ländern. Alle Einnahmen des Songs kommen unter anderem der Elton John AIDS Foundation zugute.

Ist Elton John nun Glücksritter oder Großmeister? Er ist ganz sicher beides. In sechs Jahrzehnten beispielloser Karriere hat er sich herausgefordert und bewiesen, hat überrascht und provoziert. Er hat sich stetig neu erfunden und dabei künstlerische und gesellschaftliche Hürden überwunden, hat Herzensangelegenheiten eine Stimme gegeben und angestaubte Tabus gebrochen. Und er hat der Welt einen unglaublichen Schatz zeitloser Popmusik geschrieben.

Sobald sich der Rocketman mit seiner Farewell Tour gebührend von seinen Fans verabschiedet hat, wird er sich seinem nächsten Abenteuer widmen. Er geht in die Geschichte ein als Ikone der modernen Kunst, als ein Musiker von grenzenloser Kreativität, als Vordenker seiner Zeit und als ein Mensch mit einem wahrlich großen Herzen.

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Die größten Songs von Elton John: 10 Meilensteine aus der Feder des „Rocket Man“

Popkultur

Bowie, Banken und Urin: 5 Dinge, die ihr über Placebo-Dandy Brian Molko noch nicht wusstet

Published on

Brian Molko
Foto: Ricardo Rubio/Europa Press via Getty Images

Die Geschichte der Rockmusik wäre ohne Placebo und vor allem ihren androgynen Frontmann Brian Molko anders verlaufen. Zum 50. Geburtstag des ewig jungen Peter Pan des Rock’n’Roll haben wir mal ein paar Dinge zusammengetragen, die ihr vielleicht noch nicht wusstet. Aber Achtung: Eins ist ziemlich eklig.

von Björn Springorum

Ach, Brian Molko. Was war da los, als er in den Neunzigern mit Placebo die Alternative-Rock-Welt im Sturm erobert und mit Eyeliner, aufwühlenden Texten über Mental Health, Obsession, Sucht und Femininität einen dringend benötigten Gegenpol zum ewigen Schwanzvergleich der Alphamännchen liefert. Brian Molko, dieser zierliche, verletzlich wirkende Künstler mit den traurigen Augen, wird zur Ikone, zur Galionsfigur einer ganzen Generation. Zu seinem 50. Geburtstag blicken wir auf die unbekannte Seite des Sängers und seine teilweise gewöhnungsbedürftigen Marotten.

1. Brian, der Banker

Wenn es nach Brian Molkos Vater gegangen wäre, einem jüdischen Amerikaner mit französischen und italienischen Wurzeln, wäre der junge Brian ein Banker geworden. Molkos Reaktion ist Rebellion und Aufbegehren, er legt sich sein androgynes Image zu, trägt Nagellack und Lippenstift. Seine Schule verlässt er bald darauf, weil er gemobbt wird, und findet erst in seinem Schauspielstudium in London Erfüllung. Indirekt ist es also Molkos Vater zu verdanken, dass es Placebo überhaupt gibt. Thanks, Dad!

2. Mittelfinger für Homophobie

Brian Molko ist bisexuell. Zu Beginn seines meteoritenhaften Aufstiegs zum Idol und Sexsymbol spielt er gern mit Geschlechterklischees, um gegen Homophobie in der Musik vorzugehen. „Ich wollte, dass homophobe Typen zu unseren Konzerten kommen und denken: ‚Wow, mir gefällt die Sängerin. Ist die heiß!‘ Später würden sie dann herausfinden, dass der Sänger Brian heißt, was dann vielleicht dazu führt, dass man sich ein paar Fragen stellt.“

