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Popkultur

Beatles, Rolling Stones, Led Zeppelin: Die Namen der größten Rockbands und ihre Herkunft

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Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Große Bands brauchen große Namen. Deshalb haben wir uns die Namensgeschichten von zehn der größten Rockbands des Planeten angeschaut.

von Timon Menge

The Beatles

Im März 1957 fällt der Startschuss für die Band, die das 20. Jahrhundert verändern wird, wie keine andere: Im Alter von 16 Jahren gründet John Lennon mit einigen Freunden von der Quarry Bank High School in Liverpool die Gruppe The Blackjacks. Später benennen sich die Musiker um und orientieren sich dafür an ihrer Schule. der neue Name: The Quarrymen. Der ist allerdings bereits an eine andere lokale Truppe vergeben. Vier Monate später lernen sich Lennon und Paul McCartney kennen, McCartney steigt als Rhythmusgitarrist in die Band ein. Wenig später folgt Leadgitarrist George Harrison; Lennons Freunde steigen bis zum Januar 1959 nach und nach aus. Übrig bleiben die drei Gitarristen Lennon, McCartney und Harrison, die immer dann einen Gig spielen, wenn sie einen Schlagzeuger finden können. Für die Rolle des Bassisten holt Lennon im Januar 1960 einen seiner Kommiliton*innen aus dem Kunststudium an Bord: Stuart Sutcliffe. Der kommt auch mit dem nächsten Namensvorschlag um die Ecke: Beatals. Im Mai werden daraus die Silver Beetles, die zum Beispiel mit dem Liverpooler Musiker Johnny Gentle auf Schottland-Tour gehen. Im Juli kommt das wichtige A in den Namen und die Silver Beetles werden zu den Silver Beatles. Ab August 1960 heißt die Gruppe dann schlicht: The Beatles. Schonmal gehört, oder?

The Rolling Stones

Als Mick Jagger und sein Kumpel Dick Taylor Mitte der Fünfziger eine gemeinsame Band gründen, konzentrieren sich die beiden Musiker auf Blues und spielen die Songs von Muddy Waters, Howlin’ Wolf und Bo Diddley. Ein bisschen Rock’n’Roll von Little Richard und Chuck Berry ist auch schon dabei. Den Gitarristen Keith Richards kennt Jagger zu diesem Zeitpunkt bereits lange und nach einem legendären Wiedersehen an der Dartford Railway Station steigt auch Richards in die Band ein. 1961 stoßen zudem Alan Etherington und Bob Beckwith hinzu, nun heißt die Gruppe The Blues Boys. Am 7. April 1962 sehen die Musiker eine Show von Alexis Korner und seiner Band Blues Incorporated, zu der auch Gitarrist Brian Jones, Keyboarder Ian Stewart und Schlagzeuger Charlie Watts gehören. Es kommt zu einer gemeinsamen Jam-Session, später finden die Musiker zusammen und möchten Chicago Blues spielen. Das Line-up im Juni 1962: Jagger, Richards, Jones, Stewart, Taylor und Schlagzeuger Tony Chapman. Der Name entsteht laut Richards während eines Telefoninterviews von Jones mit den Jazz News. Im Gespräch wird der Gitarrist nämlich gefragt, wie seine Gruppe denn heiße. Und da fällt ihm auf dem Boden ein Muddy-Waters-Album mit dem Song Rollin’ Stone auf.

Pink Floyd

Die Geschichte von Pink Floyd beginnt am London Polytechnic (heute: University Of Westminster), wo Sänger Roger Waters und Schlagzeuger Nick Mason zusammen Architektur studieren. Ihre ersten musikalischen Gehversuche bestreiten sie mit zwei Herren namens Keith Noble und Clive Metcalfe sowie mit Nobles Schwester Sheilagh. Wenig später steigt Richard Wright ein, den Waters und Mason ebenfalls aus dem Studium kennen. Der Name des neu entstandenen Sextetts: Sigma 6. (Wright spielt damals übrigens noch nicht Keyboard, sondern Rhythmusgitarre.) Danach folgen einige Umbesetzungen und auch Umbenennungen. The Meggadeaths, The Abdabs, The Screaming Abdcabs, Leonard’s Lodgers And The Spectrum Five, The Tea Set — die Gruppe kommt auf die verrücktesten Ideen. 1965 steigt Sänger Syd Barrett ein und die offizielle Geschichte von Pink Floyd beginnt. Zunächst verpassen sich die Musiker den Namen The Pink Floyd Sound. Barrett stellt nämlich fest, dass es bei einem der Gigs der Gruppe eine weitere Band namens The Tea Set gibt. Auf die neue Namenskombination kommt er wegen der beiden Bluesmusiker Pink Anderson und Floyd Council. Im Dezember 1966 lernt die Band Peter Jenner kennen, ihren zukünftigen Manager. Der schlägt vor, den Namen etwas weniger sperrig zu gestalten: The Pink Floyd. 1968 bleibt davon schließlich der Name, den wir alle kennen: Pink Floyd.

