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Popkultur

Beatles, Rolling Stones, Led Zeppelin: Die Namen der größten Rockbands und ihre Herkunft

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Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Große Bands brauchen große Namen. Deshalb haben wir uns die Namensgeschichten von zehn der größten Rockbands des Planeten angeschaut.

von Timon Menge

The Beatles

Im März 1957 fällt der Startschuss für die Band, die das 20. Jahrhundert verändern wird, wie keine andere: Im Alter von 16 Jahren gründet John Lennon mit einigen Freunden von der Quarry Bank High School in Liverpool die Gruppe The Blackjacks. Später benennen sich die Musiker um und orientieren sich dafür an ihrer Schule. der neue Name: The Quarrymen. Der ist allerdings bereits an eine andere lokale Truppe vergeben. Vier Monate später lernen sich Lennon und Paul McCartney kennen, McCartney steigt als Rhythmusgitarrist in die Band ein. Wenig später folgt Leadgitarrist George Harrison; Lennons Freunde steigen bis zum Januar 1959 nach und nach aus. Übrig bleiben die drei Gitarristen Lennon, McCartney und Harrison, die immer dann einen Gig spielen, wenn sie einen Schlagzeuger finden können. Für die Rolle des Bassisten holt Lennon im Januar 1960 einen seiner Kommiliton*innen aus dem Kunststudium an Bord: Stuart Sutcliffe. Der kommt auch mit dem nächsten Namensvorschlag um die Ecke: Beatals. Im Mai werden daraus die Silver Beetles, die zum Beispiel mit dem Liverpooler Musiker Johnny Gentle auf Schottland-Tour gehen. Im Juli kommt das wichtige A in den Namen und die Silver Beetles werden zu den Silver Beatles. Ab August 1960 heißt die Gruppe dann schlicht: The Beatles. Schonmal gehört, oder?

The Rolling Stones

Als Mick Jagger und sein Kumpel Dick Taylor Mitte der Fünfziger eine gemeinsame Band gründen, konzentrieren sich die beiden Musiker auf Blues und spielen die Songs von Muddy Waters, Howlin’ Wolf und Bo Diddley. Ein bisschen Rock’n’Roll von Little Richard und Chuck Berry ist auch schon dabei. Jagger und Gitarrist Keith Richards kennen sich zu diesem Zeitpunkt bereits lange und nach einem legendären Wiedersehen an der Dartford Railway Station steigt Richards in Jaggers Band ein. 1961 stoßen auch Alan Etherington und Bob Beckwith dazu. Die Gruppe heißt jetzt The Blues Boys. Am 7. April 1962 sehen sich die Musiker eine Show von Alexis Korner und seiner Band Blues Incorporated an, zu der auch Gitarrist Brian Jones, Keyboarder Ian Stewart und Schlagzeuger Charlie Watts gehören. Es kommt zu einer gemeinsamen Jam-Session, später finden die Musiker zusammen und möchten Chicago Blues spielen. Das Line-up im Juni 1962: Jagger, Richards, Jones, Stewart, Taylor und Schlagzeuger Tony Chapman. Der Name entsteht laut Richards während eines Telefoninterviews von Jones mit den Jazz News. Im Gespräch wird Jones nämlich gefragt, wie seine Gruppe denn heiße. Und da fällt ihm auf dem Boden ein Muddy-Waters-Album mit dem Song Rollin’ Stone auf.

Pink Floyd

Die Geschichte von Pink Floyd beginnt am London Polytechnic (heute: University Of Westminster), wo Sänger Roger Waters und Schlagzeuger Nick Mason zusammen Architektur studieren. Ihre ersten musikalischen Gehversuche bestreiten sie mit zwei Herren namens Keith Noble und Clive Metcalfe sowie mit Nobles Schwester Sheilagh. Wenig später steigt Richard Wright ein, den Waters und Mason ebenfalls aus dem Studium kennen. Der Name des neu entstandenen Sextetts: Sigma 6. (Wright spielt damals übrigens noch nicht Keyboard, sondern Rhythmusgitarre.) Danach folgen einige Umbesetzungen und auch Umbenennungen. The Meggadeaths, The Abdabs, The Screaming Abdcabs, Leonard’s Lodgers And The Spectrum Five, The Tea Set — die Gruppe kommt auf die verrücktesten Ideen. 1965 steigt Sänger Syd Barrett ein und die offizielle Geschichte von Pink Floyd beginnt. Zunächst verpassen sich die Musiker den Namen The Pink Floyd Sound. Barrett stellt nämlich fest, dass es bei einem der Gigs der Gruppe eine weitere Band namens The Tea Set gibt. Auf die neue Namenskombination kommt er wegen der beiden Bluesmusiker Pink Anderson und Floyd Council. Im Dezember 1966 lernt die Band Peter Jenner kennen, ihren zukünftigen Manager. Der schlägt vor, den Namen etwas weniger sperrig zu gestalten: The Pink Floyd. 1968 bleibt davon schließlich der Name, den wir alle kennen: Pink Floyd.