3. Dreckige Stiefel

Der Song, der Brian Molkos Leben ganz offiziell ändert, ist Dirty Boots vom wegweisenden Sonic-Youth-Album Goo. „Mein Kumpel Nick und ich waren 16, er kam zu mir, wir rauchten einen Joint, löschten das Licht und legten Goo auf“, erinnert sich Molko mal. „Damals spielte ich seit drei Jahren Gitarre, aber alles, was ich glaubte, mit einer elektrischen Gitarre tun zu können, löste sich an diesem Tag in Luft auf. Ein ganzes Universum neuer Möglichkeiten lag vor mir. Bis heute sind Sonic Youth wahrscheinlich mein größter Einfluss. Sie sind die größte Rock’n’Roll-Band aller Zeiten.“

4. Rat vom Starman

Die Freundschaft zwischen Brian Molko und David Bowie gehörte zu den besonders heilsamen Momenten in diesem ganzen irrsinnigen Rock’n’Roll-Karneval. Erst gehen Placebo auf Einladung von Bowie mit ihm auf Tour, später nehmen sie gemeinsam Without You I’m Nothing auf. Das wichtigste Detail dieser Beziehung liegt jedoch im Einfluss, den Bowie auf den damals sehr unsicheren, eskalativen, berauschten Molko hat: „David machte mich zu einem besseren Menschen. Mir wurde das aber erst nach seinem Tod klar. Damals war ich bei Weitem zu

5. Angepisst

Vor vielen Jahren gaben Placebo regelmäßig Meet And Greets für Wettbewerbsgewinner*innen. Bei einem kommt es zu einer unschönen Szene, Molko wird sehr unangenehm belästigt. Seither pinkelte er vor einem dieser Treffen stets auf seinen Zeigefinger. „Sie liefen alle mit ein klein wenig Molko-DNA davon“, sagte er mal. Ist aber lange her, wie er versichert.

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

10 Songs, die jeder Placebo-Fan kennen muss

Continue Reading

Popkultur

Tarja im Interview über 15 Jahre „My Winter Storm“: „Ich spürte, dass ein neues Kapitel in meinem Leben begann“

Published on

Tarja
Foto: Frank Hoensch /Getty Images

15 Jahre ist es her, dass Tarja Soile Susanna Turunen Cabuli — besser bekannt nur unter ihrem Vornamen Tarja — ihr Soloalbum My Winter Storm veröffentlichte. Der Longplayer war zwar genaugenommen nicht ihr Solo-Debüt (das war nämlich das finnischsprachige Weihnachtsalbum Henkäys ikuisuudesta, das noch während ihrer Zeit bei Nightwish erschien) – aber ohne Zweifel ein riesengroßer Befreiungsschlag und Meilenstein in ihrem Leben. Zwei Jahre trennten sich Nightwish von Tarja — jene Band, die sie mitgegründet und mit ihrer Stimme so maßgeblich geprägt hatte. Ein schwerer Schlag und ein großer Wendepunkt für die finnische Musikerin.. Umso erfreulicher war es natürlich, dass My Winter Storm bei Fans voll ins Schwarze traf. Das Album wurde zum Riesenerfolg — und zum Fundament für eine immer noch erfolgreiche Solokarriere. Im uDiscover-Interview spricht Tarja darüber, wie alles begann — und wie es sich anfühlt, in Buchform auf ihre Karriere zurückzublicken.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch My Winter Storm anhören:

Dein Soloalbum My Winter Storm wird dieses Jahr 15 Jahre alt. Kannst du ein wenig über deine Einstellung zu dieser Zeit erzählen – und woran du dich am meisten an diese Zeit erinnerst?

Der Beginn meiner Solokarriere war für mich persönlich eine super spannende Zeit. Ich wollte schon an meiner eigenen Musik arbeiten, als ich noch in der Band war, aber als es dann wirklich losging, fühlte sich alles wie ein Traum an. Jede Person, die mit mir arbeitete, war neu für mich, und ich musste erst einmal Vertrauen zu ihr fassen. Das war schwer, zumal ich nach dem, was mit mir und der Band passiert war, leider jegliches Vertrauen in die Menschheit verloren hatte. Ich war nicht stark genug, um einigen Leuten gegenüberzutreten und ihnen zu sagen, dass mir die Dinge nicht gefielen, wie sie liefen, aber ich habe es irgendwie geschafft, meine Stimme zu finden. Auch das Songschreiben war neu für mich, und ich war mir nicht sicher, ob ich es in mir hatte oder nicht. Erst nach einigen Jahren und mehr Erfahrung begann ich mich beim Songschreiben wohl zu fühlen und hatte keine Angst mehr davor. Für mich klingt mein Debüt-Rockalbum ziemlich unschuldig und erinnert mich daran, wie nervös ich damals war, aber es hat mich beflügelt, meine Karriere zu starten und auf eine bessere Zukunft zu hoffen.