Queen

Man kann es sich kaum vorstellen, aber in ihren frühen Anfangstagen hatten Queen einen anderen Frontmann. Zu jener Zeit heißt die Band Smile und Freddie Mercury ist noch kein Thema. Ins Leben gerufen wurde die Gruppe nämlich von Gitarrist Brian May, Sänger Tim Staffell und Keyboarder Chris Smith. Als Reaktion auf eine Zeitungsanzeige tritt auch Schlagzeuger Roger Taylor bei, Smith wiederum steigt 1969 aus. Sänger Staffell besucht das Ealing Art College, wo er einen Herren namens Farrokh Bulsara kennenlernt, der sich allerdings schon früh in „Freddie“ umbenannt hat. Bulsara wird zum Smile-Fan und fragt May schließlich, ob er nicht der Sänger der Band werden kann. Als Staffell im Jahr 1970 aussteigt, bekommt Freddie seine Chance. Den Namen Queen schlägt er selbst vor. Die Begeisterung der anderen Bandmitglieder hält sich zunächst in Grenzen, doch wir wissen alle, wie die Geschichte endet: mit einem der größten Namen der Rockgeschichte.

Led Zeppelin

Als Jimmy Page, Robert Plant, John Bonham und John Paul Jones am 12. August 1968 zum ersten Mal zusammen spielen, heißen sie noch The New Yardbirds, angelehnt an Pages Hauptgruppe The Yardbirds. Die Musiker merken allerdings schnell, dass die Chemie auch längerfristig stimmt und dass ein neuer Name hermuss. Außerdem macht der ehemalige Yardbirds-Bassist Chris Dreja juristischen Druck. Die Inspiration für Led Zeppelin liefern anscheinend The-Who-Trommler Keith Moon und -Bassist John Entwistle. Die beiden prophezeien nämlich schon früh eine Supergroup von Page und Gitarrist Jeff Beck, die abstürzen werde wie ein „Ballon aus Blei“, also ein „lead balloon“. Das findet Page offenbar cool, denn er ändert „lead“ in „led“ und der „balloon“ wird zum „zeppelin“. Laut Biograf Keith Shadwick sieht Jimmy Page in dem Namen die „perfekte Kombination aus Schwere und Leichtigkeit, aus Entflammbarkeit und Anmut“. Ausführlicher könnt ihr die Geschichte hier nachlesen.

AC/DC

Bei AC/DC läuft die Namensfindung etwas geradliniger ab. Gegründet wird die Gruppe im November 1973 von den beiden Gitarristen Malcolm und Angus Young sowie Bassist Larry Van Kriedt, Sänger Dave Evans und Schlagzeuger Colin Burgess. Auf den Bandnamen kommen die Young-Brüder durch ihre Schwester Margaret, die die Abkürzung „AC/DC“ auf einer Nähmaschine sieht. Die Physiker unter uns wissen: „AC“ steht für Wechselstrom, „DC“ für Gleichstrom. Den Brüdern gefällt die Energie, die das Doppelkürzel ausstrahlt und nennen sich fortan AC/DC. (In Australien kennt man die Gruppe übrigens auch unter dem Namen „Acca Dacca“.)