Queen

Man kann es sich kaum vorstellen, aber in ihren frühen Anfangstagen hatten Queen einen anderen Frontmann. Zu jener Zeit heißt die Band Smile und Freddie Mercury ist noch kein Thema. Ins Leben gerufen wurde die Gruppe nämlich von Gitarrist Brian May, Sänger Tim Staffell und Keyboarder Chris Smith. Als Reaktion auf eine Zeitungsanzeige tritt auch Schlagzeuger Roger Taylor bei, Smith wiederum steigt 1969 aus. Sänger Staffell besucht das Ealing Art College, wo er einen Herren namens Farrokh Bulsara kennenlernt, der sich allerdings schon früh in „Freddie“ umbenannt hat. Bulsara wird zum Smile-Fan und fragt May schließlich, ob er nicht der Sänger der Band werden kann. Als Staffell im Jahr 1970 aussteigt, bekommt Freddie seine Chance. Den Namen Queen schlägt er selbst vor. Die Begeisterung der anderen Bandmitglieder hält sich zunächst in Grenzen, doch wir wissen alle, wie die Geschichte endet: mit einem der größten Namen der Rockgeschichte.

Led Zeppelin

Als Jimmy Page, Robert Plant, John Bonham und John Paul Jones am 12. August 1968 zum ersten Mal zusammen spielen, heißen sie noch The New Yardbirds, angelehnt an Pages Hauptgruppe The Yardbirds. Die Musiker merken allerdings schnell, dass die Chemie auch längerfristig stimmt und dass ein neuer Name hermuss. Außerdem macht der ehemalige Yardbirds-Bassist Chris Dreja juristischen Druck. Die Inspiration für Led Zeppelin liefern anscheinend The-Who-Trommler Keith Moon und -Bassist John Entwistle. Die beiden prophezeien nämlich schon früh eine Supergroup von Page und Gitarrist Jeff Beck, die abstürzen werde wie ein „Ballon aus Blei“, also ein „lead balloon“. Das findet Page offenbar cool, denn er ändert „lead“ in „led“ und der „balloon“ wird zum „zeppelin“. Laut Biograf Keith Shadwick sieht Jimmy Page in dem Namen die „perfekte Kombination aus Schwere und Leichtigkeit, aus Entflammbarkeit und Anmut“. Ausführlicher könnt ihr die Geschichte hier nachlesen.

AC/DC

Bei AC/DC läuft die Namensfindung etwas geradliniger ab. Gegründet wird die Gruppe im November 1973 von den beiden Gitarristen Malcolm und Angus Young sowie Bassist Larry Van Kriedt, Sänger Dave Evans und Schlagzeuger Colin Burgess. Auf den Bandnamen kommen die Young-Brüder durch ihre Schwester Margaret, die die Abkürzung „AC/DC“ auf einer Nähmaschine sieht. Die Physiker unter uns wissen: „AC“ steht für Wechselstrom, „DC“ für Gleichstrom. Den Brüdern gefällt die Energie, die das Doppelkürzel ausstrahlt und nennen sich fortan AC/DC. (In Australien kennt man die Gruppe übrigens auch unter dem Namen „Acca Dacca“.)

Metallica

Die Namensgebung von Metallica basiert im Grunde auf einem Diebstahl. Doch beginnen wir vorne: Ende 1981 sucht der dänische Schlagzeuger Lars Ulrich in Los Angeles per Zeitungsanzeige in The Recycler nach Metalmusikern, um mit ihnen zu jammen. „Tygers Of Pan Tang, Diamond Head and Iron Maiden“, schreibt er dahinter. Die Gitarristen James Hetfield und Hugh Tanner von der Band Leather Charm reagieren auf das Gesuch. Ulrich hat Brian Slagel von Metal Blade Records indes einen Slot auf einem Sampler namens Metal Massacre abgeschwatzt und meldet sich für die Umsetzung bei Hetfield. Am 28. Oktober 1981 lernen sich die beiden kennen, kurze Zeit später geht die Gründung von Metallica über die Bühne. Den Namen „entleiht“ Urlich seinem Freund Ron Quintana, der gerade mitten in der Gründung eines Metal-Fanzines steckt und noch einen Namen dafür sucht. Zur Auswahl stehen MetalMania und Metallica. Vorschlag Nummer zwei gefällt Ulrich so sehr, dass er seinem Kumpel MetalMania empfiehlt.