Hattest du von Anfang an eine feste Vorstellung, wohin du mit deiner Solokarriere gehen wolltest?

Auf jeden Fall. Ich hatte ein kristallklares Bild davon, was ich erreichen wollte, aber ich war mir nicht so sicher, wie ich es erreichen sollte. Um meine Ziele zu erreichen, brauchte ich Menschen, die mir helfen, und ich musste mein Selbstvertrauen finden, um sie zu führen. Das war nicht leicht, aber ich bin immer meinem Herzen gefolgt, und nie hat mir jemand gesagt, was ich mit meiner Kunst tun sollte.

My Winter Storm war ein riesiger Erfolg. Es wurde in verschiedenen Ländern mit Gold oder Platin ausgezeichnet — auch in Deutschland. Ich kann mir vorstellen, dass ein solcher kommerzieller Erfolg eine große Erleichterung nach der ganzen Band-Situation gewesen sein muss?

Natürlich war es das, aber was mich noch glücklicher machte, war die Tatsache, dass ich endlich frei war, mich selbst auszudrücken. Ich spürte, dass ein neues Kapitel in meinem Leben begann, und ich war froh, diese Seite aufzuschlagen und weiterzumachen. Es war die Zeit, in der ich produktiv, kreativ und frei sein konnte.

In Deutschland bist du vor allem in der Metal- und Rockszene bekannt, in Finnland reicht deine Popularität weit darüber hinaus. Ist das für dich ein spürbarer Unterschied, was den Kontakt zu den Fans in beiden Ländern angeht und wie du wahrgenommen wirst?

Ja, das ist ein großer Unterschied. In Finnland bin ich eine Berühmtheit, eine öffentliche Person, wenn man so will. Mein Privatleben ist Gegenstand des Medieninteresses, und manchmal war es für mich ziemlich schwierig, damit umzugehen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich nicht mehr in meinem Heimatland lebe. Als Künstlerin stehe ich gerne im Mittelpunkt, aber als Einzelperson bin ich nicht bereit, diese Last zu tragen. Seit Beginn meiner Karriere war mir klar, dass ich diese beiden Dinge in meinem Leben getrennt halten möchte. Mein Privatleben gehört mir. Das brauche ich, um mit einem gesunden Herzen Musik machen zu können.

Finnland scheint ein sehr gutes Umfeld für Musiker zu sein, da viele großartige Bands und Künstler von dort kommen, nicht nur im Rock und Metal, sondern auch im Jazz – in gewisser Weise vergleichbar mit Island. Siehst du das auch so – und wenn ja: warum denkst du, dass das so ist?

Du hast die Landschaft erwähnt. Sie ist ein inspirierender und wichtiger Einfluss für die Künstler in meinem Land, und das war schon immer so. Finnland ist ein ziemlich großes Land mit viel Natur und natürlichen Ressourcen, aber nicht zu vielen Menschen und überfüllten Orten. Unsere Natur ist sehr wichtig für uns. Wir wissen sie zu schätzen und sind stolz auf das, was wir haben. Es ist ziemlich schwierig, die dunklen und kalten Winter zu überstehen, und wenn im Frühling die Sonne am Himmel erscheint, ist jeder ein bisschen überwältigt von der Energie, die von ihr ausgeht. Jede Jahreszeit ist sehr unterschiedlich und dennoch inspirierend.