Metallica

Die Namensgebung von Metallica basiert im Grunde auf einem Diebstahl. Doch beginnen wir vorne: Ende 1981 sucht der dänische Schlagzeuger Lars Ulrich in Los Angeles per Zeitungsanzeige in The Recycler nach Metalmusikern, um mit ihnen zu jammen. „Tygers Of Pan Tang, Diamond Head and Iron Maiden“, schreibt er dahinter. Die Gitarristen James Hetfield und Hugh Tanner von der Band Leather Charm reagieren auf das Gesuch. Ulrich hat Brian Slagel von Metal Blade Records indes einen Slot auf einem Sampler namens Metal Massacre abgeschwatzt und meldet sich für die Umsetzung bei Hetfield. Am 28. Oktober 1981 lernen sich die beiden kennen, kurze Zeit später geht die Gründung von Metallica über die Bühne. Den Namen „entleiht“ Urlich seinem Freund Ron Quintana, der gerade mitten in der Gründung eines Metal-Fanzines steckt und noch einen Namen dafür sucht. Zur Auswahl stehen MetalMania und Metallica. Vorschlag Nummer zwei gefällt Ulrich so sehr, dass er seinem Kumpel MetalMania empfiehlt.

U2

Wenn man an die irische Rockband U2 denkt, denkt man vor allem an Bono. Gegründet wird die Gruppe aber eigentlich von Larry Mullen Jr., der im Alter von 14 Jahren per Aushang am schwarzen Brett seiner Schule nach Mitmusiker*innen sucht. Sechs Leute antworten und finden sich am 27. September 1976 in Mullens Küche ein, um ein wenig zu jammen. Dabei sind nicht nur Paul Hewson alias Bono, sondern auch David Evans alias The Edge sowie Dik Evans und Adam Clayton. „Für etwa zehn Minuten war es die Larry Mullen Band“, erinnert sich Mullen an die Session. „Doch dann kam Bono und ich habe jegliche Chance auf die Führung verloren.“ Die Musiker einigen sich zunächst auf den Namen Feedback und spielen Coversongs, vor allem Punk. Im April 1977 gibt die Band ihr erstes Konzert und benennt sich kurz danach in The Hype um. Später möchten sich die Iren noch einmal umbenennen und Punkrocker Steve Averill schlägt der Gruppe sechs unterschiedliche Namen vor. Die Wahl fällt auf U2, weil das Kürzel so uneindeutig ist und viel Raum für Interpretation lässt.

Guns N Roses

Dieser Bandname ist wohl am einfachsten erklärt: 1984 leben Izzy Stradlin von der Band Hollywood Rose und Tracii Guns von der Band L.A. Guns zusammen. Als L.A. Guns einen neuen Sänger brauchen, bringt Stradlin seinen Hollywood-Rose-Kollegen Axl Rose ins Spiel. Im März 1985 entstehen daraus Guns N’ Roses. Eigentlich sollte das der Name des Labels für die Band werden, doch die alternativen Bandnamen Heads Of Amazon und AIDS klingen einfach nicht so cool. Ihre erste Show spielen Sänger Axl Rose, Rhythmusgitarrist Izzy Stradlin, Leadgitarrist Tracii Guns, Schlagzeuger Rob Gardner und Bassist Ole Beich am 26. März 1985 unter dem Banner „L.A. Guns und Hollywood Rose präsentieren Guns N’ Roses“. Kurz danach wird Beich gefeuert, an seine Stelle tritt Duff McKagan. Rose und Guns streiten sich, worauf Guns aussteigt und durch Slash ersetzt wird. Schließlich verlässt mit Gardner auch das letzte Mitglied von L.A. Guns die Band. Die Trommelstöcke übernimmt Steven Adler. Fertig ist das „klassische Line-up“.

Nirvana

Auch die Geschichte von Nirvana beginnt bereits auf der Schule. Dort, an der Aberdeen High School in Washington, lernen sich nämlich Frontmann Kurt Cobain und Bassist Krist Novoselic kennen. Die beiden besuchen die Proben der Melvins und werden Freunde. Den ersten Schritt in Richtung gemeinsamer Band unternimmt Kurt Cobain und als Novoselic nicht darauf antwortet, steckt ihm Cobain ein Tape seiner Gruppe Fecal Matter zu. Jahre später hört sich Novoselic das Demo an und möchte eine Band mit Cobain gründen. Daraus entstehen zunächst The Sellouts, eine — haltet euch fest — Creedence-Clearwater-Revival-Coverband. Das Schlagzeug übernimmt Bob McFadden, doch das Projekt scheitert. Später tun sich Cobain und Novoselic mit Trommler Aaron Burckhard zusammen, spielen die Songs von Fecal Matter und schreiben eigenes Material. Die Bandnamen wechseln zu Beginn noch von Skid Row über Pen Chap Chew bis zu Ted Ed Fred. Bei Nirvana bleibt die Gruppe laut Cobain deshalb hängen: „Ich wollte einen Namen, der schön und nett ist; nicht so einen fiesen, vulgären Punk-Namen wie The Angry Samoans.“

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10 Rocksongs für Kinder: So klappt es mit dem musikalischen Nachwuchs

Popkultur

Zeitsprung: Am 5.7.1954 nimmt Elvis Presley seinen ersten Hit „That’s All Right“ auf.