U2

Wenn man an die irische Rockband U2 denkt, denkt man vor allem an Bono. Gegründet wird die Gruppe aber eigentlich von Larry Mullen Jr., der im Alter von 14 Jahren per Aushang am schwarzen Brett seiner Schule nach Mitmusiker*innen sucht. Sechs Leute antworten und finden sich am 27. September 1976 in Mullens Küche ein, um ein wenig zu jammen. Dabei sind nicht nur Paul Hewson alias Bono, sondern auch David Evans alias The Edge sowie Dik Evans und Adam Clayton. „Für etwa zehn Minuten war es die Larry Mullen Band“, erinnert sich Mullen an die Session. „Doch dann kam Bono und ich habe jegliche Chance auf die Führung verloren.“ Die Musiker einigen sich zunächst auf den Namen Feedback und spielen Coversongs, vor allem Punk. Im April 1977 gibt die Band ihr erstes Konzert und benennt sich kurz danach in The Hype um. Später möchten sich die Iren noch einmal umbenennen und Punkrocker Steve Averill schlägt der Gruppe sechs unterschiedliche Namen vor. Die Wahl fällt auf U2, weil das Kürzel so uneindeutig ist und viel Raum für Interpretation lässt.

Guns N Roses

Dieser Bandname ist wohl am einfachsten erklärt: 1984 leben Izzy Stradlin von der Band Hollywood Rose und Tracii Guns von der Band L.A. Guns zusammen. Als L.A. Guns einen neuen Sänger brauchen, bringt Stradlin seinen Hollywood-Rose-Kollegen Axl Rose ins Spiel. Im März 1985 entstehen daraus Guns N’ Roses. Eigentlich sollte das der Name des Labels für die Band werden, doch die alternativen Bandnamen Heads Of Amazon und AIDS klingen einfach nicht so cool. Ihre erste Show spielen Sänger Axl Rose, Rhythmusgitarrist Izzy Stradlin, Leadgitarrist Tracii Guns, Schlagzeuger Rob Gardner und Bassist Ole Beich am 26. März 1985 unter dem Banner „L.A. Guns und Hollywood Rose präsentieren Guns N’ Roses“. Kurz danach wird Beich gefeuert, an seine Stelle tritt Duff McKagan. Rose und Guns streiten sich, worauf Guns aussteigt und durch Slash ersetzt wird. Schließlich verlässt mit Gardner auch das letzte Mitglied von L.A. Guns die Band. Die Trommelstöcke übernimmt Steven Adler. Fertig ist das „klassische Line-up“.

Nirvana

Auch die Geschichte von Nirvana beginnt bereits auf der Schule. Dort, an der Aberdeen High School in Washington, lernen sich nämlich Frontmann Kurt Cobain und Bassist Krist Novoselic kennen. Die beiden besuchen die Proben der Melvins und werden Freunde. Den ersten Schritt in Richtung gemeinsamer Band unternimmt Kurt Cobain und als Novoselic nicht darauf antwortet, steckt ihm Cobain ein Tape seiner Gruppe Fecal Matter zu. Jahre später hört sich Novoselic das Demo an und möchte eine Band mit Cobain gründen. Daraus entstehen zunächst The Sellouts, eine — haltet euch fest — Creedence-Clearwater-Revival-Coverband. Das Schlagzeug übernimmt Bob McFadden, doch das Projekt scheitert. Später tun sich Cobain und Novoselic mit Trommler Aaron Burckhard zusammen, spielen die Songs von Fecal Matter und schreiben eigenes Material. Die Bandnamen wechseln zu Beginn noch von Skid Row über Pen Chap Chew bis zu Ted Ed Fred. Bei Nirvana bleibt die Gruppe laut Cobain deshalb hängen: „Ich wollte einen Namen, der schön und nett ist; nicht so einen fiesen, vulgären Punk-Namen wie The Angry Samoans.“

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