Letztes Jahr hast du dein Buch Singing In My Blood veröffentlicht, das du im ersten Jahr des Lockdowns geschrieben und zusammengestellt hast. Wie hat sich dieser Rückblick auf deine bisherige Karriere angefühlt, vor allem in einer sehr seltsamen Zeit wie dieser, in der alles still stand?

Die Arbeit an dem Buchprojekt war für mich teilweise wie eine Therapie. Es hat mir bewusst gemacht, wie reich mein Leben war und wie viel ich als Mensch schon erlebt habe. Es hat mich Dankbarkeit spüren lassen. Gerade wenn die Welt stillzustehen schien, musste ich mich auf das Buch konzentrieren, um das Gefühl zu haben, dass ich noch lebe. Es war wundervoll, Hunderte von Fotos durchzugehen, Menschen zu interviewen, die im Laufe der Jahre mit mir gearbeitet haben, und die Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, die ich vergessen hatte. Ich habe die Arbeit an dem Buch wirklich genossen.

Was hättest du zu Beginn deiner Karriere gerne gewusst, was du heute weißt?

Ich hätte einige Änderungen an meinen Lebensumständen auf Tournee vorgenommen, um Stresssituationen zu vermeiden und mich zu schonen.

Du veröffentlichst gerade deine erste Best-of-Platte veröffentlicht. Im Grunde habe ich dazu die gleiche Frage wie bei dem Buch: Was war das für ein Gefühl, an einem solchen Rückblick zu arbeiten?

Der emotionalste Teil war für mich die Erkenntnis, dass es mir gelungen ist, eine lange Karriere aufzubauen, in der ich mich frei fühle, meine Kunst zu schaffen, ohne dass jemand die Fäden zieht und mir sagt, was ich tun soll. Die Jahre sind ziemlich schnell vergangen und ich habe es geschafft, an mehreren erfüllenden Veröffentlichungen und Projekten zu arbeiten. Es hat lange gedauert, an dieser Veröffentlichung zu arbeiten. Es ist ein Album, das mir genauso wichtig ist wie jedes andere von mir und ich war froh, es zusammenzustellen; ein Paket aus drei Alben und einer Live-Show. Ich bin meinen Fans einfach super dankbar für ihre Unterstützung und Liebe. Ohne sie würde ich meinen Traum nicht leben.

Es gibt einen neuen Song auf dem Album namens Eye Of The Storm. Kannst du ein wenig über diesen Song erzählen?

Der Song ist schon vor langer Zeit entstanden. Ich erinnere mich, dass ich damals auf der Suche nach meinem Platz in der Welt war. Ich hatte sowohl in Finnland als auch in Argentinien ein Haus und sogar ein Sommerhaus in Antigua in der Karibik, wohin ich zwischen meinen Tourneen fuhr, um mich zu erholen. Wir waren damals als Familie ständig auf Reisen. Ich war gerade erst Mutter geworden und war mir nicht sicher, wo ich hingehöre und was mein Herz will, also schrieb ich ein Lied darüber. Künstlerisch war ich zu der Zeit bereit, die Welt zu erobern und wollte alle neuen Informationen aufsaugen und alles über Musik lernen, aber persönlich fühlte ich einen Aufruhr in mir. Der Song ist von zwei sehr wichtigen Ländern in meinem Leben inspiriert, Argentinien und Finnland. Man kann auch einen Einfluss von Astor Piazzola und Jean Sibelius darin hören.   Nach vielen Jahren und vielen Entscheidungen hatte ich das Gefühl, dass ich bereit war, diesen Song zu veröffentlichen, weil ich endlich Frieden in mir selbst gefunden habe und mich großartig fühle. Diese Best-Of-Veröffentlichung fühlte sich wie der perfekte Ort dafür an.

Du hast kürzlich in einem Interview erwähnt, dass du während der Pandemie sehr produktiv warst. Auf welche neuen Projekte können wir uns freuen – und wird es ein neues Album geben?