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Michael Ochs Archives/Getty

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.7.1954.

von Tom Küppers und Christof Leim

Natürlich spielt Gevatter Zufall auch im Rock’n’Roll eine wesentliche Rolle. Selbst Elvis Presley, der „King“ höchstselbst, verdankt seinen Karrierestart einem kurzen, absolut ungeplanten Moment…

Hier könnt ihr euch zur Lektüre die Nummer und andere Elvis-Klassiker anhören:

Sam Phillips ist ein umtriebiger Geschäftsmann. Unter dem Banner Sun Records veröffentlicht er Anfang der Fünfziger Tonträger von Künstlern wie B.B. King oder Howlin’ Wolf und betreibt auch das dazugehörige Aufnahmestudio. Schnell kommt er auf die Idee, dieses auch Hobbymusikern zugänglich zu machen, die dann beispielsweise ihren Gesang auf einem rasch gepressten Acetat-Tonträger mit nach Hause nehmen können. Das gefällt auch dem gerade mal zwanzig Jahre jungen Elvis Aron Presley. Der kommt eines Tages in das Studio und möchte als Geburtstagsgeschenk für seine Mutter zwei Songs aufnehmen. Der Kunde ist König, Elvis bekommt seine Platte. Vor allem aber ist Parker recht angetan von dem, was er hört, und lädt den jungen Musiker zu weiteren Aufnahmen ein. 

Zunächst springt der musikalische Funke nicht richtig über, dann hat der Legende nach Parkers Sekretärin Marion Keisker den Geistesblitz, Presley mit dem Gitarristen Scotty Moore bekannt zu machen. Die erste Reaktion des erfahrenen Musikers ist pures Gold: „Elvis Presley? Was zum Geier soll denn das für ein Name sein?“ Nach einer gemeinsamen Probe ändert sich seine Meinung, umgehend wird für den 5. Juli 1954 eine weitere Aufnahmesession angesetzt. Doch die angedachten Interpretationen zeitgenössischer Pop-Hits zünden nicht wirklich. 

Während der Rest der Anwesenden während einer Pause ratlos dreinblickt, schnappt sich Elvis einfach eine Gitarre und beginnt, eine flotte Version von That’s All Right zu singen, einen Proto-Blues von Arthur Crudup. Später wird Presley erzählen, dass er eigentlich lediglich einmal kurz den Clown geben wollte, um die Stimmung aufzuheitern. Kontrabassist Bill Black steigt allerdings zupfenderweise auf den Witz ein, und da geht Parker plötzlich ein Licht auf: Das ist genau der neue Sound, nach dem alle suchen, und er hat ihn gerade eben gefunden. Moore stürzt zurück in den Aufnahmeraum, sucht ein paar Akkorde zusammen, und fertig ist die Nummer. 

Drei Tage später läuft That’s All Right dann zum ersten Mal im Radio bei Sendern, die Philipps mit einer Vorabpressung versorgt hat. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten; in einem Studio glühen die Telefone solange, bis sich der DJ genötigt sieht, die Platte während seiner zweistündigen Show immer und immer wieder aufzulegen. Elvis wird sogar zu einem Liveinterview eingeladen.

Am 19. Juli 1954 steht That’s All Right dann als Single in den Läden mit Blue Moon Of Kentucky als B-Seite, den die drei Musiker auf ähnliche Weise eingespielt hatten: Gesang, Gitarre, Bass, fertig. Und damit beginnt eine bis heute unvergleichliche Weltkarriere.

Und das soll alles darauf basieren, das Presley nur mal kurz einen Witz reißen wollte? Ein paar Jahre vor seinem Tod beantwortet Scotty Moore genau diese Frage mit einem Lachen im Gesicht und einem eindeutigen „Absolut!“ Manche Geschichten kann man sich echt nicht ausdenken…

Zeitsprung: Am 26.8.1969 kann Elvis Presley auf der Bühne nicht aufhören zu lachen.

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Popkultur

Sex, Prügel, Mordversuche: Vor 40 Jahren heiraten Ozzy und Sharon Osbourne

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Sharon & Ozzy Osbourne
Foto: Dave Hogan/Getty Images

Wie die Ehe zwischen zwei absolut unberechenbaren Neurotiker*innen wie Ozzy und Sharon Osbourne wohl so verläuft? Heftiger und exzessiver als sich das jede*r von uns vorstellen kann. Chronik einer sehr wilden Ehe.

von Björn Springorum

Im April 1979 wird Ozzy Osbourne nach katastrophalen Konzerten und unproduktiven Studioaufenthalten bei Black Sabbath vor die Tür gesetzt. Für ihn ist die Sache klar: Ihr Manager Don Arden braucht nur einen Sündenbock, erwischt hat es eben ihn. Arden, ein kompromissloser, brutaler Typ mit Mafiamethoden und einer langen Liste von Feinden und Kontroversen, lenkt damals schon seit einigen Jahren die Geschicke der Band. An der Rezeption sitzt damals seine Tochter Sharon Arden.

Liebe auf den ersten Kick

Auf die hat Ozzy schon seit Beginn der Siebziger ein Auge geworfen, bekommt es jedoch irgendwie hin, die Beziehung die ganzen Jahre über professionell zu halten – und das in einem Jahrzehnt, in dem man sich durchaus fragen kann, wie ein Begriff wie „professionell“ überhaupt in Ozzys Habitus passt. Vielleicht liegt es ja daran, dass er davon ausgeht, sie hielte ihn für einen „Wahnsinnigen“, wie er mal recht luzide reflektierte.

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Damals weiß er noch nicht, dass seine Zukünftige aus dysfunktionalen Verhältnissen stammt: Ihr Vater ist gewalttätig, sie ist oft Zeugin seiner Ausraster, als eine sehr junge schwangere Sharon Osbourne mal ihre Mutter besucht, ruft die ihre aggressiven Hunde nicht zurück, die über ihre Tochter herfallen. Sie verliert das Kind. So ein Ozzy auf welcher Droge auch immer wirkt im Gegenzug eher wie ein Spaziergang.

100.000 Pfund für Drogen

Obwohl Arden den Sänger gefeuert hat, nimmt er ihn auf sein Label Jet Records und entsendet seine Tochter Sharon nach Los Angeles, um dessen Solokarriere aufzubauen. Dort hat sich Ozzy mit seinen rund 100.000 Pfund Anteilen am Namen Black Sabbath (heute wären das über eine halbe Million Pfund) zurückgezogen, um in Frieden alles für Drogen und Suff auszugeben – „bevor ich zurück nach Birmingham kehren und mich arbeitslos melden würde“, so erinnert er sich. Ein folgenschwerer Fehler für den ach so taktierenden Manager: Die beiden verlieben sich, formen eine gemeinsame Front gegen Arden, der daraufhin schwere Geschütze auffährt, um die beiden auseinanderzubringen.

Ozzys erste Frau

Don Arden raubt seine Tochter aus, versucht sie umzubringen und erzählt Ozzy einmal sogar, dass seine Tochter ihren eigenen Vater verführen wollte. Familien… Man kann sie sich eben nicht aussuchen. Ozzy und Sharon bleiben stark, aber da gibt es natürlich noch ein anderes Problem: Ozzy ist seit 1971 mit einer gewissen Thelma Riley verheiratet, die beiden haben sogar zwei Kinder. Um den Weg für die neue Liebe frei zu machen, lässt sich Ozzy 1982 von Riley scheiden und tritt am 4. Juli 1982 mit Sharon Arden vor den Traualtar. Natürlich darf man sich fragen, wie die beiden jemals auch nur annehmen konnten, eine ruhige, harmonische Ehe zu führen, aber es ist natürlich nicht an uns, das zu beurteilen.