Ich arbeite derzeit an drei Albumveröffentlichungen gleichzeitig! Ihr könnt in den nächsten Monaten Single- und Albumveröffentlichungen von meinem elektronischen Projekt Outlanders erwarten. Außerdem schreibe ich Songs für die kommende Rock-Veröffentlichung, die ihr 2024 erwarten könnt. Was das dritte Album angeht… das ist noch ein Geheimnis. Im nächsten Jahr gibt es eine Menge Tourneen: die letzten In the Raw-Touren im Februar und März in Europa und Best of-Konzerte im Rest des Jahres. Am Ende des Jahres gibt es natürlich noch eine Weihnachtskonzerttournee …und vieles mehr. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwo unterwegs!

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschttps://www.udiscover-music.de/platten/tarja-edle-vinyl-neuauflagen-bei-uns-im-storehichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Tarja: Edle Vinyl-Neuauflagen bei uns im Store!

Continue Reading

Popkultur

10 Songs, die jeder Fan von Otis Redding kennen sollte

Published on

Header
Foto: Sulfiati Magnuson/Michael Ochs Archives/Getty Images

Man nennt ihn den „King Of Soul“. Obwohl Otis Redding nur 26 Jahre alt wurde, hat der Sänger und Songschreiber aus Georgia der Welt zahlreiche Hits hinterlassen. Wir haben die zehn besten ausgesucht. Manche davon hat er selbst geschrieben, andere nicht — und ein Song wurde vor allem durch Aretha Franklin weltberühmt.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch unsere Empfehlungen von Otis Redding anhören:

Zur Welt kommt Otis Redding am 9. September 1941 in Macon, Georgia. Den Ort kennt ihr bereits? Klar, denn auch Little Richard und die Allman Brothers Band kommen aus dem „Herzen Georgias“, wie die Stadt aufgrund ihrer zentralen Lage genannt wird. Mit 15 bricht Redding die Schule ab und arbeitet mit Little Richards Band The Upsetters. Seine erste Single als Profi veröffentlicht er 1962, danach nimmt seine Karriere mächtig Fahrt auf. Fünf Jahre später endet sie auf tragische Weise schon wieder, denn am 10. Dezember 1967 kommt Redding im Alter von nur 26 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Schauen wir uns mal an, was er zu Lebzeiten für Hits aufgenommen hat und welche Songs uns posthum noch begeistert haben.

1. Stand By Me (1964)

Diese legendäre Nummer stammt aus dem Jahr 1961 und wurde von Ben E. King und einem Herrn namens Elmo Glick komponiert. Was nicht alle wissen: Hinter dem Pseudonym Elmo Glick verbirgt sich das Songschreiberduo Jerry Leiber und Mike Stoller, das Stücke wie Houng Dog, Jailhouse Rock und King Creole für niemand geringeren als Elvis Presley geschrieben hat. Redding verleiht dem jazzigen Stand By Me in seiner Interpretation etwas mehr Funk, was nicht zwingend besser klingt, aber auf jeden Fall nach seiner Handschrift.

2. Respect (1965)

Bei Respect verhält es sich ein wenig anders: Diesen Song hat Redding zwar selbst geschrieben, doch zum Hit wurde das Stück erst durch Aretha Franklin. R-E-S-P-E-C-T: Selten wurde eine Aneinanderreihung von Buchstaben so eindrucksvoll vorgetragen. Das sieht Komponist Redding genauso, denn gleich nachdem er Franklins Version zum ersten Mal gehört hat, soll er gesagt haben: „Nun, ich glaube, der Song gehört jetzt ihr.“ Damit sollte er Recht behalten, doch die Grundlage für den Mega-Erfolg der „First Lady Of Soul“ liefert sein Song.

3. I Can’t Turn You Loose (1965)

Bei I Can’t Turn You Loose handelt es sich um einen klassischen Fall einer B-Seite, die erfolgreicher ist als ihre A-Seite, denn eigentlich erscheint die Nummer 1965 als Rückseite der Single Just One More Day. Einen zweiten Frühling beschert dem Song der Filmklassiker Blues Brothers mit Dan Aykroyd und John Belushi, die ihre Shows standesgemäß mit I Can’t Turn You Loose eröffnen. Besonders empfehlenswert: die Version von der Live-Platte Otis Redding In Person At The Whiskey A Go Go.