 

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Während Ozzy sehr bald danach wieder in einem Schleier aus Drogen und Alkohol durch die Welt stolpert und Sharon Osbourne in ihrer neuen Rolle als Managerin mehr und mehr wird wie ihr brutaler Vater, ist zumindest ihr Hochzeitstag eine romantische Sache: Ozzy im weißen Anzug, mit Fliege und Lorbeerkranz (wie ein römischer Kaiser), Sharon im weißen Kleid mit Schleier. Weiß, die Farbe der Unschuld… Das kommt schon 1982 nicht mehr hin.

Keine großbusige Beutefrau

Was folgt, wissen wir alle: eine wilde Ehe voller Exzesse, Streitereien und physischer Gewalt. Sie überfährt ihn mit dem Auto, er sie mit dem Rasenmäher, 1989 versucht er nach vier Flaschen Wodka, sie zu erwürgen. Dafür kommt er sogar ein paar Monate in den Knast. Sharon hält zu ihm. Die ganze Zeit. 2016 trennen sie sich zwar kurz, als Ozzys Affäre mit der Haarstylistin Michelle Pugh ans Licht kommt, doch nach Dutzenden Affären ist Sharon wohl abgehärtet, schon im Jahr darauf sind sie wieder zusammen. Und nicht nur das: Sie baut ihn über die Jahre zum Nationalheiligtum auf, zur bekanntesten Marke im Heavy Metal. Für Ozzy, klar. Aber auch für sich selbst. „Ich hörte damals immer nur: Ihr werdet das nie schaffen“, erinnerte sie sich mal. „Alle sahen ihn eher mit einer großbusigen Beutefrau, doch er bekam mich: eine kleine, fette, haarige Halbjüdin. Ich musste sehr viel kämpfen.“

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Mittlerweile haben es sogar die beiden geschafft, ihre Ehe in ruhigere Fahrwasser zu steuern. Zu ihrem 40. Hochzeitstag werden die beiden ihr Eheversprechen erneuern – das zweite Mal nach 2017. Und sich dann auf ihren Umzug zurück nach England vorbereiten. Happy anniversary!

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Popkultur

Zeitsprung: Am 4.7.1934 kommt DJ-Legende Mal Sondock zur Welt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.7.1934.

von Timon Menge und Christof Leim

Er gilt als „Vater aller Discjockeys“, zumindest in Deutschland. In den Sechzigern und Siebzigern moderiert er die Diskothek im WDR, in den Achtzigern folgt Mal Sondocks Hitparade. Am 4. Juli hätte Mal Sondock seinen Geburtstag gefeiert. Werfen wir einen Blick auf das Leben des Amerikaners, der das deutsche Radio revolutionierte.

Hört euch hier Hey, Annabella Susann von Mal Sondock an:

Es gab eine Zeit in der Welt des Musikhörens, von denen Eltern ihren Kindern heute bloß noch erzählen können. YouTube und Spotify waren noch nicht erfunden, MP3-Dateien ebenfalls nicht. Ja, sogar die Entwicklung der CD lag noch in weiter Ferne. Wir sprechen von einer Zeit, in der man genau vier Möglichkeiten hatte, neue Musik zu entdecken: per Blindkauf, per Fachpresse, per Freundeskreis oder per Radio. Letzteres Medium prägt in Deutschland vor allem ein Mann: Mal Sondock.

Zur Welt kommt Malcolm Ronald „Mal“ Sondock am 4. Juli 1934 in Houston, Texas. Gemeinsam mit einer Schwester wächst er als Sohn eines Zahnarztes auf. Bereits im Alter von 17 Jahren arbeitet er als Discjockey in Oklahoma City, während der College-Zeit heuert er bei mehreren Radiosendern und einer Plattenfirma an. 

1957 verschlägt es Sondock nach Deutschland. Als amerikanischer GI lebt er in Frankfurt am Main, Bremerhaven und München. Um seinen Sold von 75 US-Dollar aufzubessern, organisiert er Tanzveranstaltungen, bei denen er nicht, wie sonst üblich, eine Musikgruppe aufspielen lässt, sondern Schallplatten auflegt. Heute sagt man, dass es sich bei diesen Partys um die ersten Diskotheken Deutschlands gehandelt haben muss. 

Sondock kommt auf den Geschmack und bewirbt sich bei der ARD. Von dort aus landet er beim WDR, zunächst als Urlaubsvertretung für den Briten Chris Howland alias Mr. Pumpernickel. Ab 1961 moderiert Sondock die Montagnachmittagsmelodie, ab 1966 den Diskothekenbummel, aus dem sich 1967 die Sendung entwickelt, mit der er Radiogeschichte schreiben soll: Diskothek im WDR.

Ein großer Teil des Erfolgsrezeptes: Sondocks bescheidene Art. So garniert er seine Sendungen mit selbstironischen Sprüchen wie: „Weil er Deutsch nicht reden kann, schleppt er noch mehr Platten an.“ Er gilt aber auch als Arbeitstier. Laut eigener Aussage hört er für eine bis zwei Sendestunden sechs Tage pro Woche Musik, vier bis fünf Stunden täglich. Oft spielt er die kommenden Hits zum ersten Mal, manchmal sogar als Weltpremiere.

Revolutioniert über Dekaden hinweg das deutsche Radio: Mal Sondock

Ganze 13 Jahre lang bleibt Sondock mit dem beliebten Format auf Sendung und prägt drei bis vier Generationen an Musikhörern. Anders gesagt: Was er nicht spielt, ist auch nicht passiert. Aufgezeichnet wird die Diskothek live vor jugendlichem Publikum, aus dem zu Beginn jeder Show eine fünfköpfige Jury ausgewählt wird. Diese entscheidet im Verlauf der Sendung darüber, ob die vorgestellten Neuerscheinungen „Hit oder Niete“ werden. Die Zuhörer zuhause können außerdem Postkarten mit Musikvorschlägen einschicken, die nach Beliebtheit sortiert gespielt werden. 

Anfang 1981 wird die Diskothek durch Mal Sondocks Hitparade ersetzt. Die Rubrik „Hit oder Niete“ bleibt erhalten, diesmal allerdings per Telefonabstimmung. Knapp vier Jahre später wird die Sendung abgesetzt. Die offizielle Begründung: zu niedrige Einschaltquoten. Kaum jemand glaubt das, denn schließlich hören sie ihn alle, den alten M.A.L. vom WDR. Dennoch: Am 19. Dezember 1984 läuft die letzte Folge — mit Weihnachtsgrüßen von Freddie Mercury, Alan Parsons und Billy Ocean.

Was man sich heute kaum noch vorstellen kann: Sondocks Reichweite. Obwohl seine Sendung nur in Nordrhein-Westfalen und Umgebung ausgestrahlt wird, spielt er die Songs, die wenig später das ganze Land begeistern. Moderne Formen des Musikkonsums wie Spotify oder YouTube gibt es noch nicht, man muss sich anders behelfen. Wer in den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern die Hits der Woche konservieren möchte, hängt mit zwei Fingern am Kassettenrecorder und drückt nach den Anmoderationen blitzschnell auf „Play“ und „Record“. Wenn man Glück hat, quatscht Mal nicht in den Song. „Nur bei Sachen, die zwei-, dreimal liefen, habe ich reingesprochen“, verteidigt sich Sondock später, wie der WDR berichtet. „Und das nur, um das Tempo dieser Sendung zu halten. Das hatte ich in Amerika gelernt.“

Neben seinem Job als Radiomoderator betätigt sich Sondock über die Jahre auch als Produzent, Sänger und Schauspieler. So entdeckt er nicht nur den Schlagerstar Michael Holm (Tränen lügen nicht), sondern singt auch selbst einige Platten ein. Seine erfolgreichsten Songs: Hey, Annabella Susann (1962), Das Mädchen mit dem traurigen Blick (1964) und Ich mach’ mir Sorgen um dich (1965). Im Film Stadt ohne Mitleid (1961) spielt er eine Nebenrolle. Zusätzlich tourt der Amerikaner jahrelang als mobiler Discjockey durch Deutschland.

Am 9. Juni 2009 stirbt Sondock im Alter von 74 Jahren in einem Kölner Krankenhaus. Er hinterlässt eine Frau, einen Sohn sowie eine Tochter. Beerdigt wird er auf dem Palm Cemetery in Orange County, Florida. Laut Welt hat Sondock einmal gesagt: „Ich verbreite keine Kultur. Ich bin ein Ami mit schlechtem Deutsch, der die Kinder mit Rock’n’Roll versaut.“ Musikdeutschland dankt ihm dafür. Rest in peace, alter Jockdiscey M.A.L.!

Zeitsprung: Am 25.9.1965 geht der „Beat-Club“ auf Sendung

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