4. My Girl (1965)

Diesen Song verbinden Soul-Fans vor allem The Temptations, denn 1964 landet die Motown-Band mit My Girl ihren ersten Nummer-eins-Hit in den USA. Geschrieben haben das Stück Smokey Robinson und Ronald White; als Inspiration nennt Robinson seine Frau Claudette Rogers Robinson von der Band The Miracles. Als Otis Redding das Stück 1965 in seiner Version veröffentlicht, stürmt er damit zwar nur in Großbritannien die Charts, bereichert die Welt des Soul aber um eine starke Interpretation des Temptations-Klassikers.

5. Cigarettes And Coffee (1966)

Cigarettes And Coffee, der unter anderem aus der Feder von Impressions-Sänger Jerry Butler stammt, veröffentlicht Redding 1966 auf seinem vierten Album The Soul Album. In dem Stück geht es um eine ganz einfache, aber deshalb nicht weniger schöne Sache: mit der Freundin lange aufzubleiben. Bei diesem Song handelt es sich ohne Zweifel um eine der schönsten Soul-Balladen aller Zeiten.

6. Fa-Fa-Fa-Fa-Fa (Sad Song) (1966)

Zugegeben, beim Aussprechen dieses Songtitels mag man sich ein wenig dumm vorkommen, doch für Otis Redding markiert die Nummer einen seiner größten Hits. Besonders großen Spaß macht das Frage-Antwort-Spiel, das sich Redding mit den Bläser*innen liefert.

7. Try A Little Tenderness (1967)

Try A Little Tenderness taucht gleich auf mehreren „Die besten Songs aller Zeiten“-Listen auf und zwar aus gutem Grund: Von der Bläsersektion am Anfang über Reddings bärenstarke Stimme bis hin zur einfühlsamen Produktion von Jim Stewart, Isaac Hayes und Booker T. & The M.G.’s: In dieser Nummer bringt Redding viele seiner Stärken unter einen Hut und zaubert eine Soul-Ballade der Extraklasse.

8. (Sittin’ On) The Dock Of The Bay (1968)

Bei (Sittin’ On) The Dock Of The Bay handelt es sich um die erste posthume Single, die je die Spitze der US-Charts erreicht hat. Der Song erscheint am 8. Januar 1968, also knapp einen Monat nach Reddings Tod durch einen Flugzeugabsturz, und trifft aufgrund seiner emotionalen Aufladung direkt ins Herz Amerikas. Den Text zum Lied beginnt Redding, als er Zeit auf seinem Hausboot in Kalifornien verbringt. Den Mix übernimmt Co-Autor, Produzent und Stax-Legende Steve Cropper, der den Song um das charakteristische Möwengeschrei und die Meeresgeräusche erweitert, wie Redding es sich vor seinem Tod noch gewünscht hatte.

9. Hard To Handle (1968)

Hard To Handle zählt, genau wie Respect, zu den Songs, die Redding an jemand anderen verloren hat. Zwar gelingen mit dem Song auch kleine Erfolge als er 1968 nach Reddings Tod erscheint, doch zum Mega-Hit wird das Stück erst 1990 durch die Black Crowes, denen mit Hard To Handle der Durchbruch gelingt.

10. Love Man (1969)

Auch Love Man erscheint posthum und dient als Titeltrack für das gleichnamige Album von 1969. Dieser tanzbare Soul-Klassiker markiert das Ende unserer Auflistung, aber nicht das Ende des Vermächtnisses von Otis Redding. Seine Songs haben bereits 50 Jahre überdauert und werden uns sicher auch weitere 50 Jahre erhalten bleiben. Gut so, denn man nennt Redding nicht umsonst „King Of Soul“. Rest in peace, King!

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

10 ABBA-Songs, die jeder Fan kennen sollte

 

Continue Reading

Latest Music News

Top Stories

Don't Miss